Magdeburg l Markus Schönhoff klingt weder übernächtigt, noch versagt seine Stimme von den vielen Freudengesängen, als er gestern ans Telefon geht. Trotzdem hätten die Spieler des 1. BC Magdeburg am Sonntag den Gewinn der Deutschen Meisterschaft tüchtig gefeiert, erzählt er. „Wir saßen gemütlich beisammen, rund 25 Personen waren dabei. Und soweit ich weiß, sind auch mehrere Flaschen Sekt bestellt worden“, sagt Schönhoff und lacht. Aus dem Erfolgs-Quartett waren neben ihm noch Michael Puse und Dion Nelin dabei. Einzig Dick Jaspers musste direkt nach dem Titelgewinn abreisen, da er direkt im Anschluss in den Niederlanden spielte.

Die vier Spieler haben Historisches vollbracht, hat es doch noch nie eine ostdeutsche Mannschaft geschafft, die Bundesliga zu gewinnen. „Die Freude ist nicht nur deshalb sehr groß. Im Endeffekt war es keine einfache Saison, und wie in jeder Sportart holt man sich den Meistertitel nicht einfach so per Ansage ab“, berichtet Schönhoff. Rückschläge waren vor allem ein Dezember-Wochenende, an dem die Magdeburger ohne ihre Aushängeschilder Nelin und Jaspers zuhause gegen die Mannschaften aus Stuttgart und München antreten mussten.

Rückschläge verkraftet

„Wir haben zweimal verloren und sind prompt auf Rang drei abgerutscht“, erinnert sich Schönhoff. Und dann gab es noch das Auswärtsspiel in Witten, das eine hauchdünne 3:5-Niederlage bereithielt. Zuletzt sorgte die kuriose Auswärtsfahrt nach Süddeutschland, auf der mehrere Queues verloren gingen, für Schlagzeilen. „Man sieht also, dass wir mehrere Rückschläge wegstecken mussten“, stellt Schönhoff klar.

Dass die Meisterschaft letztlich im Fernduell mit dem BC Stuttgart entschieden wurde, war zudem eine besonders brenzlige Situation. „Es war unheimlich spannend. Bekannte, die bei den Stuttgarter Spielen vor Ort waren, haben uns über Facebook auf dem Laufenden gehalten. Nach jeder Runde haben wir die Resultate erfahren, waren also ganz gut informiert“, erzählt er. Und da die Stuttgarter zweimal Remis spielten, die Magdeburger dagegen zwei Siege einfuhren, reichte es für den Sprung nach ganz oben.

Freude auf die Sommerpause

„Jetzt freue ich mich richtig auf die Sommerpause“, sagt Schönhoff. Er und Michael Puse haben nun bis August spielfrei, nehmen aber an mehreren Turnieren teil. Jaspers und Nelin sind dagegen international im Einsatz. „Sie sind eben Profis und leben davon“, sagt Schönhoff, „ich dagegen betreibe Billard ja mehr als Hobby und kann und muss daher nicht jeden Tag trainieren.