Magdeburg l Manchmal sagt es schon sehr viel über ein Fußballspiel aus, wenn sich die beiden Trainer in ihrer Analyse vollkommen einig sind. „Hut ab vor meiner Truppe“, urteilte TuS-Trainer Werner Schneider. „Auch wenn wir verloren haben, kann ich meinen Jungs nur zu einem tollen Spiel gratulieren.“ Und Preussen-Coach Torsten Marks meinte: „TuS hat uns alles abverlangt. Der Sieg war ein verdammt hartes Stück Arbeit. Darum auch ein großes Lob an den Gegner.“

Gut möglich, dass sich Marks zu Gast beim Aufsteiger einen ruhigeren Nachmittag erhofft hatte. 4:1 hatte sein MSC Preussen gewonnen. Aber den Vorwurf, wie ein Aufsteiger gespielt zu haben, musste sich der TuS 1860 Magdeburg-Neustadt am Sonnabend wahrlich nicht gefallen lassen. Die Neustädter lieferten dem ambitionierten Stadtrivalen eine eindrucksvolle Hitzeschlacht. Nur verpassten sie es, wie schon in den vergangenen Wochen mehrfach beklagt, einen richtig guten Auftritt in Punkte umzumünzen.

TuS-Trainer ist zufrieden

„Ich kann der Mannschaft überhaupt nicht böse sein“, meinte Schneider. „Die Jungs schöpfen ihr Potenzial voll aus, nur leider belohnen sie sich nicht mit Toren.“

Während spielerisch tatsächlich nur ein kleiner Unterschied zwischen dem Aufsteiger und dem Mitfavoriten auf den Staffelsieg erkennbar wurde, war dieser in Sachen Torabschluss und Chancenverwertung hingegen sehr deutlich. Bereits in der sechsten Minute hatte TuS-Kapitän Johannes Meyer vom Elfmeterpunkt die große Chance zur Führung, fand aber in MSC-Keeper Steven Ebeling seinen Sieger.

Preussen eiskalt

Auf der anderen Seite nutzte Steve Röhl hingegen direkt die erste Gelegenheit der Gäste und schoss aus kurzer Distanz zum 1:0 ein, nachdem die TuS-Verteidiger den Ball bereits im Toraus gesehen und deshalb abgeschaltet hatten.

Dennoch gelang den Hausherren – wie schon in Schönebeck – die schnelle Antwort, Uz Müller egalisierte nach Hereingabe von Meyer nur vier Minuten nach der Preussen-Führung.

Reihenweise Chancen

Bitter wurde es für den TuS 1860 dann im zweiten Durchgang. Denn Chancen zur Führung gab es genügend. In der 52.  Minute kam Felix Reuper beim Zuspiel von Jonas Kliche nur einen Schritt zu spät, zwei Minuten später lief Kliche alleine auf das gegnerische Tor zu, überlegte dann aber so lange, so dass sich Ebeling auf den Ball warf. Spätestens Stefan Fischers Kopfball nach einer Ecke in der 65. Minute sahen die meisten Zuschauer schon drin, doch vereitelte Ebeling wieder mit einer überragenden Reaktion auf der Linie.

Sonderlob für Torwart

Kein Wunder also, dass Trainer Marks seinem Schlussmann ein Sonderlob aussprach. „Wir können uns bei Ebe bedanken, dass er diese Riesenchancen totmacht. Ich weiß nicht, wie das Spiel gelaufen wäre, wenn wir da in Rückstand geraten wären.“

Dass der Aufsteiger die defensiven Nachlässigkeiten der Preussen unbestraft ließ, bestraften dann wiederum die Gäste im Stil einer Spitzenmannschaft. In der 68. Minute erwischte Patrice Goudou die linke Abwehrseite zu unsortiert und schoss frei vor Keeper Robin Miedlich zur erneuten Gästeführung ein. Gepaart mit Tom Kupkes Kopfball-Treffer nach einer Ecke (72.) und Steve Röhls verwandeltem Elfmeter (79.) nutzen die Preussen ironischerweise genau die Chancen, die TuS zuvor auf der Gegenseite liegen gelassen hatte.

So mussten die Neustädter einmal mehr Lehrgeld zahlen. „Wir müssen nur konsequent weiterarbeiten und uns das Quäntchen Glück zurückholen, dann werden sich die Erfolgserlebnisse einstellen“, meinte TuS-Trainer Schneider. Denn Fakt ist – und das versicherte selbst MSC-Coach Marks –, dass sich der damit weiterhin punktlose Aufsteiger mit dieser Leistung vor keinem Gegner in der Landesliga Nord zu verstecken braucht.