Magdeburg l Harry Jahns ist ein umtriebiger Trainer und hat vor drei Jahren aus Gründen der Sichtung ein „Jugend-trainiert-für-Olympia“-Turnier für Schulmannschaften besucht. Und war beeindruckt. „Ich habe sie gesehen und gleich mitgenommen“, sagte der Trainer der Handballerinnen vom HSV Magdeburg lächelnd. Gesehen hat er damals Samantha Bambynek, eine Torfrau, eine reaktionsschnelle außerdem. Und so agierte sie auch am vergangenen Samstagabend im Heimspiel der Sachsen-Anhalt-Liga gegen den Post SV, das die HSV-Mädchen mit 29:21 (14:9) für sich entschieden.

Wenn der Coach nun also Spielerinnen des Spiels hervorheben soll, dann gehört Samantha Bambynek ganz sicher dazu. Denn mit 17 Paraden hat die 16-Jährige den Gästen nur allzu oft den Nerv gezogen. Dann sind es natürlich die neun und acht Treffer von Emma Jahns, der Enkelin des Trainers, und von Lucie Müller. „Beide hatten eine sehr gute Quote“, bekräftigte Jahns. Und beide trugen deshalb eine gewisse „Mitschuld“ an der ominösen Anfangsphase.

Martin Schwerthfeger hatte es seinen Post-Mädchen schon vor dem Anwurf erklärt: „Wir gehen als Außenseiter in dieses Spiel.“ Aber dass die Rollen in der ersten Viertelstunde derart deutlich verteilt werden würden, damit hatte wohl auch der Coach nicht gerechnet. Nach elf Minuten hieß es nämlich 6:0, nach 17 Minuten bereits 11:1. „Damit war schon eine kleine Vorentscheidung gefallen, auch wenn sich in unserem Sport immer wieder leichte Fehler einschleichen“, sagte Jahns. Oder wenn eben eine Lara Falkenberg nach einem harten Foul die Rote Karte sieht (13:4/25.). „Die Entscheidung geht in Ordnung“, berichtete der HSV-Trainer.

Post nutzte all diese Momente, um bis zum Halbzeitpfiff auf fünf Tore zu verkürzen (14:9), weshalb Schwerthfeger feststellte: „Die Pause kam denkbar ungünstig.“

Comeback

Sie kam zumindest günstig genug, um bis zur 36. Minute den Abstand auf vier Tore zu reduzieren, als Cindy Degen zum 17:13 traf. Degen war zugleich bei ihrem Comeback nach langer verletzungsbedingter Pause mit sechs Toren die beste Post-Schützin. Aber Jahns erklärte: „Wir waren über das gesamte Spiel hinweg die bestimmende Mannschaft.“ Das zeigte der HSV wieder bis zum 23:15 (47.), dann wurde der Vorsprung souverän in die Schlusssirene gebracht.

Was Jahns besonders gefallen hat? „Wir haben in der Abwehr sehr gut gearbeitet“, resümierte er. Nicht nur die jungen Damen, denn viele im Team sind erst 16 oder 17 Jahre jung. Sondern auch die ältere Generation wie Kathrin Sill-Beust, die mit 40 Jahren im Mittelblock der 6-0-Abwehr die Lücken schloss. Die „Mutter“ der Mannschaft sozusagen.

Am Ende der Saison will Jahns mit seinen Mädchen auf einem der ersten vier Plätze stehen. Momentan ist der HSV Dritter mit vier Minuspunkten, wie sie auch Tabellenführer TSV Niederndodeleben II auf dem Konto hat. Und wenn es letztlich gar zur Meisterschaft reicht und der Aufstieg in die Mitteldeutsche Oberliga möglich ist, was dann?

Diesen Gedanken weist der Coach noch von sich. Zumal: „Für die junge Mannschaft wäre die Oberliga derzeit noch zu stark. Dazu müssten die Mädchen noch ein paar Jahre älter werden.“ Aber Jahns ist sich ebenso sicher: „Diese Mannschaft hat eine große Perspektive.“