Gardelegen l Fred Hauschild genießt die Zusammenarbeit mit jungen und erfolgshungrigen Spielern. Diesbezüglich ist der SSV 80 Gardelegen für ihn eine gute Adresse. Denn dort wird die Nachwuchsarbeit ganz groß geschrieben, wovon in den letzten Jahren natürlich auch die erste Herrenmannschaft stark profitierte. In deren Reihen fungiert Hauschild als Betreuer, zudem gehört er auch schon seit vielen Jahren dem Spartenvorstand an.

Mit Herzblut dabei

Selbst war es Fred Hauschild nicht lange vergönnt, dem runden Leder nachzujagen. Zwar startete der gebürtige Jenaer seine Laufbahn in den 1970er Jahren beim VfB Chemie Steudnitz als Verteidiger, doch nachdem es ihn 1981 aus familiären Gründen nach Gardelegen verschlug, konnte Fred der Gesundheit wegen nicht aktiv weitermachen. Doch Hauschild schlug einen anderen, ebenfalls erfolgreichen Weg ein.

Unterstützung für den Sohn

Er wollte seinem Sohn Florian zur Seite stehen und schloss sich als Betreuer der damaligen SSV-B-Jugend an. Sein Filius riss sich später das Kreuzband und beendete seine Karriere damit ebenfalls frühzeitig, doch der Vater blieb dennoch an der Seitenlinie dabei. Über die A-Jugend zog es Fred Hauschild in die erste Männertruppe Gardelegens. Insgesamt ist der gebürtige Thüringer nun schon 17 Jahre dabei. Allerdings mit kurzer Unterbrechung, denn in der Amtszeit von Thorsten Ebeling gönnte sich Hauschild eine kurze Pause.

Als Norbert Scheinert dann aber vor gut vier Jahren auf die Trainerbank des damaligen Landesklasse-Vertreters zurückkehrte, hatte auch den Wahl-Westaltmärker wieder die Motivation gepackt. „Norbert musste mich nicht bitten, er hat mich überzeugt“, verrät der 57-Jährige. Unter Scheinerts Regie erlebte Fred bereits in der Saison 2009/2010 ein Jahr in der Landesliga mit. Zwar reichte es damals nicht ganz zum Klassenerhalt, doch mittlerweile sind die Rolandstädter in die besagte Spielklasse zurückgekehrt.

Hausschild nicht zu ersetzen

„Es macht unwahrscheinlich viel Spaß, mit den jungen Spielern zusammenzuarbeiten“, schwärmt Hauschild. Der hilft dem Cheftrainer viel in Sachen Trainingsvorbereitung und unterstützt zudem Torwarttrainer Thomas Eppinger. Doch nicht nur das: 2010 übernahm der Thüringer den Posten als zweiter Vorsitzender in der Sektion hinter Jens Bombach. Zwar gibt es diese Position mittlerweile offiziell nicht mehr, doch Fred Hauschild ist nach wie vor Mitglied des Spartenvorstandes. „Ich bin immer mit Herzblut dabei, habe viele Spieler schon von Beginn an betreut. Ich denke, damit habe ich mir schon ein wenig Ansehen erarbeitet“, erklärt der 57-Jährige.

Würdigung der Arbeit

Kein Wunder also, dass er für die alljährliche Kampagne des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), „Danke ans Ehrenamt“, vorgeschlagen wurde und dort sogar zum Sieger in der Westaltmark avancierte. „Ich freue mich sehr darüber, denn ich sehe das als Würdigung meiner Arbeiten im Verein“, so das „Mädchen für Alles“. Seinen Preis durfte sich der ehrgeizige Fred erst kurz vor Weihnachten beim Hallensupercup des Kreisfachverbandes (KFV) Altmark West in Beetzendorf abholen. Als Hauptpreis darf sich der gebürtige Jenaer ein Länderspiel der deutschen Nationalelf im Stadion ansehen. Es wird übrigens nicht sein erstes sein: „Ich habe schon ein paar Partien gesehen, auch damals von der DDR-Auswahl.“

Was den Wahl-Westaltmärker beim SSV besonders imponiert? „Ich finde die Atmosphäre bei unserem Hallen-Soccercup einfach toll. Zudem muss man die Jugendarbeit hier einfach loben“, verrät Fred Hauschild. Eines seiner bislang schönsten Erlebnisse war der Staffelsieg in der Landesklasse im Juni dieses Jahres. Gern erinnert sich Fred an den kuriosen 4:3-Erfolg am letzten Spieltag in Liesten zurück, als es zur Halbzeit 0:3 aus SSV-Sicht stand und Youngster Xaver-Dan Haak erst in der Nachspielzeit den Erfolg mit seinem Kopfballtreffer perfekt machte. „Man muss sagen, dass unsere junge Mannschaft einen tollen Fußball spielt. Wir haben im Kader zudem eine gute Mischung“, sieht er die Rolandstädter in der Landesliga gut aufgehoben.

Die Hinrunde in der Nordstaffel beendeten sie auf einem starken vierten Platz. „Nach anfänglichen Gewöhnungsproblemen haben sich die Jungs gefestigt“, so Hauschild. Der backt allerdings nach wie vor kleinere Brötchen und wäre schon mit einem einstelligen Tabellenplatz am Ende der Spielzeit zufrieden: „Wichtig ist, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Unter den ersten Zehn würde ich uns am Ende schon gern sehen.“

Jugendarbeit als Grundstein

Der Betreuer hofft, dass die Spieler allesamt zur Stange halten und kräftig mit anpacken, damit dieses Unternehmen gelingt. Im Optimalfall sieht er selbst die Verbandsliga auf Dauer nicht als utopisch an. „Das wäre schon eine schöne Sache, wenn wir es irgendwann mal dorthin schaffen könnten. Doch man muss eben auch schauen, was aus dem Nachwuchs hochkommt. Es ist einfach wichtig, dass wir die Jugendarbeit weiterhin so gut wie möglich aufrechterhalten“, blickt der Thüringer vorsichtig in die Zukunft.

Arbeit im Vorstand sehr harmonisch

Doch nicht nur auf dem Platz sieht Fred Hauschild den SSV 80 Gardelegen gut aufgestellt, sondern auch hinter den Kulissen. „Es gelingt eigentlich immer, alle Interessen unter einen Hut zu bringen. Die Zusammenarbeit im Vorstand ist einfach toll. Ich hoffe, dass dies auch so bleibt“, gerät der 57-Jährige ins Schwärmen. Allerdings könnte es dafür auch eine Bedingung geben: „Es wäre schön, wenn mehr neue und vor allem junge Leute den Vorstand bereichern.“

Viel lastet beim SSV auf den Schultern von Spartenchef Jens Bombach, der aber auch über ein starkes Gefolge verfügt. Unter anderem wird er eben auch von Hauschild unterstützt. Fred Hauschild wünscht sich, dass er noch lange fit und gesund bleibt, um dem SSV 80 Gardelegen auch noch möglichst lange die Treue zu halten. Der Verein hat sich für dessen Verdienste kürzlich revanchiert und dem „Mädchen für Alles“ mit Sicherheit einen unvergesslichen Tag mit der DFB-Auswahl beschert.