Magdeburg (rsc). Im Sommer übernahm Michael Fischer von Peter Golle das Amt des Staffelleiters in der Fußball-Stadtliga der Männer, der höchsten Fußball-Spielklasse in der Landeshauptstadt. Volksstimme-Mitarbeiter Roland Schulz befragte ihn nach seinen ersten Eindrücken.

Volksstimme: Welche Eindrücke haben Sie in Ihrer ersten Saison als Stadtliga-Staffelleiter gesammelt?

Michael Fischer: Da mir der Einstieg zum einen durch meine Erfahrungen als Staffelleiter in der Nachwuchs-Landesliga und im Alte Herren-Bereich sowie der tollen Zusammenarbeit mit den Vereinen sehr leicht gemacht wurde, nur gute. Zwar ist schon ein Unterschied auszumachen, doch hatte ich keine großen Schwierigkeiten.

Volksstimme: Welche Unterschiede sind dies?

Fischer: Ein Unterschied besteht z. B. in der Anzahl der Mannschaften und damit auch der Anzahl der Spiele. Zum anderen im gesamten Fair Play-Verhalten. Aber die Vereine haben es mir grundsätzlich recht einfach gemacht.

Volksstimme: Was hat Ihnen gefallen, wo besteht Nachhol-bedarf?

Fischer: Zunächst einmal möchte ich betonen, dass ich gegenwärtig keine negativen Informationen betreffs meiner Arbeit mit der Liga habe. Die Vereine haben mich akzeptiert, z. B. mich sofort bei der Absage der Spiele auf Grund der Witterungsbedingungen kontaktiert. Der Stadtfachverband war also immer im Bilde, was die Situation mit und auf den Sportplätzen betraf. Nachholebedarf besteht aber im gesamten Fairplayverhalten.

Volksstimme: Können Sie konkreter werden?

Fischer: Mit gegenwärtig 333 gelben, elf Gelb-Roten und zehn Roten Karten liegen wir im Bereich der vergangenen Saison. Das ist ein erster Schritt, doch zeigt er noch Reserven. Allerdings haben wir ein gleiches Problem wie die Landesklasse: Gut ein Drittel aller Platzverweise geht auf Meckern und Motzen zurück. Hier müssen die Vereine ansetzen. Und die Spieler sollten sich einmal zu Gemüte führen, dass der Schiedsrichter ebenso nur ein Freizeitsportler ist wie sie selber.

Volksstimme: Wie lautet Ihre sportliche Einschätzung?

Fischer: Es gab sehr viele gute Spiele mit tollen Ergebnissen. Mit den Roten Sternen und dem Fermersleber SV scheint das Duo gefunden, welches den Meistertitel unter sich ausmacht. Lobenswert ist auch das Abschneiden der beiden Aufsteiger SSV Besiegdas 03 und HSV Medizin. Während ich für Aufbau/Empor Ost und Lok Südost bereits vor der Saison eine schwere Saison prognostiziert habe, bin ich vom schwachen Abschneiden der dritten Manschaft des 1. FC Magdeburg doch überrascht.

Volksstimme: Ab der Saison 2011/12 soll in der Stadtliga der elektronische Spielberichtsbogen eingeführt werden. Welche Erwartungen verknüpfen Sie damit?

Fischer: Darauf freue ich mich sehr, denn dadurch wird die Arbeit für alle einfacher und übersichtlicher. Zwar befürchten manche "Gastvereine" Probleme im Hinblick auf die technische Abwicklung. Doch hoffe ich da sehr auf die Unterstützung der platzbauenden Vereine. So wie es unter Geschäftspartnern normalerweise der Fall ist.

Volksstimme: Welche sportlichen Hoffnungen haben Sie in Bezug auf die zweite Halbserie?

Fischer: Ich hoffe, dass durch den Winter keine weiteren Spiele ausfallen werden und wir die Nachholspiele, die in Kürze nach Absprache mit dem Staffelleiter Pokalspiele angesetzt werden, durchführen können.

Volksstimme: Wagen Sie schon jetzt einen Tipp in Bezug auf Meisterschaft und Abstieg?

Fischer: Wie gesagt, räume ich den Sternen und dem FSV die meisten Chancen auf die Meisterschaft ein. Sollte Roter Stern bereits das Nachholspiel gegen den FSV gewinnen, dann sollte dies auch der neue Stadtmeister sein. In der Abstiegsfrage möchte ich mich nicht festlegen, zumal wir ja noch nicht wissen, wieviel Teams aus der Landesklasse in die Stadtliga absteigen. Ich glaube aber, das der oder die Stadtliga-Absteiger aus dem Kreis der vier Mannschaften 1. FC Magdeburg III, ESV Lok Südost, SV Aufbau/Empor Ost und SG Handwerk II kommen werden. Doch egal wie die Entscheidungen fallen, möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um allen am Spielbetrieb der Stadliga beteiligten Sportfreunden ein fröhliches Weihnachtsfest und einen gute Rutsch ins neue Jahr wünschen.