Wernigerode l Durch Ausfälle und private Verhinderungen ohne echten Sturm angereist, war die Aufgabe in Wernigerode keinesfalls leicht. Dennoch war die Mannschaft in Mittelfeld und Defensive dermaßen kompakt aufgestellt, dass sie wie erwartet das Spiel bestimmen konnte.

Wernigerode blieb in der eigenen Hälfte, war einzig auf Konter aus. In der siebenten Minute der erste echte Ausflug der Gastgeber in die gegnerische Hälfte. Nach der Hereingabe in den Strafraum stand Wulferstedt schlecht zum Gegenspieler, für den der Torschuss relativ unbedrängt jederzeit möglich gewesen wäre. Statt den Abschluss zu suchen, legte der Wernigeröder eine „Segelflugeinlage“ mit lautem Schrei hin. Der Schiedsrichter gab zum Entsetzen sofort Strafstoß. Christopher Seil nahm dieses Geschenk dankend an (1:0, 8.). Danach entwickelte sich niveauarmer Fußball. Wulferstedt konnte Abstimmungsprobleme im letzten Drittel nicht verbergen und Wernigerode kam eigentlich nur bei Patzern der Gäste an den Ball.

Elfer schenken und den richtigen nicht geben

Während Wulferstedt wegen Behandlung von Daniel Brunke kurzzeitig nur zu zehnt war, brachte sich Preuß in exzellente Konterstellung und schoss sicher an Beisch vorbei zum 2:0 ein (28.). Keine Einwände gegen diesen Treffer. Fassungslosigkeit herrschte aber, als sich Ilsmann, der immer wieder im Angriff Akzente setzen wollte, in den Strafraum dribbelte und kurz vor freiem Abschluss von hinten umgegrätscht wurde. Der Schiedsrichter führte schon die Geste zum Pfiff aus, brach dann aber ab und riss die Arme hoch nach dem Motto „da war nichts“. Einen Elfer schenken und den richtigen nicht geben, für alle Wulferstedter nicht zu verstehen. Es hätte 2:1 stehen können. Das 3:0 geht wiederrum völlig in Ordnung. Einen verunglückten Querpass in der Innenverteidigung nahm Preuß auf und schloss gedankenschnell ohne große Mühe ab (40.).

Wulferstedt versuchte durch Wechsel in der Pause nochmal alle Register zu ziehen. Der Effekt kam auch wie gewünscht, Intensität und Druck steigerten sich. Es entstanden jedoch nur Halbchancen, es fehlten eben heute die Stürmer.

Wernigerode gelingt alles

Das Spiel war längst auf dem Level, dass Wernigerode für wenig alles gelang und Wulferstedt trotz Dominanz nichts. Beweis war das Traumtor von Plowas, der den Ball wie einen Strich ins lange Eck neben den Pfosten nagelte (62.). So etwas wie leise Hoffnung keimte nach dem 1:4 auf. Ilsmann köpfte nach einer Ecke ein (70.).

Bei der nächsten Entscheidung zog der Schiedsrichter wieder alle Aufmerksamkeit auf sich. Der dribbelstarke Dannenberg brach mit Geschwindigkeit in den Strafraum durch und wurde gefoult (77.). Nicht, dass der Schiri nicht pfiff. Er gab Freistoß für Wernigerode! Fast peinlich berührt im Bewusstsein der Fehlentscheidung, spielte Wernigerode den Freistoß zurück an Wulferstedt. Ohne Fingerspitzengefühl und die Fähigkeit, mal einen Fehler einzugestehen, stellte der Schiedsrichter René Jahn wegen emotionaler Äußerungen mit Gelb-Rot vom Platz. Mal abgesehen davon, dass Wernigerode noch ein wunderschönes Weitschusstor in den Winkel aus 40 Metern gelang, verließen die Wulferstedter ratlos und enttäuscht den Wernigeröder Kohlgarten.

Sie hatten eine ungenügende Schiedsrichterleistung gesehen, die negativ Einfluss auf den Spielverlauf nahm. Verlieren ist okay, aber es muss dann mit rechten Dingen zugehen.

Statistik

Wulferstedt: Beisch – Ilsmann, Kunze (46. Dannenberg), Dilge, Brunke, Charwat, Reschke (46. Dreyer), Behrens, Rzehaczek, Grzenda, Jahn

Torfolge: 1:0 C. Seil (FE, 8.), 2:0, 3:0 Preuß (28., 40), 4:0 Plowas (62.), 4:1 Ilsmann (69.), 5:1 Michaelis (80.)

Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot für René Jahn (78.)

Schiedsrichter: Steven-Henry Burkhardt, Michael Graf, Thomas Nolte

Zuschauer: 65