Magdeburg l Nicht grundlos wurden der Burger BC 08 und der SV Arminia Magdeburg vor dem Saisonstart der Landesklasse 2 von ihren Kontrahenten als Top-Kandidaten auserkoren. Ihren Status als Staffelfavoriten wurden beide in der Anfangsphase der Saison vollkommen gerecht, so dass das morgige Duell im Parkstadion nicht nur das Aufeinandertreffen der Top-Favoriten ist, sondern auch das Gipfeltreffen. Der noch unbesiegte Zweitplatzierte gastiert beim bisher noch mit perfekter Punkteausbeute verbliebenen Tabellenführer.

Burger BC ist Favorit

„Das wird ein richtiges Spitzenspiel“, meint Arminia-Coach Thomas Tietz. Zwar reist der 41-Jährige mit seinen Arminen ins Jerichower Land, um dort Punkte mitzunehmen, doch weiß er um die Schwere dieser Aufgabe. „Mit Blick auf die Aufstellung liegt ein kleiner Vorteil bei Burg. Das ist eine qualitativ hochwertige und komplett eingespielte Truppe, in der in den bisherigen Spielen kaum rotiert werden musste. Bei uns ist aktuell leider das Gegenteil der Fall, so dass wir von Woche zu Woche fast konstant immer auf vier bis fünf Positionen wechseln müssen. Da ist es natürlich ein Vorteil, eingespielt zu sein.“

Auch morgen muss der Coach auf einige Akteure verzichten. So fehlt mit Kapitän Matti Hanso eine der defensiven Stützen gegen den so gefährlichen Angriff des BBC. 27  Tore in sechs Spielen sind ein klares Indiz für die Offensivgefahr des mit Verbands- und Oberliga-Erfahrung gespickten Absteigers. Mit Marcel Probst kommt zudem einer über die Außen, der für den 1.  FC Magdeburg – wenngleich in anderer Position – reichlich Erfahrung in der Regionalliga sammelte.

Folglich bestimmt sich die morgige Marschroute fast von alleine: „Natürlich steht zunächst die Defensive im Fokus“, denn, „viele Räume dürfen wir Burg nicht lassen.“

Berlin schießt keine Elfmeter mehr

In der Offensive kommt es derweil darauf an, die eigenen Chancen auch zu nutzen. Denn genau das taten die Arminen zuletzt nicht immer, was sie Punkte kostete.

So ließen die Buckauer im bisherigen Saisonverlauf bereits drei Elfmeter auf der Strecke. Zuletzt verschoss Lukas Magnus am Sonnabend beim knappen 2:1-Erfolg im Stadtpokal gegen den HSV Medizin. Zuvor scheiterte Torjäger David Berlin beim Heimsieg über Niederndodeleben sowie beim 1:1 im letzten Ligaspiel gegen Gerwisch. „Es kann nicht sein, dass wir so viele Elfer verhauen“, bemängelt Tietz und hat entsprechend eine Änderung vorgenommen. „Wir haben jetzt wieder eine klare Hierarchie bei den Elfmetern eingeführt. Es wird nicht mehr der schießen, der zuerst am Ball ist“, erklärt er. „Ein David Berlin zum Beispiel hat ganz andere Qualitäten als Elfmeter.“

Sollte Schiedsrichter Thomas Görges morgen auf den Punkt zeigen, so wäre Ralf Gasch der Erste in der Schützenliste. Wenn wieder komplett fit, gehören auch Dustin Lenz und Simon Weiß wieder zu den Kadidaten vom Elfmeterpunkt.

Wenngleich die Arminen, die zuletzt auch aufgrund der hohen Fluktuation etwas schwächelten, morgen wieder mit einem ausgedünnten Kader zum Top-Spiel fahren, glauben sie an ihre Chance. „Ich will uns gar nicht kleinreden. Wir haben eine gute Truppe und wissen um unsere Qualitäten. Wir werden uns vor Burg keinesfalls verstecken“, sagt Tietz. Und sollte im Gipfeltreffen ein Zähler herausspringen, so wäre der Trainer zufrieden: „Ich weiß genau, dass meine Jungs Bock haben, Burg ein Bein zu stellen. Genau das sind die Spiele, in denen man noch ein paar Prozentpunkte mehr herauskitzeln kann.“

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