Liesten l Zufall – oder etwa doch nicht? Immer wenn der SV Liesten 22 auf den SV Rot-Weiß Arneburg trifft, dann spielt die Elf von Trainer Michael Piotrowski verkrampft. So war es im Altmarkpokalduell (1:4) und so war es auch zum Saisonauftakt in der Fußball-Landesklasse, Staffel I. Das 0:0 war für den Titelmitanwärter aus dem Waldstadion natürlich zu wenig.

Fünf Stammspieler fehlen

Ohne fünf Stammspieler gab es für Arneburg hingegen nur ein Rezept: Hinten sicher stehen und auf Konter lauern. Dieses ging während des gesamten Spiels gut auf, denn während die Hintermannschaft eine solide Partie ablieferte, erarbeitete sich das Bittner-Team vor allem durch den schnellen Markus Becker die eine oder andere Möglichkeit, um die Partie sogar zu gewinnen. Dies allerdings wäre des Guten wohl doch zu viel gewesen, denn deutlich mehr investierten die heimischen Liestener.

Speziell im ersten Durchgang merkte man beiden Teams allerdings an, dass sie noch nicht einhundertprozentig eingespielt waren. Ein echter Spielfluss kam durch viele Fehlpässe und Unstimmigkeiten auf beiden Seiten noch nicht zustande. Dennoch ergaben sich – zumeist nach gegnerischen Fehlern – schnell die ersten guten Gelegenheiten. Bereits in Minute vier scheiterte Liestens Niels Bierstedt an RWA-Schlussmann Tobias Maier. Auch Timm Müller (25./vorbei) und Sebastian Kordus (29./gehalten) brachten ihre Versuche nicht im Kasten unter. Auf der Gegenseite besaß Becker zwei Hochkaräter, doch in beiden Fällen scheiterte er völlig frei an Torhüter Dawid Szczerbik (19., 41.).

Norman Hass am Knie verletzt

Kurz vor der Pause ein Schock für die Gäste: Ohne Gegnereinwirkung blieb Norman Hass im Rasen hängen und verletzte sich dabei schwer am Knie. Betroffen sein könnten die Kniescheibe und das Kahnbein. Schiedsrichter Thomas Krugel bat beide Teams sofort in die Pause und pfiff die zweite Hälfte erst an, als Hass von den eintreffenden Rettungskräften vom Platz getragen wurde.

Wieder bestimmte Liesten die Partie, fand aber erneut kein passendes Mittel, um die routinierte Arneburger Abwehr um Michael Winkelmann und Martin Gebauer zu knacken. Dennoch ergaben sich gute bis sehr gute Möglichkeiten durch Kordus (47./gehalten), Marcin Galkowski (51./geblockt, 60./drüber) oder auch Bierstedt (68./gehalten).

Rot-Weiß Arneburg riskiert wenig

RWA riskierte wenig, bekam in Minute 78 aber erneut eine gute Konterchance. Wieder wurde Markus Becker auf die Reise geschickt, allerdings fand er zum dritten Mal seinen Meister in Szczerbik. Danny Kiefel (84./drüber) und abermals Becker (86./geblockt) vergaben ebenfalls die mögliche RWA-Führung. Doch wichtig war es den Ostaltmärkern vor allem, den Punkt zu verteidigen. Dieser stand endgültig fest, nachdem Steven Beck per Freistoß (90./drüber) die letzte SVL-Gelegenheit ausließ.

„Nutzen wir nur einen von unseren fünf bis sechs Hochkarätern, läuft das Spiel sicherlich anders. Doch wir haben in der Bewegung mit dem Ball nicht das gemacht, was wir uns vorgenommen hatten, und meist die falschen Entscheidungen getroffen“, war Liestens Coach Michael Piotrowski enttäuscht. Zufrieden zeigte sich hingegen sein Gegenüber Mario Bittner: „Wir wollten heute vor allem die Null halten und unsere Konterchancen möglichst nutzen. Den Punkt nehmen wir gern mit.“ Um oben mitspielen zu können, werden sich aber beide Mannschaften noch steigern müssen.

SV Liesten 22: Szczerbik - Bresch, St. Mangrapp, Kordus, Galkowski, Bierstedt, T. Müller (70. Koneczek), He. Glameyer, Schröder, Benecke (70. Steckmann), Beck.

SV Rot-Weiß Arneburg: T. Maier - Kiefel, Becker, Gebauer, Huchthausen, Wiechmann, Nagel, Hellmig, Winkelmann, Hass (46. Kubitza), Bensberg.