Magdeburg l So richtig traute Youngsters-Coach Vanja Radic dem Braten noch nicht. Er schaute auf seinem Smartphone auf die Ergebnisse der Mitkonkurrenten in der unteren Tabellenhälfte. Doch mit dem 29:23 (15:9) am Samstagabend gegen Schlusslicht DHK Flensborg sollten die Magdeburger den Klassenerhalt endgültig unter Dach und Fach haben.

Vier Partien vor dem Saisonende stehen die Elbestädter fünf Punkte über dem Strich, haben über ein positives Torverhältnis – so dürfte die SCM-Zweite auch in der kommenden Saison in der 3. Liga spielen.

Blutjunge Startformation

SCM-Trainer Radic überraschte gegen die mit zahlreichen Dänen antretenden Gäste mit einer blutjungen Startformation, brachte zunächst Justin Kurch auf der Kreismitte, weil Niklas Danowski Rückenprobleme hatte. Lukas Diedrich hütete die gesamten 60 Minuten das Tor. Kapitän Max Neuhaus wurde aufgrund seiner Knieprobleme geschont, kam nur zu einem Siebenmeter aufs Parkett der Gieselerhalle.

Diedrich mit "hundert Händen"

Dennoch hatten die Gastgeber das Spiel schnell im Griff, übernahmen nach dem 6:5 von Kurch endgültig die Führung (12. Minute), die sie kontinuierlich ausbauten. So besorgte Richard Lößner, der nach mehrmonatiger Pause sein Comeback gab, noch vor der Pause mit dem 14:7 die erste Sieben-Tore-Führung. Bis dahin hatte Keeper Diedrich den Nordlichtern schon mehrfach den Zahn gezogen, kam am Ende auf 19 gehaltene Bälle. Dafür adelte Radic den 18-Jährigen mit dem Titel „Mann der hundert Hände“.

Feiern konnte der Tausendsassa diese Auszeichnung nicht, saß er doch gemeinsam mit Oskar Schöll, dem sein erstes Männer-Tor gelang, Kay Winter, dem treffsicheren Yannick Danneberg, Max Neuhaus und dem ebenfalls geschonten Alexander Reimann am nächsten Morgen schon um 7 Uhr im Bus Richtung Flensburg zum vorentscheidenden A-Jugend-Spiel. Da kam die Zeitumstellung noch zusätzlich ungelegen.

Radic ungehalten

Obwohl seine Schützlinge zur Pause mit sechs Treffern führten, wurde Radic nach drei Gegentoren von Alexander von Eitzen in Folge zum 18:14 in der Auszeit ziemlich laut und ungehalten. „Wir haben geführt, aber man hat gesehen, die Jungs sind zwar dabei, aber nicht mehr zu hundert Prozent. Da haben wir zu viele technische Fehler hintereinander gemacht“, begründete der Coach seine Aktion.

Die zeigte Wirkung. Die Youngsters zogen wieder an. Hannes Bransche traf Mitte der zweiten Halbzeit zum zwischenzeitlichen 24:16. Das beeindruckte die körperlich agierenden Gäste so sehr, dass sie sogar in Überzahl – der gute Keeper Jasper Basenau wurde für einen siebten Feldspieler geopfert – in Zeitnot gerieten, ihr Angriff wegen Zeitspiels abgepfiffen wurde.

Trainer am Ende wieder zufrieden

„Vulkan“ Radic zeigte sich nach Spielschluss auch wieder zufrieden: „Ich konnte am Ende schön durchwechseln. Das haben die Jungs super gemacht.“

SCM II: Diedrich - Hack 3, Bransche 3, Kurch 7, Baumgart 1, Y. Danneberg 7, Kluge 2, Danowski 2, Winter, Lößner 2, Schöll 1, Neuhaus 1/1