Magdeburg (su) l Groß nach Feiern war den Spielern des MSC Preussen am Sonnabend nicht. Zu sehr steckte ihnen dieses Spitzenspiel der Fußball-Landesliga in den Knochen. Zu ermüdend war dieses 3:3 (0:2) des Spitzenreiters auf tiefem Boden beim Tabellenzweiten SSV Gardeglegen. „Wir waren danach körperlich ganz schön fertig“, berichtete Tom Kupke. „Da war kaum einem zum Feiern zumute.“

So blieb es am Abend in Magdeburg beim Abendessen im kleinen Kreis mit den Freundinnen, berichtete Kupke, den Preussen-Trainer Torsten Marks zuvor zum „Mann des Tages“ gekürt hatte.

Führung nach Zweitore-Rückstand

Das Spitzenspiel begann für den Spitzenreiter MSC Preussen nämlich alles andere als gut. Der Gastgeber war durch Simon Bache (10. Minute) und Florian Scheinert (23.) in der ersten Hälfte mit 2:0 in Führung gegangen. Doch mit großem Kampfgeist und eben jenem Tom Kupke – der Verteidiger wirbelte im Angfriff der Preussen herum – drehten die Magdeburger das Spiel. Tore von Tom Saager (57.), Steve Röhl (65.) und Kupke (80.) brachten eine 3:2-Führung. Allerdings reichte diese nicht zum Sieg. Denn erneut Bache traf noch zum 3:3 (82.).

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Kupke: Tor und Platzverweis

Ein weiterer Wermutstropfen: Kupke sah in der 86. Minute nach einem unglücklichen Zweikampf Gelb-Rot. Doch dem positiven Resümee des Trainers tat das keinen Abbruch. „Das Remis geht in Ordnung“, befand Preussen-Coach Torsten Marks nach der Begegnung vor 242 Zuschauern. Es war die zweithöchste Saisonkulisse dieser Spielklasse.

MSC: vermeidbare Gegentreffer

„Gerade bei den ersten beiden Gegentoren haben wir vermeidbare Fehler gemacht“, analysierte der Trainer. In die gleiche Kerbe schlug auch Kupke. „Das erste Tor kann passieren, aber der zweite Treffer war absolut vermeidbar.“

So musste sich das Team wieder fangen, hatte im weiteren Verlauf bis zur Pause auch mehr Ballbesitz, konnte aber kein Kapital, sprich Tore, daraus schlagen.

Mit Beginn der zweiten Hälfte beorderte Marks Verteidiger Kupke in die Angriffsspitze. „Ich sollte vorn die Bälle festmachen und verteilen. Da hat mich dann auch der Ehrgeiz gepackt. Schon in der ersten Hälfte bin ich viel gelaufen. Aber da vorn, bin ich bis an die Leistungsgrenze gegangen.“ Und als die Preussen in der Kabine dann die Ergebnisse der anderen Spiele erfuhren, unter anderem der Niederlage des Verfolgers MSV Börde, da „fühlte sich dieses 3:3 wie ein Sieg an“, meinte Kupke.

Trainer lobt Fair Play

So war es ein Spitzenspiel ohne sportlichen Sieger. Und doch machte Torsten Marks irgendwie einen Gewinner aus: den Sport als solchen. „Sowohl in Ilsenburg als auch jetzt in Gardelegen haben sich beide Mannschaften auf dem Platz nichts geschenkt. Da ging es mannhaft hart, aber fair, zur Sache“, meinte der Coach, der in Gardelegen nicht eine unfaire Szene zu bemängeln hatte. Und: „Wie in beiden Spielen die Mannschaften nach dem Spiel miteinander umgegangen sind, wie sie sich abgeklatscht haben, war einfach toll anzusehen. Dass wir sowohl in Ilsenburg als auch in Gardelegen selbst von den gegnerischen Fans ob der Leistung und des Ergebnisses beglückwunscht wurden, ist aller Ehren wert. Das ist wahrer Sportsgeist und erwähnenswert.“