Magdeburg l Fans der Börde-Basketballer müssen jetzt ganz stark sein. Die Mannschaft des MSV schreibt eine endliche Geschichte. Das Ende kommt nicht schon morgen, vielleicht auch noch nicht übermorgen. Die Geschichte geht solange, „wie wir Spaß am Spiel haben“, sagt Robert Uther, der spielende Trainer des Oberligisten. Und deshalb folgt nun nach etwas Wehmut die positive Nachricht: „Wir wollen in dieser Saison um die Meisterschaft mitspielen.“

Der Kampf um den Titel wird allerdings ein harter sein. Schon die Qualifikation für die ersten vier Play-off-Plätze in der Vorrunde ist an Ausgeglichenheit kaum zu übertreffen. „Es gibt keinen Gegner, den wir nicht schlagen können“, sagt Uther entsprechend. Zwischen Liga-Primus Einheit Weißenfels und Börde als Viertem liegen nur zwei Punkte. „Und Weißenfels haben wir im Hinspiel deutlich bezwungen“, erinnert sich Uther an den 74:58-Erfolg. Als Andreas Herbst mit 18 Punkten bester Korbjäger war. Wie so oft.

Herbst ragt bei Börde heraus

Herbst ist 31 Jahre jung, ein Zwei-Meter-Mann. „Ich würde behaupten, er ist der Größte in der gesamten Liga“, erklärt Uther. Herbst ist der überragende Börde-Spieler der laufenden Serie. Und in gewisser Weise war er das immer schon.

„Andreas gilt seit Jahren als starker und toller Basketballer, aber er war immer verletzungsanfällig.“ Vor allem die Fußgelenke haben dem Center zu schaffen gemacht. Er musste sich auch einer Operation unterziehen. Deshalb drängte er in den vergangenen Serien weniger in den Vordergrund als in dieser Saison, in der er mit 98 Punkten bester Börde- und viertbester Liga-Werfer ist.

Fitness ist das Problem

Aber er ist nicht der einzige Leistungsträger, auf den Uther ungern verzichten würde zum Spieltag. Mike Rosner, Daniel Günther, Dirk Hirschfeld und Uther selbst bringen die Routine aus Einsätzen in der 1. und 2. Regionalliga mit. „Die Erfahrung zeichnet uns aus“, sagt der 42-jährige Coach, der selbst der Älteste in der Mannschaft ist, in der inklusive ihm bereits drei Akteure die 40er-Marke überschritten haben. „Wir wollen viel spielen, kennen und erkennen Spielsituationen.“

Dass die Routine dabei natürlich hilfreich ist, zeigt auch die Trainingsbeteiligung. „Wie jeder Oberligist trainieren wir zweimal pro Woche. Da bei uns aber alle beruflich sehr eingespannt sind, sind in der Regel nur acht Spieler bei den Einheiten. Schöner wäre es aber natürlich, wenn man Fünf-gegen-Fünf spielen könnte“, erklärt Uther. Das Spiel selbst ist allerdings das eine, der Kampf gegen die dynamische Lauffreude der Gegner das andere. „Fitness und Schnelligkeit sind bei uns ganz klar das Problem.“

Konzentration auf Playoffs

Das bekommen die Börde-Senioren dann gegen ein Team wie zuletzt den USV Halle II zu spüren. Vor allem, wenn Uther am Morgen neben den obligatorischen arbeitsbedingten Absagen auch noch zwei Krankmeldungen durchs Telefon flattern. Sieben Akteure standen letztlich gegen einen Kontrahenten auf dem Parkett, „bei dem der Älteste 25 Jahre war“, berichtet Uther. „Genau dann spiegelt sich unsere mangelnde Schnelligkeit wider, Halle hat uns läuferisch zugesetzt.“

Für Halle hat dieser Vorteil trotzdem nicht gereicht. „Wir haben sie mit einem Sieg auf Abstand gehalten.“ Auf zwei Punkte Abstand nämlich. „Das war wichtig für die Playoffs.“ 78:69 gewann Börde die Partie. Bester Werfer übrigens: Andreas Herbst mit 25 Punkten.

Nächstes Duell in Weißenfels

Bis zum nächsten Duell haben die Magdeburger nun ein wenig Zeit. Denn das steigt erst am 11. Januar in Weißenfels. Sie haben Zeit für die Familie, sie haben auch Zeit für das individuelle Fitnesstraining. Denn es wird noch einiges an Kraft nötig sein, um den Saisonspielplan bis zum möglichen und finalen Meisterschaftsduell durchzustehen.

Eines allerdings schließt Uther im Falle eines Titelgewinns sofort aus: „Wir werden auf gar keinen Fall aufsteigen. Wir sind nicht stark und fit genug für die Regionalliga. Und wir haben keine Möglichkeit, junge Spieler dorthin mitzunehmen.“ Die aktuell Jüngsten im Team kratzen gemeinschaftlich an der 30er Marke. „Das ist unser Nachwuchs.“

Die Börde-Basketballer wollen deshalb jeden Spieltag genießen, bis das Alter sie scheidet. Denn irgendwann wird es die letzte Begegnung sein. Auch für die Fans.