Magdeburg l Wer einen Blick auf die Torschützenliste des Landesklasse-Vertreters BSV 79 wirft, der erkennt schnell, wie wichtig die beiden Routiniers in der Offensive sind. Christian Karg und Bogdan Dragos Miriuta sind mit je sieben Toren für knappe zwei Drittel der 23 BSV-Saisontreffer verantwortlich.

Dass Karg in dieser Kategorie Team-Führender ist und das auch noch beim BSV 79, hätte sich der 35-Jährige, der am Sonnabend einen Doppelpack zum 4:2 gegen Gerwisch beisteuerte, früher nicht vorstellen können. Weder war er für seine Torjäger-Qualitäten bekannt, noch mochte er den BSV. „Ich war von der D-Jugend an beim Polizeisportverein. Da wurde einem früh eingebläut, dass der PSV der einzig wahre Verein in Ostelbien ist“, erklärt er seine einstige Abneigung gegen die 79er. „Die direkten Duelle waren früher immer sehr rassig und hitzig. Da hatten sicherlich auch einige vom BSV nicht das beste Bild von mir.“

Stamm- und Führungsspieler nach Wechsel

Unvorstellbar für heutige Verhältnisse. Denn beim letztjährigen Landesklasse-Aufsteiger wurde der Routinier nach seinem Wechsel im Sommer 2018 schnell zum Stamm- und Führungsspieler. „Er ist für uns eine Riesenverstärkung gewesen, weil er sowohl fußballerisch und menschlich das gesamte Paket mitbringt“, freut sich Trainer Stephan Behrens.

Und auch Karg selbst ist zufrieden: „Ich habe den Wechsel nicht einen Tag bereut. Ich wurde beim BSV sensationell aufgenommen.“ Doch schimmerte nicht nur das grüne Trikot zunächst ungewohnt, auch das Toreschießen nahm in Kargs Laufbahn beim PSV, dem FC Zukunft und Aufbau/Empor Ost lange nur eine untergeordnete Rolle ein.

Notgedrungen plötzlich Stürmer

Vor einem Jahr eher notgedrungen in die Stürmerposition gerutscht, beweist der in der Jugend gelernte Verteidiger seither ungeahnte Knipser-Qualitäten für die Cracauer. Elf Tore steuerte er in den letzten 14 Spielen der Vorsaison bei und auch in diesem Jahr kommt er mit sieben Treffern in zehn Spielen wieder auf eine beachtliche Torquote. „Dass wir Kargi dann offensiver aufgestellt haben, war für uns ein echter Glücksgriff. Wir brauchen einfach Leute, die regelmäßig treffen und das macht er seit einem Jahr verdammt gut“, lobt sein Coach.

Mittlerweile hat sich Karg auch mit der neuen Position angefreundet: „Früher wollte ich viel lieber auf der Außenbahn spielen. Aber mit dem Alter kam die Einsicht, dass es eigentlich egal ist, wo ich aufgestellt werde. Hauptsache ich helfe der Mannschaft weiter.“

So kam der inzwischen zum Aushilfskapitän gestiegene Karg in seiner noch jungen Zeit beim BSV schon zwischen Abwehrreihe und Sturmspitze zum Einsatz. „Diese Vielseitigkeit ist eine Qualität, die wir sehr an ihm schätzen“, sagt Behrens. „Noch wichtiger ist aber seine Ruhe, die er gerade den jüngeren Spielern in brenzligen Situationen vermittelt.“

Kapitän im Spiel gegen Gerwisch

So auch zuletzt gegen Gerwisch, als er den BSV mit der Kapitänsbinde am Arm zunächst früh in der sechsten Minute in Führung brachte und schließlich in der Schlussminute den Sack zum 4:2-Endstand zumachte. „Das war ein verdienter Sieg, auch wenn wir es mit den vielen verpassten Chancen wieder unnötig spannend gemacht haben“, erzählte Karg.