Magdeburg l Der Marathon ist die Königsdisziplin unter den Läufen. Man legt dabei eine Strecke von exakt 42,195 Kilometern zurück - wenn man gut trainiert und fit genug ist.

Am 21. Oktober findet der Magdeburg-Marathon statt. Und schon jetzt steht fest: Die Strecke ist landschaftlich reizvoll, herausfordernd, abwechslungsreich und mit Bedacht gestaltet. Verantwortlich dafür sind Ralf Eger, Joachim Schulze und Heiko Lüttge. Die drei sind Läufer der Volkslaufgemeinschaft Magdeburg und wissen nur zu gut, wie man die Strecke für einen Marathon konzipiert. „Die beste Voraussetzung ist natürlich: Du bist Läufer“, sagt Ralf Eger mit einem breiten Lächeln. „Wir wissen, welche Gegebenheiten dich als Läufer besonders begeistern.“

Weltrekord - In Magdeburg nicht zu erwarten

Erst Ende September stellte der Kenianer Eliud Kipchoge beim Berlin-Marathon mit einer Laufzeit von zwei Stunden, einer Minute und 39 Sekunden einen neuen Weltrekord auf.

Eine solche Laufzeit kann man beim Magdeburg-Marathon natürlich nicht erwarten. „Wir betreiben Breitensport. Es geht bei uns nicht darum Bestzeiten zu laufen“, erklärt Eger. Doch im Umkehrschluss bedeutet das auch: Die Läufer, die am 21. Oktober in Magdeburg über die volle Marathon-Distanz gehen, werden auf jeden Fall über zwei Stunden unterwegs sein.

Und für die arbeiten Ralf Eger und sein Team an der schönsten Strecke, die Magdeburg zu bieten hat. „Wenn du eine belebte Strecke läufst, fehlt dir irgendwann die Natur – man braucht Abwechslung.“ Deshalb führt die Strecke für die Athleten auch durch den Stadtpark und den Elbauenpark.

Doch diese Route herauszuarbeiten ist alles andere als leicht. Schließlich muss der Rundkurs am Ende 42,195 Kilometer lang sein. „Gemessen wird die Optimal-Route“, so Eger. Doch dieser Messvorgang ist gar nicht so einfach. Denn eine Messung über das Internet ist nicht zulässig. Die Strecke muss „händisch“ anhand der Optimal-Route abgemessen werden - und das kostet stolze 5 000 Euro.

Ralf Eger: „Arbeiten alle ehrenamtlich

„Wir machen das alles ehrenamtlich, finanzieren uns größtenteils über Sponsoren“, erzählt Eger. Um ungeplante Kosten zu vermeiden, müssen er und die Volkslaufgemeinschaft 1991 Magdeburg e.V. mit der Messung bis zur letzten Sekunde warten. „Es kam immer wieder vor, dass wir wegen Baustellen die Route neu planen mussten“, erinnert sich Eger.

Im vergangenen Jahr machte ihnen zum Beispiel der Sturm Xavier bei der Planung einen Strich durch die Rechnung. „Da war ein ziemlich großer Baum auf die Strecke gefallen. Der musste dann zersägt und abtransportiert werden“, ergänzt Egers Kollege Heiko Lüttge. Wäre die Strecke vorher offiziell gemessen worden, hätte die VLG um Ralf Eger eine zweite Messung veranlassen und bezahlen müssen.

Doch auch das macht für die Veranstalter den Reiz dieser Veranstaltung aus. Die Strecke laufen und fahren sie ab, diskutieren darüber, wo man Verpflegungsstellen einrichtet und wo sich die „Stimmungsnester“ bilden werden. Sprich wo sich Zuschauer einfinden werden. „Als Läufer weißt du, was du liebst“, erklärt Eger.

Dass die Distanz genau 42,195 Kilometer beträgt, ist allerdings keineswegs willkürlich. Es ist die Entfernung zwischen der griechischen Gemeinde Marathon und der Hauptstadt Athen. Der antike griechische Geschichtsschreiber Herodot berichtete, dass ein griechischer Bote 490 v. Chr. eben diesen Weg nahm, um in Athen Hilfe für den Krieg gegen die Spartaner zu suchen.