Magdeburg l Als Matthias Dieterichs am Sonnabend (8. Juni) in der 89. Minute des Spiels seines VfB Ottersleben gegen Staßfurt (Endstand 1:1) Platz für Fabian Jahns machte, verdrückte er schon heimlich eine Träne. Der 33-Jährige wusste im Moment seiner Auswechslung natürlich: Das war nach zwölf Jahren im VfB-Dress sein letztes Spiel für den Landesligisten.

Gern hätte er noch einmal getroffen

Zu gern hätte Dieterichs in seinem 252. Spiel für die Ottersleber noch einmal getroffen, sein 131. Tor markiert. Für die Mannschaft, um die drohende Relegation sicher zu vermeiden. Und für sich selbst, hatte er sich doch zuletzt aus einer langwierigen Verletzung zurückgekämpft.

„Ich habe die letzte Woche noch einmal intensiv trainiert, auch in der Physiotherapie und zu Hause etwas gemacht“, erklärte der Torjäger, der mit gemischten Gefühlen in sein Abschiedsspiel ging: „Am Anfang war es Vorfreude auf die kommende Zeit mit meiner Familie. Aber wenn man dann vor der endgültigen Entscheidung steht, ist es schon hart, nach zwölf Jahren ade zu sagen und die Schuhe an den Nagel zu hängen.“

Ganze Familie war da

Nachdem er sich als Erstes noch auf dem Platz von Gästekeeper Tobias Witte verabschiedet hatte, mit dem er einst gemeinsam als Kind in Egeln begonnen hatte, führte der Weg durch das Spielerspalier zu Gattin Julia und den Kindern Mats (5) und Fritzi (1).

Der Stürmer hat beim VfB einiges erlebt, seit er 2007 von Germania Egeln zum Landesligaabsteiger an den Schwarzen Weg kam. Mit Rolf Döbbelin, Burkhard Knobbe, Frank Windelband, Michael Steffen, André Hoof, Mario Katte und zuletzt Oliver Malchau hatte er sieben Trainer. „Ich kenne noch das alte Vereinsheim vor dem Sturm. Das war auch eine schöne Zeit. Jede Epoche hatte ihre schönen Seiten, Höhen und Tiefen. Ich bin jetzt wirklich erleichtert, dass es vorbei ist“, blickte Dieterichs zurück.

Künftig im Kleinfeld-Team

Der Mann mit der Trikotnummer 23 bleibt dem VfB erhalten, will mit seinem Schwager Lars Behrens in der VfB-Kleinfeldmannschaft und der FCM-Traditionsmannschaft kicken.

Sein Entschluss, aufzuhören, sei endgültig, betonte Dieterichs: „Meine Frau arbeitet in drei Schichten als Krankenschwester, Oma und Opa müssen fast jedes Wochenende ran. Ich mache das auch meiner Familie zu Liebe.“ Zum Glück arbeitet Dieterichs seit Februar nicht mehr in Wolfsburg als Lehrer, sondern an der IGS Willy Brandt in Magdeburg.

Dankbar zeigte sich der Stürmer, dass er von schweren Verletzungen weitgehend verschont blieb. „Nur die Rückserie war jetzt etwas holprig, da ich einige gesundheitliche Probleme hatte. Darum bin ich wirklich dankbar und ein bisschen ehrfürchtig, dass ich gesund aus der Sache raus- gehe.“