Magdeburg l Das hat es lange nicht mehr bei Spielen der SCM-Zweiten in der altehrwürdigen Hermann-Gieseler-Halle gegeben, dass die Zuschauer bereits Minuten vor der Schlusssirene zu standing Ovations ansetzen. In einer dramatischen Schlussphase setzten sich die Gastgeber nicht unverdient durch, sicherten sich gegen die trotz des Fehlens von Lukas Ossenkopp und Stefan Schröder favorisierten Hansestädter den knappen Sieg. Spätestens nach dem 31:30 im Nachwurf durch Andre Czech und der folgenden Auszeit des SCM nach 59:16 gespielten Minuten war die Überraschung perfekt.

Der Däne Nichlas Hald Christensen, bei seiner Heimpremiere mit sechs Treffern einer der Sieggaranten, sagte anschließend: „Ich freue mich und bin sehr stolz auf diesen Sieg und meine sechs Tore. Das war eine super Stimmung in der Halle.” Der 19-Jährige kam in der kurzen Winterpause auf Veranlassung von Trainer Felix Eckert, der den Rückraumspieler auch schon einmal in Schwerin vorspielen ließ, aus Arhus zum SCM.

Bis zum 6:6 gingen die Gastgeber stets in Führung, glich der HSV postwendend aus. Als Jan Hübner zum 8:6 traf, Alexander Saul anschließend zum 9:6, war die Drei-Tore-Führung perfekt (14. Minute). Da hatten die Magdeburger dank Florian Link auch ein Torhüter-Plus. Doch noch vor der Halbzeitpause kamen die Gäste durch den wurfgewaltigen Finn Wullenweber zur ersten Führung - 14:15 (25.). Jener Wullenweber sah mit dem Pausenzeichen Rot, als er einen direkten Freiwurf in das Gesicht von „Mister 100 Prozent”, Justus Kluge, feuerte.

Czech brachte die Gastgeber nach Wiederbeginn zwar mit 18:17 in Führung, doch dann drehten die Hamburger die Partie, lagen mit dem 29:26 durch Jan Torben Ehlers erstmal mit drei Toren vorn (53.), auch weil Kreisspieler Niklas Weller, mit sieben Toren bester Hamburger, nur schwer zu halten war. Aber der inzwischen das Youngsters-Tor hütende Max Mohs steigerte sich, vernagelte die Kiste zusehends. Selbst beim 27:30 glaubten die SCM-Youngsters an ihre Chance. Alexander Saul erklärte das so: „Wir hatten das Training etwas umgestellt, arbeiteten in der Spielpause viel an unserer Athletik. Das zahlte sich in der engen Schlussphase aus.”

Den jungen Magdeburgern kam auch die erneut doppelte Unterzahl der Gäste entgegen, als sie zum 30:30 ausgleichen konnten (57.). Nach beiderseitigen technischen Fehlern markierte Czech dann den 31:30-Siegtreffer.

„Das war super. Wie wir den Rückstand aufgeholt haben, spricht für unsere Moral. Am Ende hatten wir auch das nötige Glück”, freute sich Eckert über den fünften Saisonsieg.

 

SC Magdeburg II: Link, Mohs - Czech 4, Saul 7/1, Friedrich 1, Wiebe 3, Hübner 4, Kluge 6, Christensen 6, Richter, Baumgart, Schulze, Filippov, Rastner