Salzwedel l Die Mannschaften bereiten sich unter dem Hallendach auf die letzte Strecke bis zum Saisonende vor. Ein klares Bild im Kampf um den Aufstieg, hat sich aber bereits abgezeichnet.

Tabellenführer hat guten Vorsprung

Die besten Karten um den Gang in die Kreisliga anzutreten, hat die SG Vienau/Kalbe mit 25 Punkten. Der SV Engersen lauert mit 18 Punkten und einem noch ausstehenden Nachholspiel auf Position zwei und kann dem Herbstmeister noch gefährlich werden.

Tabellennachbar ESV Lokomotive Salzwedel belegt einen respektablen dritten Rang, hat aber nur noch theoretische Chancen auf die Meisterschaft. Viel Arbeit vor sich hat die SG Neuendorf mit sieben Punkten auf Rang sechs und die SG Diesdorf II mit sechs Punkten als Tabellenschlusslicht.

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Die zur Saison neu gegründete SG Vienau/Kalbe führt nach dem Zusammenschluss die Tabelle an. Mit einem breiten Kader, individuell hoher Spielerqualität und konstanten Leistungen, eroberte Vienau/Kalbe Rang eins. Zu Beginn der Saison noch als Jäger unterwegs, ist die Mannschaft des ehemaligen Gardelegers Marcel Falk nun der Gejagte. Dieses Gefühl dürfte dem Angreifer bekannt sein.

Falk führt Torschützenliste an

In der Torjägerliste tritt Falk ebenfalls als Gejagter in Erscheinung. Mit 13 Toren führt der Goalgetter die Torjägerliste der Kreisklasse an. Abhängig von seinen Toren, ist der Tabellenführer indes nicht. Falk erzielte nur etwa ein Viertel aller Tore seines Klubs. Qualitativ ist Kalbe/Vienau hervorragend besetzt und kann Ausfälle oder Formtiefs einzelner Spieler in der Offensive verkraften.

Die Kreisklasse ist eine Nummer zu klein für den ehemaligen Landesklasse-Vertreter Kalbe, was die Ergebnisse zeigen. Unter anderem gab es ein 12:1 gegen Diesdorf II, ein 6:0 gegen Lok Salzwedel, sowie ein 5:0 gegen Neuendorf/Berkau. Dies suggeriert die sportliche Unterforderung in der Liga. Am Aufstieg führt wohl kein Weg vorbei.

SV Engersen bekommt personelle Probleme

Die Saison stark begonnen hatte auch der SV Engersen. Der Zweitplatzierte führte lange die Tabelle an. Alles sah nach einem Durchmarsch der Grün-Weißen aus. Doch im Zuge personeller Not, brachen die Mannen aus Engersen ein und erlebten ausgerechnet bei der 0:4-Klatsche gegen Vienau/Kalbe eine Lehrstunde.

Im Derby konnte Engersens Top-Torjäger Marcel Krzewski (zehn Treffer) kein Tor für sich verbuchen. Stattdessen half Krzewski sogar im Tor aus. Torhüter Cedric Lötge musste früh verletzungsbedingt die Segel streichen, wodurch der im Angriff leer ausgehende Krzewski, die Nummer eins ersetzen musste. Nach der Derby-Pleite und zwei weiteren Niederlagen in Folge, war das Stimmungstief beim Aufstiegsaspiranten perfekt. Doch dem SVE gelang es, sich aus diesem heraus zu arbeiten.

Die erste Saisonhälfte wendeten Krzewski und Co. mit einem beeindruckenden 7:2-Erfolg bei Lok Salzwedel zum Guten. Für den potenziellen Aufstieg darf sich der SVE jedoch keinen Ausrutscher mehr erlauben und wird das direkte Aufeinandertreffen gegen Vienau/Kalbe für sich entscheiden müssen.

ESV Lok überzeugt in der Offensive

Der ESV Lokomotive Salzwedel hat nach schwachem Beginn in der Kreisklasse ebenfalls Fuß gefasst. Fünf Neuzugänge galt es für Trainer Florian Lange zu integrieren. Die Geduld, um ein echtes Team zu formen, zahlte sich am Ende des ersten Halbjahres aus. Mit 25 Toren aus neun Spielen zeigte der ESV, dass die Stärken im Offensiv-Spiel liegen.

In der Defensive offenbarte der Abwehrverbund um Kapitän Fabian Peters jedoch zu viele Schwächen. Ganze 32 Gegentore ließ Lok zu. Damit fingen sich die Salzwedeler die meisten Gegentore unter den Top-Drei der Liga. Zum Vergleich: Tabellenführer Kalbe/Vienau kassierte lediglich sechs Gegentore in zehn Spielen. Ein Aufstieg für die Lok dürfte sich daher zwar nicht als illusorisch, aber äußerst schwierig gestalten. Langfristig betrachtet werden die Salzwedeler mit der Ambition des Aufstieges an den Saisonstart gehen.

VfB Klötze II

Zum „Best of the rest“ schwang sich der VfB 07 Klötze II auf. Die Mannschaft um die beiden Spielertrainer Stefan Schulz und Stefan Joite, konnte respektable Ergebnisse erzielen. Spitzenreiter Kalbe/Vienau rangen die Klötzer an der heimischen Sportanlage gar ein 0:0 ab. Spektakulär gewann die Zweite zudem mit 5:4 in Neuendorf. Wille, Kampfgeist und Leidenschaft brachten die Klötzer in den bislang neun Ligaspielen stets auf den Platz. Gegen den VfB II zu punkten, hat sich als schwierig erwiesen. Genau dies ist die größte Errungenschaft des Liga-Vierten. Der Charakter innerhalb der Truppe stimmte bislang.

FSV Miesterhorst

Punktgleich auf Rang fünf und einem absolvierten Spiel weniger, befindet sich der FSV 77 Miesterhorst. Neun Punkte aus den letzten fünf Begegnungen, ermöglichten dem FSV den Sprung aus dem Keller. Zu Saisonbeginn legten die Blau-Gelben eine Talfahrt mit nur einem Punkt aus drei Spielen hin. Mittlerweile hat sich der FSV gefangen und konnte zum Jahresende mit einem 3:0-Erfolg gegen den SV Engersen aufhorchen. Die Leistungen der 77-er sind noch sehr schwankend und Tagesform abhängig. Eine Prognose für den restlichen Verlauf der Saison fällt daher schwer. In der Offensive hat der FSV noch Luft nach oben, was 14 Tore nach acht Spielen zum Ausdruck bringen.

SG Neuendorf/Berkau

Einen Qualitätszuwachs benötigt auch die SG Neuendorf/Berkau. Nach der Halbserie befindet sich die SG auf dem vorletzten Rang. Eine ganze Reihe an Niederlagen kassierte der Tabellensechste. Doch der Trend der letzten beiden Auftritte zeigte zumindest, dass die Schwarz-Gelben sich nicht aufgegeben haben. Ein 2:0-Erfolg in Engersen und ein deutlicher 4:1-Heimsieg gegen Miesterhorst brachten zwar spät, aber zur großen Freude von Trainerteam Andreas Jordan/Tobias Kämpfer, die ersten Dreier ein. An diesen Leistungen wird Neuendorf/Berkau im neuen Jahr anknüpfen wollen.

SG Diesdorf II

Als Tabellenschlusslicht geht die SG Diesdorf II in das erste Ligaspiel des neuen Kalenderjahres. Nur sechs Punkte aus acht Spielen holte die Zweitvertretung. Zu wenig, um die untere Tabellenregion zu verlassen. Die meisten Gegentore kassierte das Schlusslicht. Satte 49 Mal klingelte es im Kasten von Torhüter Sebastian Tölke.

Zuletzt ging die Mannschaft von Trainer Jörg Kleiner gegen Kalbe/Vienau mit 1:12 unter. Hoffnung auf eine deutliche Besserung der sportlichen Lage ist nicht zu erwarten. Die Anhänger des Tabellenletzten werden weiterhin mit ihren Lieblingen leiden müssen. Positives gilt es dennoch festzuhalten: Diesdorf/Langenapel II musste keines seiner Spiele aus personellem Mangel absagen und hat noch ein Nachholspiel vor der Brust.

Bei einem Sieg im Nachholer, könnte Konkurrent Neuendorf/Berkau in der Tabelle überholt werden. Die rote Laterne abzugeben, wird das Ziel für den Rest der Saison für die Kleiner-Schützlinge sein, und damit zur Ehrensache auserkoren. Noch hat Diesdorf II die Gelegenheit dazu, die Saison zu einem versöhnlichen Ende zu führen - nicht nur eine Frage von Ehre und Stolz für das aktuelle Schlusslicht der Kreisklasse.

Startschuss am 8. März

Zwischen Fußballästhetik und Kick and Rush – die 1. Fußball-Kreisklasse wird in der zweiten Saisonhälfte wieder interessante Spielpaarungen bereit halten. Am 8. März geht es für die Teams der 3.Altmark-West-Liga wieder los. Dann werden die Eckfahnen wieder gesteckt und die Kreide aus dem Schuppen hervor gezückt. Die geballte Vorfreude steigt von Woche zu Woche, bis die Pforten der Kreisklasse-Klubs wieder öffnen.