Magdeburg l Wenn jemand den Fortunen vor dem Verbandsliga-Spiel am Sonnabend gegen den Oberliga-Absteiger Blau-Weiß Zorbau ein Remis angeboten hätte, vielleicht wären sie einverstanden gewesen. Vielleicht wären sie sogar glücklich gewesen. Doch nach diesem 2:2 (1:0) am Sonnabend sah man gegen 15:45 Uhr auf und neben dem Platz nur bedrückte Gesichter bei den Magdeburgern und deren Anhang. Dieses 2:2 fühlte sich nicht wie ein Punktgewinn an, eher wie eine Niederlage.

Ausgleich in Nachspielzeit

Für die kollektive Depression war Zorbaus Sascha Rode verantwortlich. In der Nachspielzeit (90.+1) hatte er mit einem Kopfball den durchaus schmeichelhaften Ausgleich erzielt. Zwei Punkte gingen der Fortuna in diesem Moment verloren. Immer wieder in der Nachspielzeit. Vier Gegentore hat sich das Team in dieser Saison bereits in den Zusatzminuten gefangen, sechs Punkte damit verspielt (siehe Kasten).

Mit zwei Toren in Front

Trainer Dirk Hannemann haderte entsprechend mit dem Ausgang der Partie. „Meine Mannschaft hat ein gutes Spiel gemacht“, sagte er, „nur hatten wir eben wieder das gewisse Spielglück nicht auf unserer Seite.“

Dabei begann das Spiel hervorragend. Bereits nach drei Minuten ging der Gastgeber nach einem Kopfball von Patrick Kemter nach einer Ecke mit 1:0 in Front. Sehenswert erhöhte Matthias Deumelandt nach 65 Minuten auf 2:0. Doch Zorbau kehrte noch einmal zurück, erzielte erst mit einem von John Winkler verwandelten Foul-Strafstoß (77. Minute) das 1:2 und dann in Nachspielzeit den Ausgleich.

Viele Chancen verpasst

Was Dirk Hannemann jedoch am meisten ärgerte: Sein Team hätte zur Pause viel höher als 1:0 führen können, ja müssen. Patrick Kemter (2.,  5.), Philipp Glage (21., 25.) und Benedikt Megel (22.) ließen hundertprozentige Chancen liegen. „Wir haben es in der ersten Halbzeit versäumt, das Spiel für uns zu entscheiden“, sagte Hannemann.

Das ging auch nach dem Seitenwechsel weiter. Zunächst scheiterte Deumelandt freistehend an Zorbaus Torwart Dominic Heine, der zum besten Mann bei den Gästen avancierte. Auch wenn der Mittelfeldspieler später zum 2:0 traf, ab der 75. Minute übernahm mehr und mehr Zorbau die Initiative, setzte nicht mehr nur auf Konter.

Die Neustädter mussten ihrem hohen Aufwand Tribut zollen. Konzentrationsschwächen brachten schließlich Zorbau noch zwei Tore und einen Punkt. „Ärgerlich ist vor allem, wie wir die Gegentore bekommen. Den Elfer kann man geben, da müssen wir aber vorher klären“, analysierte Hannemann. „Und das zweite Tor bereiten wir ja aus einem eigenen Einwurf vor. Das darf eigentlich nicht passieren.“

Team in einem Lernprozess

Ähnlich sah es auch Fortunas Mannschaftskapitän Nils Kauffmann: „Das war schade, da wir wenig zugelassen haben und klare Chancenvorteile hatten.“ Doch der defensive Mittelfeldspieler gab auch zu bedenken: „Unsere junge Mannschaft macht einen Lernprozess durch, wird daran wachsen.“