Barleben l Jeder trägt seinen Teil zum Vereinsleben bei, ob auf dem Trainingsplatz, im Vorstand oder bei FuPa. Das gilt auch für Paul Frischmuth. Fußball-Begeisterung und damit verbundenes Engagement sind nicht immer zwangsläufig damit verbunden, selbst außerordentlich lang aktiv am Ball gewesen zu sein. Das sagt auch Paul Frischmuth: „Ja, als Kind war ich auf jeden Fall schon so fußballinteressiert wie heute. Leider hat sich bei mir aber recht schnell gezeigt, dass das Talent schlichtweg nicht ausreicht. Es ist aber gut, dass ich dem Fußball in gewisser Weise verbunden bleiben konnte.“ Bei seinem Verein, dem FSV Barleben, betreut er die Vereinsseiten auf dem Online-Portal FuPa und ist auch darüber hinaus aktiv. „Ich kümmere mich um den Liveticker zu den FSV-Spielen und pflege zudem die Ligadaten der Ober- und Verbandsliga“, sagt der 25-Jährige.

Zufällig auf die Seite gestoßen

Dass er diese Aufgabe für sich entdeckt hat, war dabei eher nicht geplant: „Im Juli 2012 bin ich mehr zufällig auf die damals in Sachsen-Anhalt neue Website gestoßen. Zu dieser Zeit war der Amateurfußball im Internet kaum präsent, Statistiken und Spielerdaten musste man sich mühsam zusammensuchen. FuPa bot quasi die erste Alternative und war von Beginn an sehr benutzerfreundlich. Der kontinuierliche Ausbau der Plattform hat schließlich dafür gesorgt, dass es bis heute das beste Portal für Fußballinteressierte aus Sachsen-Anhalt ist.“

Sein Augenmerk legt Frischmuth bei all den Teams in der Ober- beziehungsweise Verbandsliga aber voll auf seinen FSV Barleben. „Mit einem ausgeglichenen Torverhältnis von 19:19 und zehn Punkten belegt der FSV derzeitig den 14. Rang in der Verbandsliga“, weiß er. Dabei erlaubt sich der FuPaner kein Urteil, ob man mit diesem Zwischenstand zufrieden sein sollte oder eher nicht. „In der ausgeglichenen Verbandsliga ist dies schwer einzuschätzen. Zufrieden bin ich mit den verdienten und deutlichen Heimsiegen gegen Dölau und Kelbra, auch mit dem Auswärtssieg in Piesteritz. Dem gegenüber stehen ärgerliche Auswärtsauftritte in Gardelegen und Ammendorf, welche eine bessere Tabellenplatzierung verhindern. Besonders die Niederlage bei Askania Bernburg schmerzt, gehört in dem Lernprozess jedoch dazu. Ich bin aber überzeugt, dass die Mannschaft über das Potential verfügt, um die Klasse zu halten.“

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Am Team seines Vereins gefällt Frischmuth vor allem, „dass es unabhängig vom Gegner immer daran interessiert ist, aktiv Fußball zu spielen. Sicher zeichnet die Mannschaft im Kern dabei auch eine gewisse Beständigkeit aus. Wie oft sich beispielsweise Marwin Potyka, Kalli Kalkutschke, Nils-Oliver Göres und Denny Piele trotz nicht immer einfacher Umstände in den Dienst der Mannschaft gestellt haben, ist nicht zu unterschätzen.“

Frischmuth hat Zweifel

Aktuell verschafft dem 25-Jährigen der Lockdown natürlich auch mehr Freizeit, als im Normalfall gewohnt. Er hinterfragt die Maßnahmen aber in jedem Fall. „Am Ende war die Schließung eine logische Konsequenz der allgemeinen Entwicklung. Allerdings bezweifle ich, dass die Aussetzung des Sportbetriebs nötig gewesen wäre, wenn seitens der Politik in Lebensbereichen mit größerer Gefahr ähnlich resolut gehandelt worden wäre und wissenschaftliche Erkenntnisse angemessen berücksichtigt worden wären.“ Die Zeit nutzt er nun vermehrt, um anderen Hobbys nachzugehen. „Ich gehe gern laufen und fahre ebenfalls gern mit dem Rad. Beides ist sehr hilfreich, um nach einem Arbeitstag abschalten zu können. Außerdem bin ich auch an anderen Sportarten interessiert. In Corona-Zeiten haben sich Netflix und DAZN deshalb als sehr nützlich erwiesen.“

Beruflich ist Frischmuth als Lehrer an einer Grundschule in Haldensleben tätig. Nach seinem vierjährigen Studium in Halle konnte er damit in seinen Heimatort zurückkehren. Das ermöglicht ihm auch, die verschiedenen Dinge in seinem Leben besser unter einen Hut zu bekommen. „Durch eine strukturierte Wochenplanung, beziehungsweise schulische Jahresplanung ist es recht gut möglich, Fußball, Arbeit und Privatleben zu vereinen. Wobei ich zugeben muss, dass regelmäßige Fahrten nach Bischofswerda, Eisenach oder Plauen, wie sie in der Oberliga noch üblich waren, heute wahrscheinlich nicht mehr realistisch wären.“

Die Beendigung der laufenden Saison 2020/2021 sieht der FuPaner damit auch kritisch: „Der ursprüngliche Spielplan war schon ohne Corona-Pause von vornherein auf Kante genäht und grenzwertig. Ich gehe davon aus, dass einzig die Hinrunde noch ausgespielt wird. Zudem würde ich mir im Sinne des Amateurfußballs anstelle der letztjährigen Farce eine sportliche Ausspielung des Landespokals wünschen. Dies war ein absoluter Tiefpunkt für alle beteiligten Vereine.“ Damit spielt er darauf an, dass am Tisch und nicht auf dem Platz entschieden wurde, die letzten Runden des Landespokals auszusetzen und anstelle dessen den 1. FC Magdeburg direkt als Vertreter des Fußballverbands Sachsen-Anhalt für den Vereinspokal des Deutschen Fußball Bundes zu melden.