Magdeburg l Es sind noch sieben Spiele bis zum Saisonende in der Sachsen-Anhalt-Liga, es sind für den HSV Magdeburg noch sieben Chancen, Punkte für den Klassenerhalt in der Sachsen-Anhalt-Liga zu sammeln. Allzu viele Zähler waren es in dieser Serie bislang nicht, sechs an der Zahl. Zuletzt musste sich die Mannschaft von Trainer Harry Jahns gegen den Primus HV Rot-Weiss Staßfurt geschlagen geben (26:35). Dennoch herrscht Zuversicht bei den Magdeburgern im Kampf gegen den Abstieg: nicht zuletzt aufgrund der personellen Lage.

Nach dem Rückzug der Zweiten des Dessau-Roßlauer HV gibt es im Regelfall nur noch einen weiteren Absteiger. Das wäre aktuell Lok Schönebeck mit 5:31 Punkten. Davor steht der HSV Magdeburg (6:28) auf Rang 12, hat aber ein Spiel weniger absolviert. Auch die HSG Wolfen (10:26) und der Glinder HV Eintracht (12:24) sind noch nicht ganz im sicheren Hafen.

Mehr personelle Möglichkeiten

Am Sonnabend gastiert der HSV in Schönebeck, empfängt am 28. März Wolfen und muss eine Woche darauf nach Glinde. „Wir wissen schon, wo wir noch ein paar Punkte sammeln können“, gibt sich Trainerfuchs Harry Jahns gewohnt optimistisch, verfügt er doch in der Rückrunde über einige personelle Möglichkeiten mehr.

Zwar wird Rückraumshooter Maximilian Wasielewski nur noch in zwei, drei Spielen zur Verfügung stehen, weil er derzeit seine Ausbildung zum Fitnesskaufmann in München absolviert. Dafür stießen aber Keeper Andreas Stange und „Wasielewski-Ersatz“ Sascha Timplan im Winter zum HSV.

SCM bildete Stange aus

Stange, inzwischen 39, wurde beim SCM ausgebildet. „Andreas hat die letzten drei Jahre gar nichts mehr im Handball gemacht, hat nach seinem Umzug nach Magdeburg wieder Zeit und Lust. In der ersten Halbserie haben wir mit nur einem Torhüter gespielt. Jetzt kann Matthias Wiesner auch mal wieder Luft holen“, ist Jahns über den Zugang auf der Torhüterposition glücklich, getreu dem Motto „Geteiles Leid ist halbes Leid.“

Rückraumspieler Sascha Timplan (26) spielte einst im Nachwuchs beim BSV 93, später unter anderem in Glinde und Köthen. Zuletzt ging er für die HF Helmstedt-Büddenstedt auf Torjagd. „Nachdem Sascha beruflich nach Magdeburg wechselte, meldete er sich kürzlich von selbst bei uns“, so Jahns über seinen jüngsten Neuzugang, der aber auch erst wieder Spielpraxis sammeln und sich im Team eingewöhnen muss.

HSV muss sich verjüngen

Nach wie vor steht für den HSV das Problem einer fälligen Verjüngung. „Wir brauchen schon noch ein paar Jahre, ehe die nächste Generation da ist. Aber natürlich brauchen wir schon eher einige junge Spieler, die uns demnächst helfen“, erinnert sich Jahns an die einstigen A-Jugend-Spieler Sascha und Maximilian Zimonczyk, die im Jugendalter vom BSV 93 zum HSV kamen. „Spätestens in zwei Jahren wird der HSV wieder eine A-Jugend haben. Dann haben wir alle Altersklassen besetzt“, so Jahns.

Dem mittlerweile 68-jährigen, früheren SCM-Spieler und -trainer bereitet der Handball noch immer Freude, neben den HSV-Männern trainiert er aktuell auch die HSV-Frauen. „Es ist ja nicht so, dass es nur im Hochleistungssport Spaß macht, auch auf dieser Ebene macht der Handball Spaß, wenn man sieht, mit welchem Engagement die Jungs nach der Arbeit im Training rangehen.“

Jahns hat Auge für Talente

Gut möglich, dass Harry Jahns noch das eine oder andere vereinseigene Talent in die erste Männermannschaft des HSV führt, so wie es ihm einst mit seinem Sohn Michael (43) beim SCM gelang.