Magdeburg l Die meisten Läufer waren schon geduscht, hielten neben ihren Finishermedaillen auch die Urkunden vom Sofortausdruck in der Hand, da quälten sich noch einige Teilnehmer des 10,1-km-Laufes unter dem Beifall der abwandernden Zuschauer auf den letzten Metern zum Ziel.

Teilnehmerrekord

Mit 805 Startern konnte ein erschöpfter, aber überglücklicher Cheforganisator Joachim Engelhardt am Abend eine überaus positive Bilanz ziehen: „Das war eine rundum gelungene Sache.“

Der 76-Jährige war am Freitag von 6 bis 21.30 Uhr auf den Beinen. Tags darauf ging es erneut um 6 Uhr mit den letzten Vorbereitungen weiter und am gestrigen Wahlsonntag saß Engelhardt ab 7 Uhr schon wieder als Helfer im Wahllokal. „Diesmal aber nur als Beisitzer. Das ist fast schon wie Erholung für mich.“

Ans Aufhören denkt Engelhardt noch lange nicht. Weder als Organisator noch als Läufer. „Ich bin ja auch selbst wieder über die Fünf-Kilometer-Strecke gestartet. Wenn man in der Landescup-Wertung möglichst weit vorn landen will, darf man keinen Lauf verpassen.“

Starke Siegerzeit

Unterdessen konnte sich Seriensieger Frank Schauer über seinen siebten Sieg in Folge über die 10,1 Kilometer freuen. Für seine Siegerzeit von 32:03,4 Minuten, der zweitbesten nach den 31:50 Minuten bei seiner Premiere 2013 noch im SCM-Trikot, gab es einen besonders schönen Siegerpokal.

„Die Bedingungen heute waren sehr gut. Ich werde in zwei Wochen die deutschen Meisterschaften über 10.000 Meter laufen, insofern habe ich aktuell eine gute Vorbereitung. Die Strecke ist ja auch relativ schnell und das Wetter war nicht zu warm”, kommentierte Langstrecken-Profi Frank Schauer seinen erneuten Erfolg in seiner Heimatstadt.

Schauer sieht sich im Plan

Vor vier Wochen lief der 30-Jährige, der 2014 nach seinem nationalen Marathon-Titel vom SC Magdeburg zum Verein Tangermünder Elbdeichmarathon wechselte und seitdem mit dem Laufen sein Geld verdient, den Hamburg-Marathon. „Das war eigentlich der Frühjahrs-Höhepunkt. Die Zeit dort hätte natürlich noch etwas schneller sein können, zumal das vorherige Trainingslager in Südafrika perfekt war. Jetzt bereite ich mich auf die deutsche Meisterschaft über die 10.000 Meter vor. Die Zeit bis dahin ist zwar relativ kapp. Ich liege aber ganz gut im Plan, wie der heutige Lauf gezeigt hat”, gab sich der mit 70 kg Gewicht bei einer Körperlänge von 1,80 Metern drahtige Langstreckenspezialist am Sonnabend nach dem Zieleinlauf zufrieden.

Der Hopfengartenpokallauf war die Generalprobe für die deutschen 10 000-Meter-Meisterschaften in zwei Wochen in Essen. Dort will Schauer eine Zeit um die 29:30 laufen. „29:49 ist meine persönliche Bestzeit. In Tangermünde bin ich jetzt auch eine 30:01 gelaufen”, sagt Schauer über seine sportlichen Ambitionen.

Vier, fünf Jahre will der Altmärker, der in Magdeburg lebt und trainiert und im Vorjahr seine Masterarbeit an der Uni schrieb, noch als Profi unterwegs sein. In der zweiten Jahreshälfte hauptsächlich auf der Marathon-Strecke. Ob am 20. Oktober auch beim Magdeburg-Marathon, ließ der nunmehr siebenfache Sieger des Hopfengartenpokallaufes offen.