Von Roland Schulz

Magdeburg l Torsten Marks brauchte ein wenig Zeit für die Einordnung. Kurz nach dem Abpfiff der Partie, nach diesem 2:2 seines MSC Preussen beim SV Irxleben informierte sich der MSC-Trainer über den Ausgang der anderen Landesliga-Partien. Und doch „wollte nach dem Spiel keine Freude ob der Situation an der Tabellenspitze aufkommen“, erzählte Marks. Erst am Tag danach „machte ein Blick auf die Tabelle den Umgang mit unserem Spiel und dem Ergebnis ein bisschen erträglicher“, meinte der Übungsleiter.

Trainer Marks enttäuscht

Es war ja in der Tat eine kuriose Situation. Der Landesliga-Spitzenreiter hatte beim Kellerkind in Irxleben eine Überraschung erlebt, hatte trotz einer 2:0-Pausenführung durch Treffer von Steve Röhl (33. Minute, 37.) am Ende nur 2:2 gespielt. Domenic Yannick Deutscher (57.) und Simon Schwenke (65.) erzielten für den abstiegsbedrohten Gastgeber noch den Ausgleich. „Wenn man 2:0 zur Pause führt“, fasste Marks enttäuscht zusammen, „dann sollte man das Spiel auch gewinnen.“

Doch kurios genug: Der MSC baute mit dem Ergebnis seine Tabellenführung sogar noch aus. Der Zweitplatzierte Gardelegen verlor, der Dritte Staßfurt und der Vierte Schönebeck spielten ebenfalls remis (siehe Kasten „Lage der Liga“). Einzig Lokalkonkurrent MSV Börde konnte einen Sieg feiern.

Ärger über zweite Halbzeit

Torsten Marks konnte das aber kaum trösten. „Wir haben in der zweiten Hälfte nicht mehr annähernd das gezeigt, was uns noch im ersten Durchgang ausgezeichnet hat. Wir haben weniger gekämpft, sind weniger gelaufen. So haben wir unserem sportlichen Gegner wieder die Hand zum Aufstehen gereicht – und der hat sie dankend angenommen.“

Schwierige Verhältnisse

Marks wusste, was sein Team in Irxleben erwarten würde. Ein schwieriger Platz – „das ist ein Geläuf, das eher einer Pferdekoppel als einem Fußballplatz gleicht. Auf diesem Platz ist kein Fußballspielen möglich.“ Und so gab er die taktische Marschroute raus, mit langen Bällen schnell das Mittelfeld zu überbrücken und den Abschluss zu suchen.

Das gelang den Preussen auch, da die Mannschaft in den ersten 45 Minuten „Kampf- und Laufbereitschaft demonstrierte und auf dieser Holperwiese verdient in Führung gegangen ist“, so Marks. Beide Male traf Torjäger Röhl nach Standards.

In der Pause appellierte der Trainer an seine Mannschaft, mit genau dieser Einstellung auch in die zweite Hälfte zu gehen. „Doch da war kaum noch etwas von unserem guten Spiel aus der ersten Halbzeit zu sehen“, meinte der enttäuschte Marks. So fand Irxleben zurück ins Spiel. „Aufgrund der Leistungen beider Mannschaften in der zweiten Hälfte geht das Ergebnis letztlich sogar in Ordnung“, lautete das Fazit von Marks.

Schiedsrichter im Mittelpunkt

Einen Pluspunkt sammelten übrigens nicht nur diebeiden Teams, sondern auch Schiedsrichter Hannes Westphal. Als ihm ein heimischer Zuschauer kurz vor Schluss zurief, er sei blind und sollte das Spiel endlich beenden, reagierte der Unparteiische mit einem sympathischen Lächeln und der Frage an den Zuschauer, ob dieser nicht die Partie beenden möchte? Ein zustimmendes Schmunzeln aller umstehenden Zuschauer begleiteten diese Szene.