Magdeburg l Bis in die dritte Minute der Nachspielzeit durften die Preussen vom elften Saisonsieg träumen. Dann riss sie Christoph Braitmaier mit dem Treffer zum 2:2-Endstand aus allen Träumen. Damit verbleiben die beiden ambitionierten Vereine auf den Rängen drei und vier, wobei die Harzer noch zwei Spiele nachzuholen haben.

Preussen-Coach Michael Böhm musste mit den verletzten Martin Liebold und Patrick Appel, dazu den privat verhinderten Steven Ebeling, Daniel Sommermeyer und Tobias Tietz auf gleich fünf Stammspieler verzichten. Steve Röhl, am Vorabend aus dem Thailand-Urlaub zurückgekehrt, nahm vorerst auf der Bank Platz. Dafür erlebte Winterneuzugang Matthias Mai (22), der Student spielte bis vor zwei Jahren für den SV Triangel im niedersächsischen Landkreis Gifhorn, seine Punktspiel-Premiere.

Zur Pause steht es 0:0

In der torlosen ersten Halbzeit verpassten es die Hausherren, mit Unterstützung des böigen Windes vorzulegen. Linksaußen Patrice Goudou hatte die erste Möglichkeit. Den Hinweis von Coach Böhm: „Los, auch mal von 16 Metern schießen”, überhörten dessen Schützlinge. Da auch die Gäste keine Bäume ausrissen, blieb es zur Pause beim 0:0. „Mit dem Wind im Rücken werden die Wernigeröder in der zweiten Hälfte sicherlich aufdrehen“, vermute der frühere Preussen-Coach Alexander Daul.

Doch waren es die Preussen, die in der Anfangsviertelstunde der zweiten Halbzeit zweimal jubeln durften. Zunächst verwandelte Florian Dethlefsen einen Foulstrafstoß _ Marvin Windelband wurde umgerissen, obwohl der Ball gar nicht in der Nähe war _ zum 1:0 (47. Minute). Dann setzte Daniel Zoll einen Freistoß gekonnt an der Mauer vorbei zum 2:0 ins Netz (58.).

Marcus Preuss hatte das 3:0 auf dem Fuß, als er einen Querpass des inzwischen eingewechselten Röhl aufnahm, doch rettete ein Wernigeröder für den bereits geschlagenen Keeper Robert Schmidt auf der Torlinie (76.).

Wernigerode dreht auf

So kam, was kommen musste, die Harzer gaben sich nicht geschlagen, stürmten in der Schlussphase mit Mann und Maus. Die Hausherren dagegen verloren in den letzten Minuten zusehends die Ordnung und den Zugriff.

Rettete Rico Willner noch gedankenschnell gegen Danny Wersing, musste er sich beim Elfmeter von Nick Schmidt geschlagen geben, nachdem zuvor Zoll Gästespieler Tino Semmer gefoult hatte _ 2:1 (85.). Doch es sollte aus Preussen-Sicht noch schlimmer kommen. Praktisch mit dem Schlusspfiff staubte Braitmaier zum 2:2-Endstand ab, als er einen Pfostenabpraller aus Nahdistanz über die Linie drückte (90.+3).

„Das ist ärgerlich und bitter. Hätten wir das 3:0 gemacht, wäre der Deckel drauf gewesen. Zum Schluss kommen wir hinten nicht mehr raus, fehlten die Ordnung und Struktur. Dennoch, unser Matchplan ging fast auf“, befand Preussen-Coach Böhm nach dem Abpfiff des guten Referees Hannes Westphal aus Tangermünde.

 

MSC Preussen: Willner - Dolch (82. Fylypchuk), Mai, Kupke, Bimenyimana, Preuss, Zoll, Knöfler, Windelband, Dethlefsen (65. Röhl), Goudou (90. Riedel)