Liesten l Henning Schröder darf sich am 7. Oktober im Fußball-Landespokal auf ein Wiedersehen mit seinem alten Klub freuen. Ja, der 19-jährige Mittelfeldspieler war tatsächlich mal für den 1. FC Magdeburg aktiv – wenn auch „nur“ im Nachwuchs. Mittlerweile hat sich der Apenburger einen festen Platz beim Landesklasse-Vertreter SV Liesten 22 gesichert.

Von der D- bis zur B-Jugend beim FCM

Von der D- bis zur B-Jugend war Henning Schröder an der Elbe aktiv, träumte vom Profigeschäft. Eine Verletzung machte diesen Traum allerdings zunichte. Schröder wollte sich anschließend doch mehr auf die Schule konzentrieren, kam sowohl privat als auch sportlich zurück in seine westaltmärkische Heimat und machte dort deutlich „kleiner“, dennoch aber nicht minder erfolgreich weiter.

Kurz nachdem Henning Schröder gemeinsam mit mehreren Freunden seine Laufbahn in der F-Jugend des TuS Blau-Weiß Kakerbeck begonnen hatte, sahen die Trainer Bernd Fankhänel und Ronald Gürges das große Talent des Apenburgers. Als Linksfuß war er geradezu prädestiniert für die Position des linken Verteidigers. Im Laufe der Jahre räumte Schröder mit dem Kakerbecker Nachwuchs ordentlich ab. Zum einen wurde er in der E-Jugend Hallenlandesmeister, zum anderen in der D-Jugend Landesmeister auf dem grünen Rasen.

Als Spieler im DFB-Stützpunkt in Klötze wurde Henning zu einem Sichtungstest zum 1. FC Magdeburg eingeladen, den er mit Bravour bestand. Noch in der D-Jugend wechselte der junge Westaltmärker nach Magdeburg ins Internat, wo er sich mit dem Oebisfelder Tim Queckenstedt, heute beim VfB Lübeck aktiv, ein Zimmer teilte.

„Es war für mich schon eine gewaltige Umstellung, so weit von zu Hause entfernt zu sein. Ich hatte gerade zu Beginn doch starkes Heimweh“, gibt der heute 19-Jährige zu. Doch zumindest am Wochenende durfte Henning Schröder zumeist in der Heimat sein, zum anderen arbeitete er tagtäglich hart für sein großes Ziel. Dieses lautete: Sprung ins Profigeschäft. Neben der Schule – Schröder besuchte das Sportgymnasium – fanden wöchentlich zwei Vormittags- sowie drei Nachmittags-Trainingseinheiten statt.

Auch VfL Wolfsburg war interessiert

„Erst ab 18 oder auch erst 19 Uhr hatte ich Zeit für mich“, denkt der Westaltmärker an das harte Pensum zurück. Der Apenburger hatte die Wahl. Auch der VfL Wolfsburg wollte den Kakerbecker Landesmeister von 2010 verpflichten. „Dort gab es aber kein Internat, so dass ich jeden Tag hätte pendeln müssen. Das Umfeld hat mir zudem in Magdeburg besser gefallen“, so der Youngster.

Sowohl in der C- als auch in der B-Jugend war Henning Schröder mit dem FCM in der Regionalliga aktiv. Die Kontrahenten dort hießen unter anderem Dynamo Dresden, RB Leipzig und FC Hansa Rostock. „Das war schon ein hohes Niveau“, verrät der 19-Jährige, der die Zeit bei den Blau-Weißen allgemein als „sehr lehrreich“ einstuft. „Sie hat mich sowohl sportlich als auch menschlich weitergebracht“, fügt Henning an. Doch eine Oberschenkelverletzung brachte Schröder aus dem Tritt.

Ein Jahr ausgeliehen

Es war schwer für ihn, zurück in die Mannschaft zu gelangen. So wurde er für ein Jahr an den TuS Magdeburg-Neustadt verliehen, um dort Spielpraxis zu sammeln. „Die Verletzung hat mich zurückgeschmissen. Es war eigentlich geplant, dass ich zum FCM zurückkehre, doch ich wollte mich nun doch mehr auf die Schule konzentrieren, um auf Nummer sicher zu gehen. Die Sache mit dem Profigeschäft ist doch eher ein Lotteriespiel“, verrät der Apenburger, der in seine Heimat zurückkehrte und fortan das Gymnasium in Beetzendorf besuchte, wo er in diesem Jahr sein Abitur ablegte.

Durch Trainer Gerhard ter Burg wechselte Henning Schröder zunächst zu den A-Junioren des TuS Schwarz-Weiß Bismark. Nach anderthalb Jahren in der Landesliga zog es den mittlerweile Mittelfeldspieler zum SV Eintracht Salzwedel. Mit der dortigen A-Jugend feierte er 2015 den Landesmeistertitel. Er traf auf viele alte Bekannte aus Kakerbecker Zeiten, zum Beispiel Trainer Ronald Gürges, aber auch Hannes Pietscher, Nils Gürges oder Niklas Mühl.

Bessere Perspektive in Liesten

Nach zwei Jahren an der Jeetze sah Schröder im Herrenbereich allerdings die bessere Perspektive beim SV Liesten 22. „Die Liestener haben bei mir angefragt, ich habe mir das angeschaut und letztendlich auch den richtigen Schritt gemacht“, verrät der Youngster rückblickend. „Vom Niveau her ist es hier schon nahezu optimal. Die Truppe ist lustig und richtig gut aufgestellt“, fügt der Abräumer vor der Abwehr schwärmend an.

Auf das Duell gegen den 1. FC Magdeburg im Rahmen der zweiten Landespokal-Runde am 7. Oktober freut sich Henning Schröder natürlich besonders. „Natürlich ist es ein besonderes Spiel für mich, zumal ich mit dem FCM noch immer verbunden bin“, gesteht Schröder. Persönlich kennt er aus dem Drittliga-Herrenteam aber lediglich den gebürtigen Salzwedeler Michel Niemeyer sowie Tarek Chahed, mit denen er gemeinsam im Internat lebte.

„Ich freue mich, sie wiederzutreffen“, so der Youngster. Die weiteren Akteure kennt er nur vom Sehen. „Wir wollen uns gut verkaufen, unser Bestes geben und den Zuschauern etwas bieten“, nennt er seine Zielstellung. Ein Weiterkommen für den Landesklasse-Vertreter scheint ausgeschlossen. „Für mich persönlich ist es schon ein kleiner Anreiz. Ich möchte mein Bestes geben und natürlich schon gern die nächste Runde erreichen, auch wenn dieses Ziel vermutlich viel zu hoch angesetzt ist“, erklärt der Apenburger.

Um die 2000 Zuschauer würde sich Henning schon zum Landespokal-Schlager im Liestener Waldstadion wünschen. Die Mehrheit soll natürlich den SVL ordentlich anfeuern. Mit diesem könnte sich Schröder in nächster Zeit durchaus den Landesliga-Aufstieg vorstellen. „Ich denke, dass dies mit unserem Kader möglich sein sollte“, verrät der 19-Jährige. „Ich selbst möchte den Spaß am Fußball nicht verlieren und wünsche mir, dass der Zusammenhalt im Verein so bleibt, wie er momentan ist“, fügt der Westaltmärker, der in Chemnitz studiert und sich dort noch einen Verein zum Mittrainieren unter der Woche suchen möchte, an.

FCM lange ärgern

Ein weiterer Wunsch des Mittelfeldspielers wäre natürlich, den 1. FC Magdeburg in zwei Wochen zumindest lange zu ärgern. An der Motivation sollte es bei Henning Schröder gegen seinen ehemaligen Verein jedenfalls nicht mangeln.

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