Magdeburg l Während sich auch die Youngsters des SCM zu Hause fit halten müssen, fiel hinter den Kulissen eine richtungsweisende Entscheidung. Mit Stephan Just ist ein neuer Trainer gefunden. Der 40-Jährige unterschrieb einen Zweijahresvertrag und tritt somit die Nachfolge von Vanja Radic an, der die B-Jugend übernimmt.

"Apollo" spielte schon beim SCM

Für die SCM-Verantwortlichen war es wichtig, dass der neue Trainer Stallgeruch mitbringt. Letztlich fiel die Wahl von Jugendkoordinator Yves Grafenhorst auf Just, der von 2003 bis 2005 das grün-rote Trikot trug. „Ich habe mit Yves vor einigen Jahren zusammen die A-Lizenz gemacht. So hatten wir auch danach immer mal Kontakt. Irgendwann rief er mich an und sagte mir, dass die Stelle neu besetzt werden soll. Dann haben wir uns ausgetauscht und hatten ähnliche Vorstellungen“, erzählt Just, der in Handballkreisen auch unter dem Spitznamen „Apollo“ bekannt ist. Just: „Das hat aber nichts mit der Raumfähre, noch mit dem Boxfilm und auch nicht mit der griechischen Mythologie zu tun. Mein Vater wurde so genannt und ich war deshalb immer Apollo Junior, bis Junior mal wegfiel.“

Erfahrungen im Nachwuchs

Als Trainer war der frühere Kreisläufer und zentrale Rückraumspieler zuletzt bei der TSG Altenhagen-Heepen, einem Oberligisten aus Bielefeld. Zuvor coachte er den Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen, war dort so wie in Minden auch schon im Nachwuchsbereich tätig. Minden war auch die längste Station seiner Spielerkarriere. Just: „Dort habe ich fünf Jahre lang von 2005 bis 2010 gespielt.“ Eisenach, Schwerin, Lübbecke und Friesenheim waren die weiteren Stationen in seiner Karriere.

448 Bundesligaspiele

Unterm Strich hat er 448 Spiele und 1864 Tore auf seinem Bundesliga-Konto. Just: „Wie man an dieser Liste sieht, war der SCM die einzige Station, wo ich in einem Team mit vielen Top-Leuten um Titel mitspielen durfte. Da hatte man in jedem Spiel den Druck, gewinnen zu müssen. An die Champions-League-Spiele gegen Barcelona und das bittere Aus im Halbfinale gegen Flensburg aufgrund der Auswärtstorregel kann ich mich heute noch gut erinnern. Auch wenn das damals nur anderthalb Jahre waren, hat mir diese Zeit unheimlich viel für meine Entwicklung als Handballer gegeben.“

Entwicklung soll auch das oberste Motto seiner Arbeit als Youngsters-Trainer sein. Just: „Wir wollen natürlich auch als Mannschaft erfolgreich sein. Aber die primäre Aufgabe ist es, die vielen Talente weiterzuentwickeln und ihnen zu helfen, ihre Ziele als Handballer zu erreichen. Wenn man mal durch die Bundesliga schaut und sieht, wie viele Spieler aus dem SCM-Nachwuchs stammen, ist das beeindruckend.“

In Minden und beim SCM gelernt

Um sich selbst als Trainer zu entwickeln, nutzte Just seine Mindener Spielervergangenheit, um im vergangenen Jahr bei GWD-Coach Frank Carstens zu hospitieren. „Ich bin da wie so ein stiller Co-Trainer komplett mitgelaufen. Das war sehr lehrreich. Denn der professionelle Handball-Alltag ist noch einmal etwas ganz anderes. Und man sammelt da Erfahrungen, die in keinem Lehrbuch stehen. Auch beim SCM durfte ich bei Bennet Wiegert mal ein paar Tage hospitieren“, verrät Just, der bei den letzten zwei Heimspielen der Youngsters gegen Hildesheim und Dessau in der Hermann-Gieseler-Halle live dabei war.

Lob für SCM-Talente

Über das Internetportal Sportlounge hat er sich auch weitere Spiele seiner künftigen Jungs angeschaut. Just: „Die sind handballerisch alle richtig gut ausgebildet. Da muss ich niemandem das Abc beibringen. Und ich werde auch als Trainer nicht alles vorgeben, sondern die Spieler so oft es geht in Entscheidungen mit einbeziehen. Nur so lernen sie es, auch selbst Lösungen zu entwickeln.“