Magdeburg l Niklas Danowski dürfte heute Abend besonders locker aufspielen. Schließlich hatte er in dieser Woche schon einen Grund, sich richtig zu freuen. „Ich habe meine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement abgeschlossen. Darüber bin ich sehr froh. Denn neben dem Handball war es mir immer wichtig, auch einen Berufsabschluss zu haben. Denn man weiß nie, was im Sport passiert“, erklärt der 21-Jährige vor dem wichtigen Spiel gegen Hannover-Burgwedel in der Hermann-Gieseler-Halle (19 Uhr).

Beruf und Handball unter einen Hut

Um seinen Beruf und den Handball unter einen Hut zu bekommen, sind die Tage für den Kreisläufer ziemlich lang. Von 7 bis 16 Uhr arbeitet er beim Fußballverband Sachsen-Anhalt in der Buchhaltung. Danowski: „Da ich am Vormittag nicht trainieren kann, mache ich dreimal in der Woche nachmittags immer noch ein paar individuelle Einheiten. Und am Abend trainiere ich dann mit der Mannschaft.“

Um im letzten Sommer mit den Youngsters ins Trainingslager nach Kienbaum fahren zu können, nahm der gebürtige Magdeburger sogar fünf Tage Urlaub. Danowski: „Für die Termine im Handball kommt mir mein Arbeitgeber sehr entgegen. Da möchte ich an dieser Stelle auch einmal Danke sagen.“

Realistische Zukunftsplanung

Obwohl der 1,92 Meter große Spieler auch schon in der Bundesliga und im EHF-Cup bei den Profis auf die Platte durfte, bleibt er bei seiner Zukunftsplanung realistisch. Danowski: „Ich möchte es irgendwann in die 2. Bundesliga schaffen. Aber das lass ich alles auf mich zukommen. Wichtig ist erst einmal, dass wir mit den Youngsters die 3. Liga halten. Denn im Tabellenkeller ist es diese Saison besonders eng.“

Dass die Kollegen sich demnächst in der Kabine auf einige Getränke freuen können, ist natürlich auch klar. Danowski mit einem zufriedenen Lächeln: „Da werde ich mir schon etwas einfallen lassen. Ich weiß nur noch nicht, wann und wie.“ Heute sollen aber erst einmal zwei Punkte für eine Kabinenparty sorgen. Danowski: „Angesichts unserer Tabellenkonstellation ist ganz klar, dass wir dieses Spiel unbedingt gewinnen müssen. Aber der Gegner ist wirklich besser als deren momentaner Tabellenplatz.“ Was vor allem an Marius Kastening liegt. Der frühere Youngsters-Spieler und Bruder von Nationalspieler Timo Kastening ist im zentralen Rückraum Ideengeber und auch wichtiger Torschütze seiner Mannschaft. Letzte Woche behielt er gegen Hamburg Barmbek 40 Sekunden vor Schluss die Nerven am Siebenmeterpunkt und sorgte für den Siegtreffer zum 23:22. Danowski: „Auf ihn müssen wir am meisten aufpassen.“

Team will cool bleiben

Und im Gegensatz zur vergangenen Woche am Ende cool bleiben. Da haben die Youngsters nämlich gegen den TSV Hannover in den letzten drei Minuten einen Vier-Tore-Vorsprung verspielt und mussten sich am Ende mit einem 30:30 begnügen. Danowski will das aber nicht auf die Unerfahrenheit seiner Mannschaft zurückführen. „Für mich ist es schon das fünfte Jahr in der 3. Liga. Auch andere Spieler sind schon lange genug dabei. Deshalb würde ich sagen, dass wir uns in einigen Spielen eher unclever verhalten haben.“ Was heute nicht passieren soll.