Salzwedel l Die Spieler und Schiedsrichter begeben sich in die Vorbereitung, die Stadien und Sportplätze der Amateurklubs öffnen wieder ihre Pforten. Die Vorfreude bei den Anhängern steigt erwartungsgemäß.

Doch nicht alles wird so sein, wie es einmal war. Die FIFA modifiziert den Fußball ab dieser Saison mit neuen Regeln. Damit soll der Entwicklung vom Ballbesitz-Fußball, hin zum Tempofußball Rechnung getragen werden. Der Fußball wird immer dynamischer. Die Zeit des Ballbesitz orientierten „Tiki-Taka“ ist vorbei.

Der Trend im Weltfußball geht zum „Umkehrspiel‘‘. Immer und alles soll sich möglichst schnell in Bewegung versetzen, Spielunterbrechungen auf ein Minimum reduziert und das Spiel damit schneller machen.

Fifa plant Änderungen

Viele der Neuerungen sollen die Mannschaften und Spielideen der Trainer in dieser fußballerischen Entwicklung stützen. Einige Neuregelungen führen jedoch auch zum Disput. Einfacher sollen sie den Fußball gestalten, gerechter und verständlicher sollen sie sein.

Die Volksstimme-Sportredaktion in Altmark geht den Regeländerungen nach. Welche Änderungen gibt es ab der neuen Saison? Wie sinnvoll sind sie wirklich? Wird das Spiel schneller und gerechter? Können die neuen Regeln den Fußball revolutionieren?

Analyse mit Rückmann und Höft

In der Serie „Saison 2019/2020 – Diese Regeln ändern sich“ werden die neuen Regeln vorgestellt. Landesliga-Schiedsrichter Christoph Rückmann (31) aus Riebau, sowie Trainer Dirksen Höft (48) vom Landesklasse-Klub FSV Heide Letzlingen analysieren die Neuerungen und geben ihre Meinung ab. Wir starten mit der ersten Neuerung.

Regeländerung: Die Auswechslung der Spieler. Ein Spieler, der ausgewechselt wird, muss das Spielfeld über die nächste Begrenzungslinie verlassen. Der ausgewechselte Spieler, muss sich sofort in die technische Zone oder Kabine begeben. Nach dem Wechsel darf der Spieler nicht mehr am Spiel teilnehmen.

Christoph Rückmann (Schiedsrichter): „Diese Regeländerung ergibt aus meiner Sicht Sinn. Damit soll ein permanentes und bewusstes Zeitspiel verhindert werden. Wenn bei knappem Spielstand ein oder zwei Spieler auf Zeit spielen, indem sie bewusst langsam bei der Auswechslung vom Feld gehen, oder eine Verletzung vortäuschen, um einen möglichst langen Weg zur Coaching-Zone zurückzulegen, dann ist der Spielfluss verhindert und der Gegner kann nicht mehr ins Spiel zurückfinden. Oft übertreiben es die Spieler und reizen das Zeitspiel aus. Mit der neuen Regel bei Auswechslungen, wird es kein Zeitspiel mehr geben. Die Regel ist eindeutig, so dass ein Spieler ab sofort mit einer Karte bestraft wird, wenn er das Spielfeld absichtlich nicht auf dem kürzesten Weg verlässt. Die Regel befinde ich als ausgesprochen nützlich.“

Dirksen Höft (Trainer): „Diese Regel finde ich nicht gut. Bei Auswechslungen war es Gang und Gebe, sich mit den Auswechselspielern abzuklatschen oder viel Glück zu wünschen. Das Persönliche und der Wunsch, einem neuen Spieler möglichst motivierende Worte mit auf den Weg zu geben, geht verloren. Zeitspiel hat es immer schon gegeben. Das gehört dazu. Solange alles im Rahmen bleibt, ist es ein taktisches Mittel. Der Fußball sollte sich nicht zu sehr am Handball orientieren. Dort gibt es schnellere Wechsel. Auf den Fußball lässt sich aber nicht alles übertragen. Bei der Ahndung eines Zeitspiels, sollte es einfach gelbe Karten geben. Wenn die Spieler vom Feld über die nächst gelegene Linie gehen sollen, weiß dann der Schiedsrichter, was hinter seinem Rücken passiert? Ist der Spieler dann im unmittelbaren Blick des Schiedsrichters? Ich glaube, die Regel wird noch für viel Wirbel sorgen. Ich bin gespannt, wie die Regel umgesetzt werden soll.“