Magdeburg l Bis zum Mittwochabend hatten die USC-Basketballerinnen eine Weste, wie sie blütenweißer nicht sein könnte. Bis zum Mittwochabend haben sie vier Spiele in der Oberliga mit Ergebnissen gewonnen, die zuweilen von einem sehr großen Klassenunterschied kündeten. Bis zum Mittwochabend hatte Cindy Rössel dabei nicht immer Spaß daran, mit ihrem Team mehr als 100 Punkte in einer Partie zu erzielen. Die spielende Trainerin des USC mag eben auch mal Gegenwehr, Kampf, Spannung, ein bisschen Nervenkitzel in der Wurfhand.

Am Mittwochabend, im fünften Spiel also, ist es aber passiert: die erste Niederlage. Nach viel Kampf und Spannung und Nervenkitzel. Mit 50:55 (18:17, 10:7, 10:13, 12:18) hatten die Magdeburgerinnen das Nachsehen beim SV Halle Lions III, gegen eine Mannschaft aus dem Unterbau des Bundesligisten, die sich wiederum zu jenem Duell mit Akteurinnen aus dem zweiten Team (2. Regionalliga Ost) bediente. Wie mit Charlotte Keuter, die 27 Punkte markierte. Beste Werferinnen beim USC, der nur mit sieben Damen angetreten war, waren Cindy Rössel mit 17 und Antje Skorsetz mit 19 Zählern.

Erfolgsgeschichte begann im Sommer 2019

Die bisherige Erfolgsgeschichte dieser Mannschaft hat deshalb aber allenfalls einen kleinen Dämpfer erhalten. Diese Erfolgsgeschichte begann im vergangenen Sommer, als Rössel mit drei weiteren Spielerinnen zunächst den USC-Kader bildeten, als sich neue Studentinnen dazugesellten, als ehemalige Akteurinnen ins Team zurückkehrten. „Es war eine völlig neue Mannschaft“, sagt Rössel. Deshalb kamen ihr die langen Pausen zwischen den Begegnungen in dieser Saison ganz gelegen. „Die Zeit haben wir genutzt, um uns zu finden“, bestätigt sie.

Die Damen haben sich gefunden. Die größte Stärke, sagt die 29-Jährige, ist der Teamgeist. Rössel fällt es deshalb schwer, jemanden als die wichtigste Spielerin herauszuheben. Aber natürlich bringen einige mehr, andere weniger Erfahrung mit.

Skorsetz ist aktuell beste Werferin

Antje Skorsetz spielte mehrere Jahre in der Bundesliga für TuS Jena. Die 30-Jährige kommt über den Flügel und ist aktuell auch die beste Werferin beim USC mit 98 Punkten. Ihr folgt Zoi Lantou, die im Sommer 2018 von der TSG Königslutter nach Magdeburg wechselte, mit 69 Zählern.

Und Cindy Rössel selbst, die bislang 45 Zähler gesammelt hat, kam als Zwölfjährige aus ihrer Heimatstadt Dresden zu den ChemCats in Chemnitz, wo sie zur Basketballerin ausgebildet wurde, wo sie beim Bundesligisten „einmal auf der Bank saß“, berichtet sie lächelnd. Und wo sie ebenfalls als Spielertrainerin das dritte Damenteam betreute. Wie Lantou zog es sie vor eineinhalb Jahren an die Elbe, der Liebe wegen. Ihr Lebenspartner ist Eiko Potthast, Coach der SBB Basket Wolmirstedt, die derzeit den zweiten Platz in der Regionalliga belegen.

Alle wollen über Saison hinaus bleiben

Der Aufstieg in die Regionalliga, die Zweite und zudem die Oststaffel, ist inzwischen auch das erklärte Ziel der Magdeburgerinnen. Die Damen haben bereits am 22. Januar im Pokalspiel gegen Halle Lions II Bekanntschaft gemacht mit dem Niveau in dieser Klasse, als sie mit 58:60 nur knapp unterlagen. „Da wollen wir hin“, betont die 1,75 Meter große Rössel. „Die Resonanz im Team ist groß, alle wollen über die Saison hinaus bleiben, alle haben Lust auf die 2. Regionalliga.“

Und wenn das „offensiv geprägte, aber defensiv noch ausbaufähige“ Team, wie Rössel das Profil der Magdeburgerinnen beschreibt, so punktet wie in den ersten vier Saisonspielen, sollte der Weg kein schwerer sein. Auch nicht nach dem allenfalls kleinen Dämpfer.