Oschersleben l „Wir sind nur zum Feiern hier“, skandierte der harte Kern der Angern-Fans vor dem Anpfiff. Sie wussten, dass ihre Mannschaft einen Sahnetag erwischen müsste, um den Aufsteiger in die Landesliga und den doppelten Pokalsieger aus Ummendorf in die Bredouille bringen zu können. Doch daraus wurde nichts. Der SVA leistete sich im ersten Durchgang zu viele individuelle Fehler, die der Favorit eiskalt nutzte und so bereits zur Pause mit 4:0 führte.

„Leider haben wir uns in der ersten Halbzeit selber besiegt. Wir haben ihnen zu viele Bälle geschenkt, zu einfache Tore zugelassen. Das ist ärgerlich, wir hatten uns mehr vorgenommen“, fasste Heiko Göbel die Geschehnisse der ersten 45 Minuten zusammen.

Frühe Führung

Das Unheil nahm für den Außenseiter nach neun Minuten seinen Lauf. Kapitän Torsten Franke schoss bei einem Klärungsversuch den eigenen Mann an, der Abpraller landete bei Robin Marschke, der humorlos aus acht Metern verwandelte. Für den Angreifer kein ungewohntes Gefühl, bereits vor drei Jahren brachte er sein Team, damals den SV Seehausen, in einem Pokalendspiel in Front.

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Der Bördeligist zeigte sich aber nicht verunsichert, erarbeitete sich durch seinen auffälligsten Spieler, Stefan Motilewski, seine erste Möglichkeit. Der Schussversuch wurde jedoch abgeblockt. „Es war stellenweise schon gut, wir hatten ein paar Möglichkeiten“, lobte Göbel das Offensivspiel seines Teams. Aber weitere Fehler kosteten Angern früh die Partie. Der direkte Freistoßtreffer zum 2:0 von Björn Ohnesorge schien haltbar, doch Keeper Frank Mühlenberg ließ ihn passieren (17.). „Vielleicht war er nach seiner Verletzung noch nervös. Ich weiß es nicht“, suchte Göbel nach Gründen für das unsichere Auftreten seines Keepers, das noch zweimal im weiteren Spielverlauf bestraft werden sollte.

Torwart war schuldlos

Am dritten Gegentreffer war der SVA-Torwart schuldlos. Ein feiner langer Ball von Felix Krause, ein Stellungsfehler und Robin Marschke war frei durch. Nach einer halben Stunde war das Finale somit entschieden.

Richtig bitter wurde es für die Angeraner und ihren Schlussmann kurz vor und nach der Pause. Zunächst versuchte Mühlenberg einen Ball außerhalb des Strafraums mit der Kappe zu klären, Ohnesorge spritzte dazwischen und schob locker ins leere Tor ein (45.+3), dann ließ der SVA-Keeper einen Marschke-Schuss klatschen und wieder reagierte Ohnesorge am schnellsten. 30 Sekunden nach Wiederbeginn stand es damit 5:0. Ein Debakel deutete sich an, aber in der restlichen Zeit nahm der USV mindestens zwei Gänge raus. Andreas Sommermeyer traf zum Abschied noch zum 6:0 (80.). Auf der Gegenseite fehlten Motilewski nur Zentimeter am verdienten Ehrentor, sein Schuss landete am Pfosten.