Magdeburg l Es wäre nicht verwunderlich, wenn Cedrik Moede derzeit an akutem Fernweh leiden würde. Es gibt da nämlich ein schönes Bild, dass ihn beim Kopfstand auf einem Surfbrett zeigt, das wiederum in einem türkisfarbenen Meer liegt. Im Hintergrund ist zudem ein schöner grüner Inselberg zu sehen. Traumhaft. „Das war im vergangenen Jahr auf den Kleinen Antillen in der Karibik“, berichtet Moede und ergänzt lächelnd: „Das ist schon wieder viel zu lange her.“

Dieser schöne grüne Inselberg ist zudem ein sehr großer, der über die tatsächliche Größe des klein wirkenden Moede auf jenem Bild hinwegtäuscht. Moede ist mit 1,98 Metern von gar hünenhafter Statur. Ein Volleyballer, wie er im Lehrbuch steht. Und nicht nur in der Größe, sondern auch in der Umsetzung seiner Qualitäten. Moede ist Außenangreifer des USC Magdeburg und als dieser einer der Top-Athleten seiner Mannschaft.

Achtmal wertvollster Akteur

Achtmal ist er von den gegnerischen Trainern in der vergangenen Regionalliga-Saison zum wertvollsten Akteur gewählt worden, achtmal in 19 Spielen, viermal bei einem Sieg und viermal bei einer Niederlage seines USC. Und dennoch kann er sein sportliches Profil sehr gut reflektieren: „Sicher ist der Angriff meine Stärke, aber meine Schwäche ist noch die Abwehr. Da fällt es mir schwer, spritziger auf dem Feld zu agieren“, meint der 20-Jährige. Was wohl ebenfalls seiner Größe geschuldet ist.

Vor allem aber sein Angriffsschlag hat natürlich Begehrlichkeiten anderer Vereine längst geweckt. Moede hat Angebote aus der 2. Bundesliga. Oder hatte. Es wird die Trainer Marko Schulz und Dennis Raab nun sehr freuen, dass ihr Schützling den Magdeburgern die Treue hält. Aus ganz praktischen Gründen.

Moede bleibt dem USC treu

Moede studiert Wirtschaftsingenieurwesen, im nächsten Semester gilt für ihn Anwesenheitspflicht, er muss noch ein Praktikum absolvieren, dann will er die Bachelor-Arbeit schreiben. „Wenn ich zu einem anderen Verein wechseln würde, müsste ich das alles als Fernstudium bestreiten“, sagt er. Das würde einen hohen zeitlichen Aufwand bedeuten.

Es gibt zudem einen sportlichen Grund für seinen Verbleib: Der USC ist auch dank Moede und als Dritter der vorzeitig beendeten Saison in die 3. Bundesliga aufgestiegen. „Ich hatte mir insgeheim den Aufstieg ausgerechnet“, berichtet er. Und die 3. Liga ist für ihn vorerst Herausforderung genug.

Aktuell nur Heimtraining möglich

Für die neue Serie kann er sich aufgrund der Corona-Krise derzeit nur in den heimischen vier Wänden fit halten. Vielmehr: im großen Garten des Elternhauses. Die Familie teilt die große Leidenschaft für den Volleyball, die letztlich auch Cedrik Moede nach acht Jahren im Handballnachwuchs des SCM und mit 14 Lenzen zum USC geführt hatte. Vor zwei Jahren, die Magdeburger waren aus der 2. Bundesliga abgestiegen, „durfte ich bei den Männern mal reinschnuppern“, erinnert er sich. „Aber wegen meiner Rückenprobleme bin ich dann für ein halbes Jahr ausgefallen.“ Sein Wachstum erfuhr in jener Phase einen kräftigen Schub.

Inzwischen zählt er zu den absoluten Stützen beim USC. Und trägt damit auch einen großen Teil der Verantwortung. „Anfangs hatte ich damit Probleme“, gesteht Moede. „Aber inzwischen finde ich meine Führungsaufgabe im Team sehr gut.“ Und er füllt sie so gut aus, dass Schulz und Raab ungerne auf ihn verzichten möchten. Derzeit jedenfalls ist Moede für die Magdeburger unersetzlich.

Kapitän Heidecke, der kongeniale Partner

Aber es bedarf natürlich auch eines kongenialen Partners, der es dem Youngster ermöglicht, seine Rolle an jedem Spieltag zu bestätigen. Im Fall des Cedrik Moede heißt der Partner Tom Heidecke – Zuspieler und Kapitän des USC. „Wir sind vom Timing her gut aufeinander abgestimmt“, sagt Moede. „Für mich ist es auch wichtig, dass ich mich auf das Zuspiel verlassen kann.“ Und Heidecke ist dabei eine äußerst verlässliche Größe, sonst wäre auch er nicht achtmal (sechs Siege, zwei Niederlagen) zum wertvollsten Spieler seines Teams in der vergangenen Saison gewählt worden.

Trotz all dieser Erfolgsquoten war Moede nicht immer zufrieden mit dem Spiel seines Teams in der abgelaufenen Saison. „Wir müssen vor allem unsere Einstellung verbessern“, sagt Moede. „Bei manchen Auswärtsspielen war unser Kader mager besetzt. Und dann haben wir Niederlagen kassiert, die völlig unnötig waren.“

Es geht nur um den Klassenerhalt

Solche Niederlagen darf sich der USC in der 3. Liga natürlich nicht leisten. Denn was die Magdeburger dort in der nächsten Saison erreichen wollen, das steht für Cedrik Moede bereits fest: „Für uns geht es um den Klassenerhalt.“ Mit diesem macht der nächste Kopfstand auf einem Surfbrett noch viel mehr Spaß.