Beim Landesklasse-Vertreter wird zukünftig Yves Reiser zwischen den Pfosten stehen. Sportredakteurin Stefanie Brandt unterhielt sich mit ihm über die Gründe für seinen Wechsel von Hadmersleben nach Wulferstedt.

Volkstimme: Herr Reiser, der Wechsel kommt für Außenstehende recht überraschend. Waren Sie nicht mehr zufrieden in Hadmersleben?

Yves Reiser: Doch, bis auf den Tabellenplatz (Bördeoberliga, Rang 8; Anm. d. Red.) war ich in Hadmersleben sehr zufrieden. Die Stimmung in der Mannschaft war immer gut, es hat immer Spaß gemacht. Ausschlaggebend für den Wechsel war einfach der Faktor, dass Andy Behrens auf uns zu kam und uns mitteilte, dass es seine letzten Saison sein wird. Da war für mich schnell klar, dass er in seiner letzten Saison beziehungsweise seinem letzten halben Jahr beim TSV auch so viele Spiele wie möglich machen soll, denn das hat er sich auch einfach verdient.

Da zum selben Zeitpunkt auch die Anfrage aus Wulferstedt kam, die nach der Kreuzband-Verletzung von Beisch ein Torwartproblem hatten, habe ich mich in Hadmersleben mit dem Trainer, der Mannschaft und auch der Abteilungsleitung zusammengesetzt und gesagt, dass ich diese Chance gerne wahrnehmen würde. Wer hat schon die Chance, sowohl als Feldspieler wie auch als Torwart auf Landesebene Fußball spielen zu können? Ich bin auch allen in Hadmersleben sehr dankbar, dass sie mir da keine Steine in den Weg gelegt haben und mir die Möglichkeit gegeben haben. Wie auch damals schon, werde ich Hadmersleben nie zu hundert Prozent den Rücken kehren. Ich trainiere auch weiterhin den Nachwuchs im Ort .

Wie kam der Kontakt nach Wulferstedt zustande?

So richtig ist der Kontakt nie abgebrochen. Nachdem ich mir im April 2018 zum zweiten Mal das Kreuzband in Wulferstedt gerissen hatte, haben sie mir schon angeboten, ins Tor zu rücken, aber durch meine Selbständigkeit und die Gefahr, dass nochmal etwas passieren könnte, wollte ich damals nicht mehr spielen und nur noch an der Seite von David Hinz und damals noch Markus Merz Co-Trainer in Hadmersleben sein. Was daraus geworden ist, sehen wir ja jetzt.

Sie waren, wie Sie selbst erwähnen, nicht immer Keeper. Vermissen Sie es, „draußen“ eingreifen zu können?

Wie ich schon gesagt habe, war ich nur noch Co-Trainer in Hadmersleben und als sich Andy Behrens in der Saison 18/19 verletzte und wir wussten, dass es nicht nur ein Spiel Pause für ihn wird, mussten wir eine Lösung finden und da ich schon immer gerne im Tor stand und ich dies auch ganz gut kann, war die Lösung für uns schnell gefunden.

Was reizt Sie jetzt an der neuen Aufgabe in Wulferstedt?

Zuallererst nochmal den Pokal gewinnen, aber auch nochmal Landesklasse spielen zu dürfen.

Sie sind jetzt 29 Jahre alt. Wo sehen Sie Ihre künftigen Perspektiven im Fußball?

Mittlerweile sage ich mir, dass ich noch gern ein paar Jahre im Tor stehen möchte. Aber nach meiner aktiven Karriere werde ich auf jeden Fall den Weg zurück auf die Trainerbank einschlagen. Ganz ohne Fußball wird es wohl nie gehen.