Magdeburg l Als Dirk Hannemann und Matthias Härtl das letzte Mal in einem Pflichtspiel aufeinandertrafen, da hieß die Begegnung auch schon Fortuna Magdeburg gegen Askania Bernburg. Hannemann hatte in der damaligen Serie 2012/13 André Hoof als Trainer beerbt, Härtl hatte sich längst einen Namen als Stürmer in Sachsen-Anhalt gemacht.

Beim diesjährigen Saisonauftakt in der Fußball-Verbandsliga markierte er gegen Arnstedt (1:3) bereits seinen 172. Treffer in der höchsten Spielklasse des Landes. Aber dabei ist es am Mittwochabend auch geblieben, obwohl der 38-Jährige bei Standards oft gesucht und gefunden wurde. Tore erzielten trotzdem nur die Fortunen bei ihrem 3:0 (0:0)-Erfolg im ersten Heimspiel der neuen Serie, das Abteilungsleiter Thomas Knobbe so resümierte: „Aufgrund der Steigerung in der zweiten Halbzeit war es ein auch in dieser Höhe verdienter Sieg für uns.“

Nayef-Brüder in der Startelf

Der ruhende Ball sollte also die Gäste am Schöppensteg zum Erfolg führen. Zwangsläufig. Denn in dieser munteren Begegnung schafften es die jungen Platzherren, die Wege und den Spielaufbau der Bernburger immer wieder erfolgreich zu stören. Gestört hat diese auch der 20-jährige Hussein Nayef, den Coach Hannemann im Vergleich zum 1:0-Auftaktsieg in Dölau ebenso neu in die Partie gebracht hatte wie den 18-jährigen Mohammad Nayef und Alexander Wichmann.

Dafür mussten die Fortunen auf den flitternden Bastian Benkel und den urlaubenden Charlie Schüler verzichten. Philipp Glage kam später von der Arbeit und in der zweiten Halbzeit für Wichmann in die Partie. Und mit der Kraft der Nayef-Brüder und dem Instinkt des 31-jährigen Glage hatte Coach Hannemann einen echten Glücksgriff gelandet.

Zurück zum ruhenden Ball und den Ecken der Bernburger: Drei dergleichen in Serie schlugen die Ex-FCMler Leo Hinrichsmeyer und Maximilian Gerwien in den Fortunen- Strafraum, dreimal fanden sie Härtl, aber dieser das Tor nicht. Und das alles bis zur elften Minuten. Die Gastgeber warteten derweil auf ihre Möglichkeit zum Konter. Daraus wiederum ergab sich die größte Chance vor der Pause. Als Patrick Kemter nämlich aus Nahdistanz das Leder gegen die Latte drosch und das Gros der 153 Zuschauer den ersten Torschrei unterdrücken musste.

Glage setzt den Schlusspunkt

Nach dem Wechsel aber schlug die Stunde der Nayefs. Erst jene von Hussein in der 53. Minute, der nach Vorarbeit von Glage aus 14 Metern traf. Dann jene von Mohammad in der 65. Minute, der mit einer Bogenlampe aus 35 Metern Bernburgs Keeper Hannes Kreß überraschte. Dem 18-Jährigen flutschte der Ball durch die Hände ins Tor. Fortuna hatte noch weitere Chancen, ob durch Hannes Weidemeier oder durch Marvin Windelband. Und während die Gastgeber als Mannschaft auftraten, brachte Bernburg seine individuelle Klasse nicht auf dem Platz zusammen. Glage war es deshalb, der im Nachsetzen am schnellsten reagierte und in der zweiten Minute der Nachspielzeit den Endstand besorgte – und das 109. Tor in seiner Verbandsliga-Laufbahn erzielte.

Aber einen allein aus diesem Sieg herauszuheben, das ist nicht die Art von Dirk Hannemann: „Es ist völlig egal, wen ich einsetze, jeder in dieser Mannschaft zerreißt sich“, lobte der 50-Jährige. „Wir haben heute Moral, Herz und Leidenschaft gezeigt. Ich bin mit der Leistung völlig zufrieden.“

Das war Matthias Härtl sicher nicht. Von ihm war nicht mehr viel zu sehen.