Kloster Neuendorf l Im heimischen Dorfstadion an der Zienauer Straße unterlagen die Mannen um Spielertrainer Marcel Krzewski mit 3:4 gegen den Kreisliga-Kontrahenten aus der Altmark Ost.

Satte 119 Tage nach der wegen der Corona-Pandemie verhängten Einstellung des Spielbetriebs, durften die beiden altmärkischen Vertretungen wieder den Geruch des Rasens während einer Fußballpartie wahrnehmen.

Freundschaftsspiel unter Auflagen

Der sechstplatzierte Kreisklasse-Klub der vergangenen Spielzeit Kloster Neuendorf, der sich aus der Spielgemeinschaft mit der KSG Berkau nach zwei Jahren löste, fungierte als vorbildlicher Gastgeber in schwierigen Zeiten. Das Hygienekonzept unter den 61 zahlenden Zuschauern wurde mittels Protokollierung in die Teilnehmerliste und Desinfektion der Hände angenommen.

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Überraschend temporeich begann die Partie, in der die Reserve des Möringer SV zunächst die Initiative ergriff. Fehlende Spielpraxis nach Monaten der fußballerischen Entbehrung, war beiden Mannschaften nicht anzumerken.

Intensiv geführte Zweikämpfe fanden sich auf beiden Seiten. Den ersten gefährlichen Torschuss gaben die Möringer in Person von Christian Prang ab. Aus 16 Metern fasste sich der vereinsintern beste Knipser der vergangenen Saison ein Herz, scheiterte jedoch an Schlussmann Jannis Lübke (11.). Unmittelbar später war es wieder Prang, der sich geschickt von seinen Bewachern löste und aus der Drehung erneut Torwart Lübke prüfte.

Chancen auf beiden Seiten

Der bis dato auffälligste Akteur auf Seiten der Gastgeber war Robert Damm – allerdings anders als gewollt. Die Gäste reklamierten auf Handspiel, nachdem der Rechtsverteidiger einen Schuss aus kurzer Distanz mit dem Oberarm blockt (13.). Schiedsrichter Michael Damke, der gute Sicht auf das Spielgeschehen hatte, verwehrte den Elfmeter und zeigte völlig zurecht nicht auf den Punkt.

Die Gastgeber mühten sich im Spielaufbau und taten sich schwer mit dem Herausspielen klarer Torchancen. Stefan Liebig zog die Fäden im Mittelfeld, ließ sich geschickt fallen und bestimmte das Spieltempo.

Nach einer guten halben Stunde gelang es erstmals Justin Nowak mit einer starken Finte seinen Gegenspieler abzuschütteln und in den Strafraum einzudringen. Doch die Möringer blockten den darauffolgenden Schussversuch des agilen Flügelstürmers.

Führung nach 32 Minuten

Nur fünf Minuten später scheiterte Tim Hollstein mit sehenswertem Schuss aus 16 Metern am Aluminium. Der Ball des schussgewaltigen Hollstein donnerte gegen die Latte. Der Abpraller landete nach dem Alupech vor die Füße von Torjäger Prang, der im zweiten Anlauf an SG-Keeper Lübke scheitert.

Zwei Minuten später gelingt den Gästen aber das ersehnte Führungstor (32.). Dominik Schreiber ist es, der nach gut vorgetragenem Angriff das erste Tor markiert. Mit Angreifer Prang, der als Wandspieler und Prellbock gleich zwei Spieler mit dem Rücken zum Tor abschirmte, spielte Schreiber den mustergültigen Doppelpass und schob locker aus zehn Metern ein.

MSV-Reserve zur Halbzeit vorne

Die Hintermannschaft der SG wurde kurz vor der Halbzeitpause um ein weiteres Mal schwindelig gespielt, als Oliver Merta auf die Reise geschickt wurde und im Strafraum vollenden durfte. Der Torschütze zum 2:0 schlich sich völlig unbeirrt frei und erhöhte zur 2:0-Pausenführung für die Ostaltmärker. Der favorisierte Kreisligist zeigte, weshalb ein starker vierter Platz nach nur 13 Ligaspielen am Ende der abgebrochenen Saison stand.

In Hälfte zwei präsentierte sich die SG Engersen/Kloster Neuendorf etwas bissiger in den Zweikämpfen und kam zur ersten dicken Gelegenheit in Abschnitt zwei. Marcel Krzweski scheiterte jedoch an Möringen-Schlussmann Maik Strohbach. Den Gästen blieb es aber weiterhin vorbehalten, den Ball im Netz unterzubringen. Während der Anschlusstreffer der Gastgeber in der Luft lag, schlugen die Weißen eiskalt zu. Jonas Gödecke schaltete sich per Doppelpass in das Offensivgeschehen ein und blieb vor dem gegnerischen Tor eiskalt (50.) - 0:3.

Hausherren kämpfen sich zurück

Die SG ließ sich trotz des erneuten Gegentreffers nicht hängen und zeigte Moral. Gewillt, sich nicht vorführen zu lassen an heimischer Sportstätte, versuchte die neue Spielgemeinschaft, den Rückstand zu egalisieren. Mit gutem Umschaltspiel und einem bärenstarken Justin Nowak gelang eine Trotzreaktion. In der 60. Spielminute trieb der Ballvirtuose in hohem Tempo das Leder über das halbe Spielfeld und vollendete mit einem sehenswerten Distanzschuss von der Strafraumgrenze, der auf spektakuläre Weise von der Unterkante der Latte in das Gästegehäuse springt.

Während das Spielgeschehen beim MSV II im Leerlauf stecken blieb, nutzte die SG das psychologische Momentum für sich. Nach toller Vorarbeit von Krzweski, gelang Nowak der zweite Streich (79.). Wiederholt sehenswert, schlenzte der dribbelstarke Flügelstürmer den Ball in vollem Lauf in den Winkel. Die SG glaubte fortan nicht nur an die eigene Stärke, sondern an den Ausgleich. Dieser sollte durch Stefan Liebig tatsächlich folgen. Die unfassbare Aufholjagd gelang per Schrägschuss durch den Angreifer, der im Strafraum das lange Eck anvisierte und das Spielgerät genau in den Winkel beförderte (80.) - 3:3.

Doch beim 3:3 blieb es nicht. Der Mut der neuen Spielgemeinschaft wurde nicht belohnt, da Marian Baehr den Endstand herstellte. Der kaum noch für möglich gehaltene Treffer zum 3:4 fiel noch in der Nachspielzeit durch ein sehenswertes Solo von Jonas Gödecke. Dieser überwand seine Gegenspieler, inklusive Torhüter Lübke wie Slalomstangen und bescherte der Zweiten des Möringer SV den ersten Sieg nach der Corona-Pause.

Kampf wird nicht belohnt

Die SG Engersen/Kloster Neuendorf verkaufte sich im zweiten Abschnitt teuer, wurde aber nicht mit einem Unentschieden belohnt. Sichtlich zufrieden zeigte sich Spielertrainer Marcel Krzewski über die spielerische Darbietung seiner Truppe dennoch: „Wir haben lange nicht mehr gespielt. In der ersten Halbzeit hatten wir defensiv zu viel zugelassen. Umso besser waren wir mit einer tollen zweiten Halbzeit. Innerhalb von sechs Wochen, haben wir mit der neuen Spielgemeinschaft immerhin noch elf Trainingseinheiten absolviert. Die Mannschaft hat in dieser Zeit gut mitgezogen. Das hat man auch in diesem Spiel gesehen.“

Angesichts einer langen Pause, hat die SG Engersen/Kloster Neuendorf und der Möringer SV II einen mehr als ordentlichen Auftritt geboten. Die unterhaltsame Partie, in der gute Offensivakzente gesetzt wurden, hat Lust auf mehr gemacht.

Statistik

SG Engersen/Kloster Neuendorf: Lübke – Opl, Damm, Schramm, Pelzel, Beyer, Fischer, Nowak, Krzewski, Maler, Liebig, Prestel.

Zuschauer: 61

Torfolge: 0:1 Schreiber (32.), 0:2 Merta (44.), 0:3 Gödecke, 1:3 Nowak (60.), 2:3 Nowak (78.), 3:3 Liebig (80.), 3:4 Gödecke (90.).