Magdeburg l Mit dem Ball am Fuß kann David Berlin aktuell machen, was er will. Diesen Eindruck erweckte er am Sonnabend beim 4:1-Erfolg seines SV Arminia über den TSV Niederndodeleben. Vor allem mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0. Einmal kurz vorgelegt, schweißte der Angreifer das Spielgerät vom linken Strafraumeck am langen Pfosten genau unter die Latte.

Nach dem Spiel musste der Torschütze vom Dienst selbst grinsen. „Das war ein schöner Schuss. Den kann man mal so treffen“, meinte er lachend. „Für einen Stürmer, noch dazu einen Rechtsfuß, war das aber auch verlockend und dankbar, wenn das lange Eck so angeboten wird.“ Doch er wusste natürlich auch: „Triffst du ihn minimal falsch, fliegt der 20 Meter über den Fangzaun. Triffst du ihn aber genau richtig, dann fliegt er – wie diesmal – eben in den Winkel. Da gehört immer etwas Glück dazu.“

Traumstart für Tietz-Elf

Glück hatte „Berliner“ aber schon vor seinem Sonntagsschuss am Sonnabend. Er brachte seine Arminen im Duell mit dem bis dato ebenfalls verlustpunktfreien Aufsteiger nämlich bereits in der zehnten Minute in Front. „Das war der erhoffte Traumstart“, freute sich sein Trainer Thomas Tietz.

Doch anstatt mit der Führung im Rücken sicherer aufzutreten, schlichen sich in der Folge immer wieder kleine Fehler ins Aufbauspiel der Buckauer ein. „Wir haben viel zu früh das Spiel eröffnet und sind damit zu viel Risiko gegangen, obwohl das mit unserer Führung gar nicht nötig war. Gefühlt haben wir so zehn Konter eingeleitet, weil wir völlig ohne Not ins Risiko-Kurzpassspiel gegangen sind“, merkte der Coach kritisch an. „Wir haben das in der Pause klar angesprochen und mehr Souveränität eingefordert.“

Berlin verschießt Elfer

Dieser Aufforderung kam seine Mannschaft im zweiten Durchgang dann auch nach. Nachdem Berlin mit seinem Traumtor elf Minuten nach dem Seitenwechsel auf 2:0 gestellt hatte, sorgte auch der postwendende Anschluss von Stefan Kauczor nicht für Unruhe. Auch, weil Lukas Brauer – wiederum im direkten Gegenzug – wieder den alten Vorsprung herstellte.

In der Folge boten die Arminen genau das von Tietz im Vorfeld eingeforderte clevere Geduldsspiel und warteten, bis sich die Lücken ergaben. So geschehen in der 76. Minute, als eine Flanke von Philip Posselt nur mit der Hand abgewehrt werden konnte. Selbstverständlich schnappte sich der vor Selbstvertrauen strotzende und stark aufspielende David Berlin die Kugel. „Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich den kläglich vergeben habe. Ich war mir ziemlich sicher, dass der Keeper in die andere Ecke fliegt und habe ihn deswegen nur ganz lässig geschoben“, kommentierte der Angreifer seinen verschossenen Elfer. „Aber Gott sei dank habe ich hellwache Mitspieler, die den Ball dann im Nachgang reinhauen.“

Siegesserie soll anhalten

So konnte er im Nachhinein über die Szene schmunzeln, weil der kurz zuvor eingewechselte Ahmed Hossam Ibrahim Mostafa zum 4:1 abstaubte. „Es war in der Szene ganz wichtig, dass er den noch reinhaut. Damit war das Spiel entschieden. Ein gehaltener Elfmeter beim Stand vom 3:1 hätte das Momentum nochmal kippen lassen können“, sagte Berlin.

So aber brachten die Buckauer ihren vierten Sieg im vierten Spiel sicher über die Runden. Und doch: Ein Fingerzeig war der verschossene Elfer sehr wohl, weil er zeigte, dass auch im Siegesrausch nicht alles von allein klappt. „Wir müssen konzentriert bei der Sache bleiben und weiterarbeiten“, denn „die Siegesserie soll am besten bis zum letzten Spieltag bestehen bleiben“, meinten Torjäger und Trainer unisono.

Statistik zum Spiel

Arminia: Klebe – Schneider, Fritzsche (82. Karg), Magnus, Wunder, Posselt, Ibrahim, Gasch, Brauer (60. Weiß), Berlin, Fritzsche (71. Mostafa)

Zuschauer: 53. Tore: 1:0 Berlin (8.), 2:0 Berlin (56.), 2:1 Kauczor (57.), 3:1 Brauer (58.), 4:1 Mostafa (73.). Besondere Vorkommnisse: Berlin (Arminia) scheitert mit Handelfmeter an Torwart Schermer (73.).