Apolda l Und dann trat Nico Günther auf die Matte. Zum Kampf der Superschweren bis 130 Kilo. Gegen den ehemaligen Auswahlringer Toni Bernhardt vom Gastgeber Apolda/Sömmerda, gegen welchen Günther in der Hinrunde keine Chance hatte – damals allerdings noch im freien Stil. In der Rückrunde wurde von beiden der klassische gefordert. Und der Athlet vom Landesligisten MSV 90 zeigte sich wie verwandelt, überraschte Bernhardt zweimal mit einer Wurftechnik. Und hatte nach einer wahren Schlacht mit 10:9 Wertungspunkten die Nase vorn.

Was auch MSV-Trainer Thomas Dybiona begeisterte: „Ich freue mich für Nico, dass er sein immenses Potenzial nun endlich abrufen konnte. Dieser Wahnsinnskampf sollte ihm für die kommenden Aufgaben Selbsvetrauen gegeben haben.“

Günther war also der Mann des Sonnabends, den sich der Gastgeber wiederum anders vorgestellt hatte. Nicht nur aufgrund der 12:14-Niederlage gegen die Magdeburger, sondern auch aufgrund des 15:19 gegen Salzgitter im zweiten Duell. Die Doppelbelastung für Aplodas Ringer war nötig geworden, weil deren Hauptsponsor die Veranstaltung in die Festhalle verlagert hatte. Dieser Aufwand sollte sich auch auszahlen. Immerhin: 300 Zuschauer sorgten für eine eindrucks- und stimmungsvolle Kulisse.

Für den MSV-Erfolg legte nicht nur Günther den Grundstein: Auch Leichtgewicht Martin Rößner (bis 57 Kilo) hatte seinen Hinkampf gegen Schaladwi Sokujew verloren, diesmal aber landete Rößner nach sechs kräftezehrenden und hochspannenden Minuten einen 14:10-Sieg. Als dann Sebastian Ecklebe (bis 98 Kilo) mit unermüdlichem Vorwärtsgang Michael Krebs zermürbte und vorzeitig (nach 4:42 Minuten) wegen technischer Überlegenheit gewann, führte der Gast mit 7:0-Mannschaftspunkten.

Kampf um Platz zwei offen

Doch dann schlug Apolda zurück: Trotz guter Leistungen verloren Same Mansouri (bis 61), Mihail Babaian (bis 66), Eric Richter (bis 71) und Waleri Syrissov (bis 80). Da aber Jan Rotenburg (bis 86) bei seinem Saisondebüt ein 11:2 gegen Ronny Jurke feierte, Matthias Jahn (bis 75) in seinem vierten Kampf der laufenden Serie ungeschlagen blieb und aufgrund der Aufgabe seines Gegners Moritz Wagenknecht vier Zähler fürs Team sicherte, hatte der MSV den zweiten Saisonsieg unter Dach und Fach gebracht.

Damit ist der Kampf um den zweiten Platz in der Südstaffel und den Einzug ins Halbfinale offen. Coach Dybiona resümierte: „Mit diesem Sieg haben wir ein Achtungszeichen gesetzt. Wir wollen den Auftrieb für die anstehenden Aufgaben nutzen und gegen Eisleben nachlegen.“ Und zwar am kommenden Sonnabend in der Sporthalle Sudenburg (19 Uhr).