Kalbe l Die Mannschaft von Trainer Steffen Friedrich konnte dabei die 100-Punkte-Marke knacken und dem Gast aus Magdeburg die Grenzen aufzeigen.

„In der Vergangenheit haben wir gegen den USC dreistellig verloren. Da war nichts zu holen. Schön, dass es jetzt anders herum lief“. Kalbes Trainer Steffen Friedrich äußerte sich nach dem Schlusspfiff hoch zufrieden über den Auftritt seiner Jungs

Die U14 des VfL Kalbe deklassierte die Mannschaft des USC Magdeburg mit einem sensationellen Auftritt. Nach dem 101:65-Erfolg behaupten die Altmärker weiterhin Platz eins der Liga und gehen mit nun zehn Punkten aus fünf Spielen in die Weihnachtspause.

Bilder

VfL von Beginn an tonangebend

Der VfL Kalbe benötigte keinen Anlauf, um auf Betriebstemperatur zu gelangen. Mit schnellen Ballstafetten ließen die Kängurus den Gast aus der Landeshauptstadt laufen. Die Stimmung auf der Kalbenser Ersatzbank, spiegelte den hervorragenden Mannschaftsgeist der Friedrich-Truppe wider. Über die gesamte Spielzeit, feuerten die Auswechselspieler von der Bank ihre Kameraden auf dem Feld an.

Diese sorgten schnell für klare Verhältnisse und zeigten, wer der Herr im Haus ist. Anders verhielt sich die Lage beim Gast aus Magdeburg. Mit vielen Unstimmigkeiten, Problemen in der Rückwärtsbewegung und Fehlwürfen, kam der Kontrahent nicht ins Spiel.

Stattdessen trumpfte Jannec Kusch im ersten Viertel mit Durchsetzungsvermögen und öffnenden Bällen in die gegnerische Hälfte auf. Nach knapp zehn Minuten führte der VfL bereits mit 17:2.

Führung erlaubt Rotation

Weil sich die Gäste nicht clever genug im Abschluss zeigten und der VfL einen guten Spielrhythmus vorgab, schraubten die Gastgeber noch vor dem ersten Viertel das Ergebnis auf 24:4. Das komfortable Führungspolster erlaubte VfL-Trainer Steffen Friedrich auf dem Feld zu rotieren. So bekamen die Talente aus der U12, allen voran mit Debütant Richard von Glahn, die Gelegenheit, sich mit dem älteren Jahrgang zu messen.

Der Mut zum Risiko von Steffen Friedrich, den jungen Talenten eine Chance auf Spiel- und Lernpraxis zu geben, wurde belohnt. Die zweite Garde des VfL setzte die Marschroute von Steffen Friedrich nahtlos fort. Die vermeintlich kleinsten Spieler im Kader des VfL, konnte der Gegner zu keinem Zeitpunkt in den Griff bekommen. Schlampig und zaghaft in der Defense, konnten die Kalbenser nach Belieben schalten und walten.

Richard von Glahn nutzte die Schläfrigkeit des USC und erzielte gar nach Rebound den Korb zum 32:4. Kurz vor dem Ende des ersten Viertels, schaltete der VfL einen Gang runter. Das ermöglichte dem USC, die sich bietenden Freiräume besser zu nutzen und das Ergebnis auf 32:14 zu stellen.

Paul Krüger mit einem echten Zauberkorb

Frappierender und Sorgen erregender als das Ergebnis, stellte sich allerdings eine Hiobsbotschaft für den VfL dar. Jannic Kusch verletzte sich noch im ersten Viertel am Steißbein. Nach einem Ellbogenschlag des Gegners im Zweikampf um den Ball, rutschte Kusch unglücklich auf das Steißbein und musste das Feld gezwungenermaßen räumen.

Im zweiten Viertel agierten die Gäste aus Magdeburg bissiger. Die Kontaktaufnahme mit den quirligen Kängurus funktionierte besser. Der VfL ließ zudem die Konzentration im Abschluss vermissen, konnte aber mit höherer individueller Klasse den USC vor Probleme stellen. Ausgebufft und abgezockt, ließ sich der Gastgeber nicht aus der Ruhe bringen und stellte innerhalb der ersten zehn Minuten nach Wiederbeginn auf 40:19.

Der Gast dagegen verzweifelte an der eigenen Wurfquote, die in jenem Spiel als ausbaufähig zu titulieren war. Die im Vergleich zum ersten Durchgang deutlich engagierteren Gäste, belohnten sich nur selten. Am Korb vergaben die Magdeburger zu überhastet und liefen in gefährliche Konter.

Kusch beißt sich durch

Der VfL ging mit 48:19 in die Halbzeit und bestritt das letzte Viertel - zur Überraschung der Zuschauer - wieder mit dem angeschlagenen Jannec Kusch. Nach intensiver Behandlung biss Kusch auf die Zähne und kam zurück aufs Feld. Spürbar angeschlagen und humpelnd, zeigte der Schlüsselspieler der Mildestädter Charakter.

Die Einwechslung von Kusch brachte den Gastgebern einen zusätzlichen Impuls, um das Spiel endgültig für sich zu entscheiden. Kuschs Fähigkeiten sollten trotz Handicap aufblitzen. Öffnende Pässe und messerscharfe Zuspiele im Fastbreak, zeigten die Bedeutung des angeschlagenen Point Guards für sein Team.

Der USC konnte nur erstaunt und voller Respekt zusehen, wie Kusch das Spiel des VfL an sich riss und bei eigenem Abschluss mit gelungenen Dreierwürfen glänzte.

Die überragende individuelle Klasse der Gastgeber sollte sich spätestens mit dem Korb zum 89:38 zeigen, als Kalbes Paul Krüger den Ball über die rechte Seite gekonnt abschließt. Aus vollem Lauf fischte dieser den Ball mit einer Hand aus der Luft und beförderte das Runde unter spitzem Winkel von der Laneline in den Korb. Gefühlvoll wie an einer Violine gezogen, gelang Krüger damit einen der absoluten Höhepunkte im Spiel des Bezirksliga-Tabellenführers.

100-Punkte Marke geknackt

Im Schlussakkord schafften die Gastgeber einen weiteren besonderen Moment gegen die Landeshauptstädter Sachsen-Anhalts. Der Korbleger zum 101:65, schaffte einen magischen Sieg der Kängurus vor eigenem Publikum.

Maßgeblich daran beteiligt, war auch der zweite Anzug des VfL, der von der Bank kam und nahtlos am Powerplay anknüpfte.

Nach der Schlusssirene durfte sich der VfL Kalbe zurecht mit Ovationen von seinen Anhängern feiern lassen, während dem USC Magdeburg in einer vorweihnachtlichen Lehrstunde nur die Erkenntnis blieb, noch jede Menge Arbeit im kommenden Jahr vor sich zu haben.

Statistik

VfL Kalbe/Milde: Richard von Glahn (6), Finn Schmieder (12), Paul Krüger (6), Tim Markewitz, Jan Decker, Julian Rose (9), Jonas Wolff (33), Josuel Rakow (11), Henrik Ahrend (2), Jannec Kusch (18), Alexander Riehs (4), Matti Hartlich.