Magdeburg l Nur zuschauen können derzeit Martin Liebold und Patrick Appel vom Fußball-Landesligisten MSC 1899 Preussen. Im Verfolgerduell mit dem FC Einheit Wernigerode verloren sich die beiden Routiniers des Gastgebers am Sonnabend unter den wenigen Zuschauern im Heinrich-Germer-Stadion.

Beim 0:0 zur Halbzeit war noch alles offen. Nach dem 2:0 nach knapp einer Stunde Spielzeit hofften auch die beiden Preussen-Urgesteine auf den ersten Dreier im neuen Jahr. Zwei späte Gegentore sorgten dann für den ernüchternden 2:2-Endstand. Eigentlich wollten beide zu Beginn der Restrückrunde bei der Aufholjagd Richtung Staffelsieg mithelfen, doch verhindern Verletzungen das Vorhaben.

Silvester war schmerzhaft

An den Jahreswechsel erinnert sich Torjäger Martin Liebold äußerst ungern. Ausgerechnet am vorletzten Tag des alten Jahres erwischte es den Preussen-Angreifer bei einem Jux-Turnier im altmärkischen Gardelegen. „Wir treffen uns da jährlich kurz vor Silvester zu einem Hallenturnier mit ehemaligen Mitspielern und Kumpels. Auch Sven Körner (früherer Preussen-Spieler und zuletzt Trainer des Oberligisten Lok Stendal/d. R.) war dabei. Ich verdrehte mir im Spiel ohne gegnerische Einwirkung das rechte Knie“, erinnert sich Liebold.

Dabei hatte das alte Jahr so viele schöne Höhepunkte gebracht, unter anderem drei Treffer an der legendären Torwand im ZDF-Sportstudio, wohin der Goalgetter aufgrund seines Supertores in Heyrothsberge eingeladen war. Doch den Jahreswechsel verlebte der Pechvogel mit schmerzverzerrtem Gesicht auf der heimischen Couch.

Liebold eigentlich "unverletzbar"

„Eigentlich bin ich unverletzbar, hatte noch nie eine ernsthafte Blessur. Doch als mein Knie immer dicker wurde, ging ich Anfang Januar zum Facharzt. Danach nahm sich unsere Physiotherapeutin Melanie Vogelhuber der Verletzung an. Ich trainierte individuell, stieg zwei Wochen vor dem Punktspielstart wieder in das Mannschaftstraining ein und war eigentlich ganz zuversichtlich“, erinnert sich der 34-Jährige.

Doch das Training auf dem Kunstrasenplatz an der Bodestraße bekam dem Knie des „Unverletzbaren“ nicht gut. Plötzlich waren die Schmerzen wieder da. „Jetzt warte ich auf einen MRT-Termin, um eine genaue Diagnose zu erhalten und danach die richtige Therapie festlegen zu können“, hofft Liebold auf einen guten Ausgang seiner mittlerweile elfwöchigen Verletzungspause.

Einen Stimmungsaufheller gab es aber für den Offensivspieler, der mittlerweile mit Unterbrechungen das siebte Jahr für die Preussen auf Torjagd geht, dennoch. Am Mittwoch vergangener Woche wurde Töchterchen Frieda geboren.

Tritt im Test beim HSC

Mannschaftskollege Patrick Appel ist schon länger Vater, hatte am Sonnabend seinen Sohn mit zum Spiel. Der 35-jährige Verteidiger verletzte sich ausgerechnet im Testspiel der Preussen bei seinem Ex-Verein Haldensleber SC. „Da habe ich einen Tritt ans linke Knie bekommen. Diagnostiziert wurden eine Innenbanddehnung und ein Knochenödem“, so Appel, der schon zwei Tage nach dem Spiel einen MRT-Termin in Gommern hatte. Dabei hat Dr. Mike Erdmann festgestellt, dass die Bänder lädiert sind und sich Wasser im Knie angesammelt hat.

„Wir behandeln das jetzt seit fünf Wochen konventionell. Ich laufe viel und mache Stabilisationsübungen“, sagt Patrick Appel, der bereits vorbelastet ist.

„Ich hatte früher schon Probleme mit dem linken Knie und auch mit dem Meniskus. Nächste Woche will ich aber ins Mannschaftstraining einsteigen“, so der frühere Mannschaftkapitän der Preussen, der den Verbandsliga-Zwangsabstieg und die Rückkehr zumindest in die Landesliga hautnah miterlebte.