Staßfurt l Am Ende fuhren sie trotzdem ein 30:30-Unentschieden ein und mussten sich sogar noch ein wenig ärgern, dass nicht ein voller Erfolg heraussprang.

Staßfurts Christian Schöne war es, der seinem Team in letzter Sekunde zumindest einen Punkt rettete. Seine Mannschaft lag nach einer schwachen ersten Halbzeit 29:30 hinten. Die Schlusssirene war bereits ertönt. Doch die Schiedsrichter hatten nach einem Foul an Jacobi am Kreis kurz zuvor auf Siebenmeter entschieden. Und so trat der 39-Jährige an und sicherte mit dem Treffer zum 30:30 den späten Punkt.

Schöne war neben Jacobi (sechs Tore) nahezu der einzige Spieler in Normalform beim Gastgeber. „Nach dem Spielverlauf können wir mit dem Ergebnis leben. Das war ein glücklicher Punkt“, bilanzierte Coach Sebastian Retting.

Friedl zufrieden mit dem Punktgewinn

Langenweddingens Trainer Ingo Friedl sah es ähnlich: „Wenn man den Werdegang bis zur 45. Minute verfolgt, ist es ein verlorener Punkt für uns. Aber wenn man den Rest sieht, müssen alle zufrieden sein. Ich bin es jedenfalls. Endlich war auch die Chancenverwertung bis auf wenige Ausnahmen bei allen Spielern mal so, wie ich mir das vorstelle. Am Ende waren wir durch die fehlenden Wechselmöglichkeiten einfach platt. Eine Steigerung hat aber Antek (Andreas Wisotzky, Anm. d. Red.) gezeigt, der normal begonnen und dann sehr gut gehalten hat.“

Die Staßfurter verschliefen die ersten Minuten völlig. 2:7 lagen sie nach sieben Minuten zurück. „Die Spannung in der Abwehr hat gefehlt, da haben wir sehr billige Tore bekommen“, ärgerte sich Schöne. Sein Coach pflichtete ihm bei: „Wir haben nicht gut gedeckt. Aber Langenweddingen hat auch einen sehr starken Rückraum, das war schwer zu verteidigen.“

Doch nicht nur hinten drückte der Schuh. Mit nur vier erzielten Toren in 13 Minuten klappte auch vorne einiges nicht. So vergab Robert Reiske ungewohnt häufig Chancen (9./12.). „Er hat nicht die beste Hand gehabt“, so Retting. Ein weiterer Faktor für den klaren Rückstand war Patrik Postelt, ein tschechischer Neuzugang bei den Rot-Weissen, der als Mittelmann aber noch sichtlich Probleme hatte.

SVL führt mit fünf Toren zur Halbzeit

Erst als Patrick Tuchen zweimal stark parierte und Rückraum-Shooter Reiske zwei Tore am Stück gelangen, kamen die Staßfurter wieder auf 7:10 heran (15.). Als der beste Torschütze der Saison beim HV Rot-Weiss kurz danach eine Zeitstrafe kassierte, spielte der Gastgeber ohne Torhüter, um in der Offensive keine Unterzahl zu haben. Das klappte auch gut, der eingewechselte Alexander Ernst und Schöne verkürzten weiter auf 10:11 (18.). Hinten konnte Patrick Tuchen einen Siebenmeter von Denny Friedl halten, verletzte sich dabei aber. Das schien Auswirkungen auf die Teamkollegen gehabt zu haben. Die Gäste setzten sich trotz Manndeckung gegen den starken Friedl auf 17:12 (27.) ab und gingen mit vier Toren Vorsprung in die Halbzeitpause.

Nach der Pause agierte der SVL erneut sehr clever und spielte die Konter gut aus. Die Staßfurter hingegen ließen wiederum viele Chancen ungenutzt. Bezeichnend war dabei eine Szene in der 38. Minute: Reiske scheiterte zunächst am Pfosten. Und auch den zweiten Versuch brachte Mario Meißner nicht im Kasten unter, obwohl der Keeper noch am Boden lag. Doch Andreas Wisotzky parierte mehrfach stark und hatte auch große Anteile daran, dass sein Team 23:17 führte (41.).

Umstellung mit Erfolg

Die Gastgeber stellten um. Hinten verteidigten sie in einer 4:2-Deckung gegen Friedl und Marcus Peschke. „Wir haben alles versucht und mit offenem Visier gespielt. Das hat aber gut funktioniert“, so der Spielertrainer, dessen zweite wichtige Änderung seine eigene Einwechslung war.

Schlussphase mit Dramatik

Mit Retting auf der Platte ging nochmal ein Ruck durch das Team. Nach einem 4:0-Lauf waren die Hallenherren wieder dran (21:23, 44.). In der Schlussphase war es wieder ein Duell auf Augenhöhe. Dennoch schlichen sich beim Gastgeber zu viele Fehler ein. Ausgerechnet ein Dribbelfehler von Schöne, einem der besten Staßfurter Spieler an diesem Tag, führte zum 24:27 (54.). Doch auch das war noch kein K.o.-Schlag für die Staßfurter, die folglich eine Überzahl stark nutzten und zum ersten Ausgleich kamen (28:28, 57.).

Nach der Führung durch Jacobi hatten aber auch die Gäste nochmal zwei gute Antworten und kamen durch den stets gefährlichen Friedl zum 30:29. Doch Schöne wendete die dritte Saisonpleite noch ab. Auch wenn die Staßfurter damit zumindest einen Punkt holten, steht fest: Beim Derby und Topspiel bei der TSG Calbe am Sonnabend muss eine große Leistungssteigerung her.

Langenweddingens Ingo Friedl blickt mehr vorsichtig als optimistisch auf die nächsten Partien: „Von einem Aufwärtstrend will ich noch nicht sprechen, da warte ich lieber mal das nächste Spiel ab.“

Statistik

Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Beinhoff, Reiske (5), Ernst (3), Retting (2), Jacobi (6), Vadaszi, Steinbrink (1), Spadt, Schöne (8), Postelt (2), Meißner (3)

SV Langenweddingen: Böhm, Wisotzky - Merkel (4 Tore), J. Oeltze, M. Oeltze (2), Elschner (3), R. Schult (8), Friedl (8), Peschke (4), Oertel (1)

Siebenmeter: Staßfurt 5/5 - SVL 3/2

Zeitstrafen: Staßfurt 3 - SVL 2