Magdeburg l Youngsters-Trainer Vanja Radic erlebt gerade zwei völlig unterschiedliche Gefühlswelten. Zum einen sind da seine Schützlinge Yannick Danneberg und Oskar Schöll, die sich beide am Sonntag in der Partie gegen TuS Vinnhorst verletzt haben. „Die 30:37-Niederlage hat meine Mannschaft ganz gut weggesteckt. Betroffen gemacht hat uns aber, dass zwei Spieler verletzt vom Feld mussten“, sagt Radic. Danneberg und Schöll sind kurz hintereinander umgeknickt. „Es geht mittlerweile beiden besser. Aber hinter ihrem Einsatz steht ein großes Fragezeichen.“

Schöll wieder verletzt

Ob sie also heute Abend um 20 Uhr gegen die Jungrecken der TSV Hannover-Burgdorf auflaufen können, ist ungewiss. Gerade für Schöll, der erst in der vergangenen Saison eine lange Leidenszeit aufgrund eines Bizepssehnen-Anrisses in der Schulter durchmachen musste, wäre ein erneuter, längerer Ausfall bitter. „Klar ist das für ihn eine ungute Situation. Aber für Oskar ist es wichtiger, dass seine Schulter hält“, meint Radic.

Die besorgte Miene des Trainers hellt sich dann aber auf, wenn er über Neuzugang Vincent Kroll spricht. In seinem ersten Saisonspiel für die Youngsters markierte der drei Treffer. Und die Entwicklung zeigt nach oben. „Vincent hatte etwas Schwierigkeiten, als er hier angekommen ist. Er musste sich erst einmal an den Leistungssport gewöhnen“, erzählt der Trainer. Außerdem zog sich Kroll gleich im Trainingslager im August eine Schulterverletzung zu. „Das war zwar nichts Schlimmeres, hat ihn aber trotzdem für drei Wochen ausgebremst.“ Mittlerweile habe sich der 19 Jahre alte Rückraummittespieler aber gut eingefunden. „Das sieht alles sehr gut aus. Ich denke, in dieser Woche hat er seine beste Trainingswoche absolviert, seitdem er hier ist“, lobt Radic.

Unberechenbarer Gegner

Für die Partie gegen Burgdorf II wäre es nun von Vorteil, wenn Kroll die guten Leistungen auch aufs Feld bringt. Denn allein die Tabelle der Nordost-Staffel der 3. Liga zu betrachten, trügt. Da liegen die Jungrecken auf Rang 14, während die Youngsters sich im Mittelfeld auf Rang sieben platziert haben.

Jungrecken sind eine Wundertüte

„Die Saison ist gerade erst gestartet, da verrät einem die Platzierung noch nicht, wer Favorit ist oder nicht“, betont Radic. Für ihn ist Burgdorf insofern ein unbequemer Gegner, da die Mannschaft eine wahre Wundertüte sei. „Ich weiß ja nicht, wer überhaupt aufläuft. Manchmal spielen die Youngsters, manchmal die A-Jugend, weil die Reserve im Bundesliga- kader gebraucht wird.“

Zurzeit sieht es eher nach letzterer Konstellation aus. Denn zum Profikader in Hannover zählen mittlerweile sage und schreibe sieben Spieler aus dem Nachwuchs-Team, die dort auch regelmäßig Einsatzzeiten bekommen und für Furore sorgen.

Unterschätzen sollte man den Gastgeber aber selbst dann nicht. Zuletzt punktete Burgdorf  II nämlich überraschend bei der zweiten Mannschaft der Füchse Berlin. „Meine Jungs haben gesehen, dass sie auch in dieser Konstellation erfolgreich sein können“, sagte Trainer Heidmar Felixson danach und meinte damit eben: ohne die Spieler, die regelmäßig zu den Profis aufrücken.

Für Radic ist die Aufstellung des Gegners letztlich aber zweitrangig. „Wir haben unser Spielkonzept, das wir umsetzen wollen. Vor allem geht es darum, die individuellen Stärken des Gegners in den Griff zu bekommen“, sagt er, „dann wird das ein spannendes Spiel.“