Gardelegen l Auf heimischem Parkett hieß es am Sonntag am Ende gegen die Baskets aus Wolmirstedt deutlich 46:110. Allerdings zeigten sich die Racoons aus Gardelegen durchaus formverbessert.

Die Roten aus Wolmirstedt gingen erstmalig nach knapp zwei Minuten in Führung und sollten die Oberhand bis dato nicht aus der Hand geben. Die SSJ zeigte zu Beginn hingegen zu viele Ballverluste im Spiel nach vorn und machte es dem Gegner leicht, Bälle zu erobern. So baute der Gast schnell sein Führung aus.

Die Waschbären aus Gardelegen benötigten nach hektischer Anfangsphase eine Weile, um in das Spiel hinein zu finden. Alian Shakir gelang nach schnellem Umkehrspiel der erstmalige Korb für Gardelegen.

Anfangsphase mit Problemen

Nach gut drei gespielten Minuten, sah Coach Uwe Stephan beim Stand von 2:6 Korrekturbedarf bei seinen Jungs. Zu staksig in der Offense und zu unorganisiert und Konter anfällig präsentierte sich sein Team in der Defense bis dahin. Wolmirstedt zeigte mehr Struktur und Automatismen im eigenen Spiel.

Doch auch nach der ersten Auszeit blieb die SSJ nervös, spielte unsaubere Pässe. Coach Stephan reagierte nach sechs Minuten erstmals personell und brachte neues Personal. Atoof Shakir sollte mehr Spielkultur in die Offense bringen. Dies fruchtete zumindest temporär. Doch die SSJ offenbarte mit Fehlern im Dribbling, dass die Entwicklung der Mannschaft noch mehr Zeit benötigt.

Wollmirstedt wurde sich auf dieser Weise schnell bewusst, welche Rolle in jenem Spiel eingenommen werden würde. Dominant, aber beinahe zu lässig im Angesicht der eigenen Überlegenheit auf dem Parkett, präsentierte sich der Gast.

Kampf ohne Belohnung

Der Underdog wehrte sich gegen die sich erneut frühzeitig drohende Niederlage. Dies drückte sich oftmals mit Einsatz am Rande der Legalität aus. Auf Kosten einiger Freiwürfe, packte die SSJ in der Defense beherzt zu. Die Wollmirstedter blieben von dieser Gangart des Kontrahenten unbeeidnruckt.

In der Offense zeigte Vogel zumindest, dass die SSJ noch lebte. Der Teamspirit war weiterhin gut. So zeigten die Racoons trotz eines 9:29-Rückstandes nach dem ersten Viertel, dass bei eigenem Ballbesitz durchaus etwas möglich war.

In der Defense präsentierte sich die SSJ danach verbessert. Im Kollektiv liefen die Racoons bei Ballverlust zurück. Die Zonen wurden dennoch zu einfach vom Gast bespielt. Die Offense wurde immerhin durch Aktionen von Atoof Shakir befeuert, der mit starker Wurfquote am Korb für Aufsehen sorgte. Zwei von zwei Freiwürfe verwandelte der Pointguard bei seinem ersten Versuch und sollte die Quote auf insgesamt vier von sechs hochschrauben.

Beim Freiwurfkönig lag in der viel zitierten Ruhe, die Kraft. So bastelte die SSJ am Ergebnis. Den Wollmirstedtern ging nach starkem Beginn ein wenig die Luft aus. Mit nur einem Wechselspieler reisten die Gäste in die Willi-Friedrich-Halle. Das Tempo durchgängig hochzuhalten, fiel Wollmirstedt daher schwer. Wenig Wechseloptionen und Verschnaufpausen kosteten ihren Tribut. Der Gast musste sich die Kräfte einteilen, um bis zum Schluss durchzuhalten.

Der Gastgeber dagegen konnte mit vier Wechslern aus dem Vollen schöpfen und nutzte die Zeit, um durchzuwechseln. Dennoch musste Coach Uwe Stephan seine Mannen an die Hand nehmen, um die Absicherung am Korb zu gewährleisten. Spieltaktisch zeigte sich der Gast dagegen reifer.

Renz mit sehenswerten Treffer

Den Zauberkorb des Tages warfen dennoch die Gardeleger. Roman Renz legte den Ball im Sprung, mit dem Unterhandschupfer gefühlvoll in den Korb. Dieser blieb zwar Ergebniskosmetik, entschädigte aber die leidenden SSJ-Anhänger für ihre Geduld auf der Tribüne.

Mit der deutlichen Leistungssteigerung der SSJ im zweiten Viertel, ging es in die Pause. Die Handbremse hatte sich beim SSJ zumindest in der Offense gelöst. Im dritten Viertel zeigte sich der Gast wieder präsenter, so dass sich ein munterer Schlagabtausch entwickelte.

Mit weiten Würfen konterte Wolmirstedt die SSJ allerdings ein ums andere Mal aus. Die Defense der SSJ blieb ausbaufähig. Die Chancenverwertung auf Seiten der Gelben ließ ebenfalls Luft nach oben. Die Konzentration im Abschluss ließ der Gastgeber zum Leidwesen von Uwe Stephan vermissen. Und so spielte sich der Gast beim Stand von 81:38 in Richtung der 100er-Marke heran. Selbiges Schicksal wie gegen den VfL Kalbe drohte dem SSJ.

Mit körperbetonterem Spiel, war die SSJ gewillt, dies zu vermeiden. Doch am Ende gewann der Kontrahent aus Wollmirstedt mit 110:46. Die zweite Niederlage der Waschbären war damit perfekt. Ein Trost blieb den Schützlingen von Uwe Stephan allerdings: den schönsten Korb des Spiels erzielte ein Gardeleger.

Statistik

SSJ `93 Gardelegen: R. Renz (13 Punkte), Schulz (6), Boldt (6), Atoof Shakir (9), Alian Shakir, Heine, Vogel (6), Rothermel, C. Renz (6), Heins.

Baskets Wolmirstedt: Boriskov (26 Punkte), Hillmann (4), Khalifi (37), Morser (4), Warras (15), Zuch (24).