Kuhfelde l Bärbel Habedank ist Miss „Altmark-Fußball“. Als Jugendtrainerin und Jugendausschussmitglied im Verbandswesen Altmark West, ist die engagierte Kuhfelderin aktiv. Nun füllt „Das Mädchen für Alles“ die Rolle als Schiedsrichterin in der Altmark West aus. Die im Jahr 2016 vom Deutschen Fußball Bund in den „Club der 100“ für ehrenamtliches Engagement aufgenommene Trainerin, hat nun die Taktiktafel gegen die Schiedsrichterpfeife eingetauscht.

Doch weshalb tauscht eine Frau, den Trainingsanzug gegen die Schiedsrichterkluft. Weshalb steht die, für ihr soziales und sportliches Engagement so hoch angesehene Habedank, selbst auf dem Platz und begibt sich dort von Tatort zu Tatort?

Große Leidenschaft zum Sport

Bärbel Habedank aus Kuhfelde ist seit 2015 Schiedsrichterin im Altmarkkreis Salzwedel. Sie bewertet spielentscheidende Szenen, fällt Urteile. Für die ehemalige Trainerin allerdings kein Problem: „Mich haben schon viele Bekannte im Umfeld darauf angesprochen und gefragt, warum ich mir das am Sonntagnachmittag antue. Ich sehe die Tätigkeit als Schiedsrichter nicht als Belastung, sondern als Spaß und Hobby.So bleibt sie dem Fußballsport weiterhin treu.

Wenn Unruhe aufkommt oder die Atmosphäre hitzig wird, ist das eine Herausforderung. Aber genau deshalb pfeife ich so gern. Ich liebe die Herausforderung und wollte mir selbst zeigen, dass ich das auch drauf habe.“

Die mittlerweile 58-Jährige strahlt und schwärmt, wenn sie über ihre Schiedsrichtertätigkeit redet. „Da ich auch Jugendspiele pfeife, bin ich den Jungs nahe, die ich aus der Umgebung kenne oder diejenigen, die ich trainiert habe. Da kommen wir mit einem guten Gefühl zusammen auf den Platz. Es ist schön zu sehen, das ich auf dem Platz das Tempo mithalten kann“, so Habedank.

Habedank legt Wert auf Fitness

Das Fitnessgeheimnis der nun für die SG Saalfeld pfeifenden Schiedsrichterin, hat Habedank ihrer Tochter zu verdanken. Um sich fit zu halten für die Spiele, fährt die Physikerin Fahrrad oder macht längere Spaziergänge mit ihren zwei Hunden. Mit Tochter und Enkelkind fahren sie in Kuhfelde und Umgebung viele Kilometer. Das bringt die nötige Kondition und Beinkraft. „Ich habe auch im hohen Alter noch genügend Luft, um mit den Fußballern auf dem Platz mitzuhalten, wenn auch nicht immer im Sprint.“

Habedank konzentrierte sich auf die Schiedsrichtertätigkeit, nachdem ihr Engagement als Trainerin bei der SG Saalfeld endete.„Das war schon ein einschneidendes Erlebnis,“ so die Schiedsrichterin. Stolz machte sie, dass einige Spieler in die Männermannschaft des Vereins wechselten. Ihr Terminkalender war mit einem Mal richtig leer. „Ich bin es seit Jahren gewohnt, viel zu unternehmen. Auf einmal klaffte da eine Lücke, die ich natürlich schließen musste.“

Um dem Fußball weiterhin Nahe zu sein entschied sie sich für die Schiedsrichtertätigkeit. Mit Erfolg - Habedank bestand ihre Schiedsrichterprüfungen und durfte seit dem Jahr 2015 offiziell Spiele pfeifen. Im Jugendbereich leitet sie in unterschiedlichen Altersgruppen die Begegnungen.

Bei den Männern fungiert sie als Linienrichterin. Habedank: „Gerade für Männer, war das sicher ein ungewohnter Anblick, aber sie haben mich schnell akzeptiert. Meine Entscheidungen sind konsequent. Ich bleibe im Gespräch aber immer besonnen und höflich. Das kam bisher gut an bei den Spielern.“

Hoffnung auf mehr Schiedsrichterinnen

Für die Zukunft des Schiedsrichterwesens hofft Habedank, dass der Frauenanteil in der Altmark steigt. „Vielleicht kann mit aktiver Werbung in den Schulen, die ein oder andere Schülerin aufmerksam gemacht werden.

Für die persönliche Entwicklung eines jungen Menschen, ist es zudem hilfreich, auch die andere Perspektive kennen zu lernen. Als Schiedsrichter lernt man unter anderem wie auf Stresssituationen reagiert wird. Das kann im späteren Verlauf für den Schul- und Berufsalltag von Nutzen werden.“

Für Bärbel Habedank jedenfalls braucht es keinerlei Überzeugungskraft und Argumente mehr, sich für das Schiedsrichterwesen zu entscheiden. Sie will so lange pfeifen, wie sie ihre Beine noch tragen. „Es gibt für mich keine Altersgrenze. Solange ich mich fit fühle und gesund bleibe würde ich auch gern noch einige Jährchen als Schiedsrichterin aktiv sein.“

Habedank schlägt dem Altern, mit Hilfe ihrer sportlich aktiven Lebensweise, einen Strich durch die Rechnung. Daran hat sich auch heute nichts geändert.