Magdeburg l Sie stehen nicht im Rampenlicht, sind aber wichtig im American Football, die Offensive Line, kurz O-Liner genannt. Mit den fünf großen und starken Jungs in der Front entscheidet sich sogar oftmals ein Spiel. Die Magdeburg Virgin Guards sind mit ihrer Offensive Line gut aufgestellt, was einer der Gründe für die aktuellen Erfolge in der Süd-Staffel der Regionalliga Ost ist. Das soll auch morgen ab 16 Uhr im Heimspiel gegen die Jena Hanfrieds so sein.

Ein eingeschworenes Team

„Wir O-Liner sind ein eingeschworenes Team, wir machen in der Freizeit auch sehr viel privat miteinander“, gibt Marko Erxlebe, der als Center das Herzstück bildet, einen Einblick in seine Positionsgruppe. Der 48-Jährige ist eine der großen Identifikationsfiguren der Garde. Seit 1994 ist er dabei. „Ich habe lange Basketball gespielt, aber das wurde mir dann zu weich. Ich wäre schon früher zum Football gegangen, aber damals gab es hier in Magdeburg noch nichts. Als es anfing, haben wir noch auf einem Schotterplatz und ohne Ausrüstung trainiert“, erinnert sich Erxlebe zurück.

Nach einer fünfjährigen Auszeit kam Erxlebe 2006 zur Garde zurück und blieb bis heute treu. „Dieser Sport steht für bedingungslosen Zusammenhalt. Dieses Team ist wie eine Familie“, erklärt der O-Liner.

Als Zweitligist in der MDCC-Arena

Mit den Virgin Guards hat Erxlebe schon viel erlebt, spielte zu Zweitliga-Zeiten mit der Garde in der MDCC-Arena, beschützte dabei US-amerikanische Quarterbacks und räumte Wege für US-amerikanische Runningbacks frei. „Natürlich lernt man viel, wenn man mit Amerikanern zusamme spielt. Wir haben heute aber auch so ein gutes Team und brauchen sie nicht“, ist Erxlebe ein Freund vom eingeschlagenen neuen Weg, der keine „Importspieler“ vorsieht.

Vielmehr sei es heute die Kompetenz von Cheftrainer Harald Voelkel, von der die Footballer zehren. „Ich bin ein paar Tage älter als der Coach und spiele schon ewig, trotzdem lerne ich noch viel von ihm“, so Erxlebes Lob für den Head Coach.

Kritischer Coach

Eines der Erfolgsgeheimnisse sei dabei, zunächst erst einmal immer das Schlechte im Spiel zu sehen. „Wir haben in Jena zwar 51:3 gewonnen, aber auch da hatten wir noch viel Luft nach oben“, resümiert Erxlebe das Hinspiel kritisch. So wolle man im Rückspiel morgen das Laufspiel noch besser durchdrücken.

Ein nahes Ende ist für den Center, der zum ersten Heimspiel symbolisch für sein fortgeschrittenes Footballer-Alter am Krückstock in das Heinrich-Germer-Stadion einlief, noch nicht zu denken: „Erst einmal möchte ich die 50 noch vollmachen. Vielleicht klappt es dann auch noch mal mit der GFL 2.“