Magdeburg l Ein kleines Privileg genossen die Fußballerinen des Magdeburger FFC, als sie am 31. Oktober unter strengen Hygieneauflagen und nach zwei negativen Corona-Testreihen noch ihr DFB-Pokalspiel gegen den Bundesligisten Turbine Potsdam austragen durften. Unmittelbar danach hat der neuerliche Amateursport-Lockdown auch die MFFC-Damen kalt erwischt.

Fleißig auch abseits des Fußballs

Der Spielbetrieb der drittklassigen Regionalliga ist seither ebenso eingestampft wie die gemeinsamen Trainingseinheiten. Individuell hält sich die Mannschaft von Trainer Michael Böhm und Assistentin Melanie Vogelhuber fit. Und Böhm attestiert zufrieden: „Die Mädchen sind sehr fleißig.“

Die Aussage gilt nicht nur für den individuellen Trainingsaufwand, sondern auch abseits der sportlichen Aktivitäten. Für die Weihnachtszeit haben es sich die MFFC-Mädels nämlich zum Ziel gesetzt, den Social-Media-Auftritt zu füttern. Dies realisieren sie dieser Tage mit einem digitalen Weihnachtskalender, der zugleich dabei hilft, die Spielerinnen besser kennenzulernen.

Kennenlernen im Kalender

„Da Fußball ja leider ausfällt und wir auf Social Media etwas aktiver sein wollten, kam die Idee, dass wir einen Adventskalender machen könnten“, erzählt Lena Neumann, die ebenso wie Zwillingsschwester Annika der Arbeitsgruppe angehört. „Dann haben wir uns überlegt, wie dieser denn aussehen könnte und sind zum Entschluss gekommen, dass wir für jede Spielerin ein Türchen machen“, so Neumann weiter.

Dahinter verstecken sich dann einige Informationen. „Jede Spielerin stellt mit einem Bild ihren Lieblingsort in ihrer Heimatstadt vor und beschreibt, welche Tradition sie zur Weihnachtszeit pflegt, wie sie Heiligabend verbringt und was es zu essen gibt“, erklärt Lena Neumann.

Community soll rätseln

Schwester Annika ergänzt: „Damit wir die Community ein bisschen mit einbinden können, haben wir das in einer Rätselform gemacht.“ So gibt es jeden Abend auf Instagram und Facebook bereits das Bild des Lieblingsortes der nachfolgenden Spielerin verbunden mit der Frage, wer sich wohl hinter dem nächsten Türchen versteckt.

Organisiert wird das Projekt einzig und allein aus der Mannschaft heraus. „Es hat sich eine kleine Gruppe gefunden, die sich dafür verantwortlich zeigt“, erzählt Lena Neumann. Schließlich ist der digitale Weihnachtskalender auch mit einem ordentlichen Aufwand und guter Koordination verbunden. „Wir sammeln die Texte und Bilder von den Mädels ein, bearbeiten sie, erstellen das tägliche Kalender-Deckblatt und laden die Beiträge dann hoch“, beschreibt Lena Neumann die Verwertungskette pro Social-Media-Beitrag.

Trainer Böhm ist mächtig stolz

An deren Organisation sind neben den Zwillingsschwestern auch Tabea Alsleben, Leonie Grünwald, Antonia Schulz und Manuela Knothe beteiligt. Der wohl freudigste Beobachter der eigens organisierten Teamarbeit ist Trainer Michael Böhm. „Ich bin sehr stolz, dass unsere Mädels ein so tolles Projekt alleine auf die Beine gestellt haben“, so der 35-Jährige.

Neben den täglich geöffneten Türchen sind auch zwei Specials eingeplant. Am Nikolaustag haben die MFFC-Mädels bereits mit einem Videobeitrag nachgewiesen, dass sie das Fußballspielen trotz der nun schon länger andauernden Pause keinesfalls verlernt haben. „Zu Weihnachten kommt nochmal ein Special“, verrät Lena Neumann, „was genau, bleibt aber noch geheim. Es soll ja eine Überraschung werden.“

Weitere Projekte sollen folgen

Wie der Trainer anmerkt, könnten solche Projekte zukünftig häufiger auf den Social-Media-Kanälen des MFFC zu finden sein. „Für die Zukunft haben wir dahingehend auch noch einige Ideen, die wir umsetzen wollen“, berichtet Böhm.

Zunächst aber läuft in den kommenden zwei Wochen bis Weihnachten noch der Adventskalender. „Mit Teamwork haben wir da für die User hoffentlich etwas Nettes geschaffen“, meint Lena Neumann. Besucher auf der Instagram- oder Facebook-Seite des Magdeburger FFC dürften dem wohl uneingeschränkt zustimmen.