Weit zurückblättern muss man, um eine ähnlich gute Hinrunde der Kegler des MSV 90 zu finden. In der Saison 2004/05 findet sich letztmalig eine ähnlich gute Halbserie und am Ende stiegen die Classic-Kegler aus Lemsdorf in die höchste deutsche Spielklasse auf. Derweil müssen sich die Elbestädter zu den Aufstiegskandidaten für die 2. Liga zählen lassen.

Lemsdorf. Daran ändern konnte auch die junge und engagierte Mannschaft aus Brehna nichts. Bei ihrem ersten Gastspiel an der Elbe unterlag diese mit 5 442:5 311 Punkten recht deutlich.

Von Beginn an geriet der Magdeburger Sieg eigentlich niemals in Gefahr. Maik Siegemund (891) und Steffen Blumtritt (904) lieferten konstante und solide Leistungen ab und brachten ihre Farben mit 66 Holz in Führung. Auf Seiten der Gäste konnte nur Bobby Keller (891) mitziehen, Steven Sasse (838) verlor entscheidend an Boden.

Im Mitteldurchgang gab es zeitweilig etwas Hoffnung für die Brehnaer, denn Dirk Sommermeyer (905) hatte auf seiner zweiten Bahn einige Probleme. So schmolz der Vorsprung des MSV kurzzeitig einmal bis auf 40 Holz. Doch mit einer groß- artigen Moral kämpfte der sich zurück ins Spiel und knackte mit einer guten letzten Bahn sogar noch die 900er Marke. Sein Mitspieler Sven Ostermann (895) enttäuschte ebenfalls nicht und beide konnten somit 62 Punkte im Plus bleiben. Für den TSV trafen Guido Lehmann 916 und Christopher Pötzsch 888 Kegel.

Ohne Probleme brachte das Magdeburger Schlussduo dann den Vorsprung ins Ziel, konnte diesen sogar noch mehr als verdoppeln, denn der MSV brachte nun seine aktuell stärksten und stabilsten Kegler auf die Bahnen. Gerhard Piekacz (921) und Ulf Wunderlich (926) zeigten dann auch deutlich ihre Klasse. Brehna schlug sich noch einmal wacker mit Robert Schmidt (888) und Danny Fleck (890), konnte aber am Spielausgang nichts mehr ändern.

Die Elbestädter gewannen das letzte Spiel der Hinrunde verdient mit 131 Punkten Vorsprung und möchten den Schwung natürlich gern mit ins neue Jahr nehmen.

Gemeinsam mit Senftenberg und Mücheln II steht der MSV 90 mit 12:6 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz. Ungeschlagener Tabellenführer ist nicht ganz unerwartet die zweite Vertretung des deutschen Meisters SKV Rot-Weiß Zerbst. Da aber die Reservemannschaften aus Mücheln und Zerbst nicht aufstiegsberechtigt sind, scheint sich der Aufstieg zur 2. Bundesliga zwischen Senftenberg und Magdeburg zu entscheiden.

Doch auch die Teams aus Roßlau, Elsterwerda und von Semper Berlin können bei einer guten Rückrunde noch ins Aufstiegsgeschehen eingreifen. Aufsteiger Brehna darf bei drei gewonnenen Spielen mit einem Mittelfeldplatz zufrieden sein, muss dem eigenen Konto aber noch ein paar Erfolge hinzu-fügen.

Der MSV 90 hat trotz dünner Personaldecke erstmals seit sechs Jahren nichts mit dem Abstiegskampf zu tun und darf optimistisch ins Jahr 2011 gehen.