Magdeburg l Welch eine Reputation das Matthias-Pape-Gedächtnisturnier deutschlandweit genießt, zeigt ein einfacher Blick auf die Teilnehmer. Hertha BSC, Schalke 04, TSG 1899 Hoffenheim, VfL Wolfsburg, Borussia Dortmund – allesamt stehen sie für gute Nachwuchsarbeit, allesamt gehörten sie mit ihren U-15-Vertretungen in den letzten Jahren zu den Stammgästen an der Elbe. Und allesamt hätten sie sich am 9. und 10. Januar 2021 auch bei der inzwischen 20. Auflage wieder sehen sollen. Doch fällt die Jubiläumsausgabe vorerst der Corona-Pandemie zum Opfer.

Entscheidung der Vernunft

„Trotz intensiver Bemühungen und dem Wunsch der Durchführung des Turniers haben am Ende die logischen Fakten und unser Verantwortungsbewusstsein die Entscheidung getragen“, erklärt Organisator Lutz Pape die Absage. Diese begründet er anhand einiger Zahlen: „An einem solchen Wochenende würden wir 250 Spieler und Trainer aus Deutschland, England, Tschechien, Holland und Dänemarkbegrüßen. Dazu kommen circa 6000 Zuschauer und knapp 100 Helfer und Dienstleister.“ Zahlen, die zwar zeigen, welch einen Stellenwert das Turnier genießt, die die Austragung während einer Pandemie aber zugleich unmöglich machen.

So kamen die Verantwortlichen bereits vor einigen Wochen in einer Präsidiumssitzung zum Entschluss, die 20. Auflage um ein Jahr zu verschieben. „Wir haben uns diese Entscheidung alles andere als leicht gemacht, schließlich steckt von unserer Seite eine Menge Herzblut in diesem Turnier. In der aktuellen Situation wäre eine solche Veranstaltung aber nicht nur unrealistisch, sondern auch unverantwortlich“, so Pape.

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FCM-Junioren waren schon sensibilisiert

Insbesondere tut die Absage dem Organisator wegen der Aktiven leid: „Es schmerzt, weil die Jungs aus der U 15 sich bereits darauf gefreut hatten.“ Daniel Petzold, der mit den C-Junioren des FCM bei der 19. Auflage Geschichte geschrieben hatte, indem die Gastgeber erstmals bis ins Endspiel marschiert waren, weiß das zu bestätigen. „Ich glaube, jeder Fußballer in dem Alter würde sich freuen, bei so einem hochklassigen Hallenturnier dabei sein zu dürfen. Darum ist der Pape-Cup das ganze Jahr über präsent“, erzählt Petzold. Folglich schwer war es, seiner Mannschaft die Absage beizubringen. „Wir hatten aber schon frühzeitig angefangen, die Jungs dahingehend zu sensibilisieren“, erzählt der Coach, „darum war es weniger überraschend und enttäuschend.“

Im Gegenteil: Petzold vermutet in der Absage sogar einen kleinen Motivationsschub, der die aktuelle Tabellenführung seines Teams in der C-Junioren-Regionalliga begünstigt. „Während der ältere Jahrgang beim Pape-Cup und den NOFV-Hallenmasters für Furore sorgen konnte, bleibt uns in dieser Spielzeit nur die Liga. Die Jungs haben die Situation angenommen und eine Jetzt-erst-recht-Mentalität entwickelt.“

Klangvolle Namen zu Gast an der Elbe

Mit dem Ausfall der 20. Auflage fehlt den FCM-Junioren nicht nur ein spannender Vergleich mit den gleichaltrigen Talenten vieler Bundesligisten, sondern auch eine Bühne, sich selbst überregional zu präsentieren. Schließlich konnte in der langen Historie des Hallenturniers schon so mancher künftige Star auf sich aufmerksam machen. So finden sich in der Liste der individuellen Preisträger so klangvolle Namen wie Toni Kroos, Marc-André ter Stegen, Julian Draxler und nicht zuletzt vor zwei Jahren erst Florian Wirtz, der inzwischen als 17-Jähriger auf der europäischen Bühne wirbelt. Nicht umsonst betitelt sich der Pape-Cup also als „Die Arena der Helden von morgen“.

Pape ist ein gespannter Beobachter

„Es ist immer wieder spannend, die Wege der Jungs zu verfolgen, die hier in Magdeburg aufgelaufen sind“, erzählt Organisator Pape und ergänzt: „Ich freue mich für jeden Jungen, der den großen Durchbruch schafft.“

Und wenngleich die 20. Ausgabe vorerst nicht stattfinden kann, versichert Pape: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“ Die namhaften Vereine haben sich jedenfalls für 2022 schon wieder angemeldet, schließlich hat der Pape-Cup längst einen festen Platz im Kalender des hochklassigen deutschen Nachwuchsfußballs.