Gardelegen l Der Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) hat zudem auf seinem außerordentlichen Verbandstag entschieden, dass es Aufsteiger, aber keine Absteiger geben wird.

Die neue Spielzeit im Oberhaus Sachsen-Anhalts wird dann aller Voraussicht nach 19 Mannschaften umfassen. Mit dem SV Blau-Weiß Zorbau hat sich ein Vertreter in Richtung Oberliga Süd verabschiedet. Aus dieser Liga wird der TV Askania Bernburg nach sechs Jahren wieder freiwillig in die Verbandsliga zurückkehren, um einen Neustart vorzunehmen.

19 Mannschaften in der Verbandsliga integrier

Aus der Landesliga stoßen die beiden Quotienten-Aufsteiger SSV 80 Gardelegen (Nord-Staffel) und der FC Grün-Weiß Piesteritz (Nord-Staffel) in die Beletage des FSA. Somit ergibt sich: Wenn keine Mannschaft noch zurückziehen sollte, wird die höchste Spielklasse des Landes in der Saison 2020/2021 mit 19 Teams spielen.

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Somit besitzt die Verbandsliga seit der Premierensaison 1990/1991, noch unter dem Namen Landesliga, erstmals eine Staffelstärke von 19 Mannschaften - ein nicht zu verachtenden Programm von 38 Spieltagen warten auf die Teams von Weißenfels bis Gardelegen.

Staffelleiter erwartet ausgeglichene Liga

„Ich sehe da keine großen Bedenken und gehe davon aus, dass wir gemeinsam mit den Vereinen dieses Pensum bewerkstelligen werden. Aktuell können wir aber noch nicht sagen, wann die neue Saison beginnen wird, da wir von den Entscheidungen in der Politik und dem DFB abhängig sind. Mit Blick auf die neue Zusammensetzung erwarte ich eine sehr ausgeglichene Liga, in der jeder jeden schlagen kann. Es wird also wieder sehr spannend“, sagt Stephan Gräfe, Staffelleiter der Verbandsliga Sachsen-Anhalt.

Allerdings ergibt sich - gerade auch für Aufsteiger SSV 80 Gardelegen - ein ganz besonderes und bekanntes Problem. Sollte nämlich bereits in der Saison 2021/2022 eine Staffelstärke von 16 Mannschaften im Oberhaus erreicht werden, so müssten sogar die letzten fünf Mannschaften den Gang in die Landesliga antreten. Vorausgesetzt es gibt einen Aufsteiger in die Oberliga sowie einen Absteiger aus der Oberliga.

SSV kennt die Situation

Genau mit einer ganz ähnlichen Situation sahen sich die Gardelegen nach ihrem Aufstieg 2008/2009 in die Landesliga Nord konfrontiert. Auch damals wollte die Staffelstärke reduziert werden und letzten fünf Teams absteigen. Der SSV musste damals schmerzhaft mit starken 41 Punkten in den sauren Abstiegsapfel beißen.

Doch alte Kamellen interessieren an der Milde derzeit keinen. Momentan überwiegt natürlich die Freude üder den Aufstieg. Auch die Rahmenbedingungen sind andere. Der SSV als Verein beziehungsweise Sektion hat sich weiterentwickelt, steht sportlich noch auf einer ganz anderen Stufe und ist fest entschlossen, die höchste Spielklasse des Landes zu halten.

„Das ist schon unser Ziel, sonst brauchen wir nicht antreten. Vor einigen Jahren haben wir im Verein das Ziel ausgegeben, uns fest in der Landesliga zu etablieren. Aber wer sagt eigentlich, dass wir das nicht auch eine Liga weiter höher schaffen können?“, so SSV-Coach Norbert Scheinert, der sich auch schon jetzt auf den Start der Saison freut.

Saisonstart könnte im Oktober 2020 sein

Und sollten die Lockerungen innerhalb der Coronakrise weiter so fortschreiten wie zuletzt, ist damit zu rechnen, dass spätestens im September Test- und Pokalspiele absolviert werden können. Ein möglicher Saisonstart scheint für Anfang Oktober realistisch zu sein.

Allerdings ist das eher Kaffesatzleserei. Dennoch befinden sich die SSV-Männer derzeit bereits im Training und stehen weiter gut „im Saft“.

FSV Barleben vermeldet drei Abgänge

Ganz andere Sorgen hat der FSV Barleben. Der muss in der neuen Saison nämlich gleich auf ein Trio verzichten, dass sich im Sommer neu orientieren wird. Nachdem sich bereits Tony Lüddeckens für eine Rückkehr zum SV Gutenswegen/Klein Ammensleben entschieden hatte, werden auch zwei weitere Akteure nicht mehr für den FSV auflaufen.

Hendrik Romahn und Lars Zenker werden dem Verein mit unbekanntem Ziel verlassen. Romahn kam im Sommer 2018 aus der Nachwuchsschule des Osterburger FC (Landesklasse 1) nach Barleben und kam seither auf 43 Einsätze in der Verbandsliga (9 Treffer). Zenker hatte sich erst im vergangenen Sommer aus der Landesliga vom VfB Ottersleben nach Barleben.

Wie so viele Vereine, darunter auch der fleißige Nachbar 1. FC Bitterfeld-Wolfen, hat auch die SG Rot-Weiß Thalheim bereits am Kader für die kommende Spielzeit gefeilt. So begrüßen die Rot-Weißen drei externe Neuzugänge, die allesamt schon in Sachsen-Anhalts Beletage aufgelaufen sind, sowie zwei Jungs aus dem eigenen Nachwuchs im Verbandsliga-Kader.

Thalheim holt Dölauer Duo

Ein Duo angelte sich Thalheim dabei mit Dustin Jurkiewicz und Kassoum Amadou Mounkaila vom Ligakontrahenten SV Blau-Weiß Dölau. Während Defensivspieler Mounkaila in der auslaufenden Saison auf 18 Einsätze kam und damit seine persönliche Vita auf 56 Verbandsliga-Partien erweiterte, blickt Offensivspieler Jurkiewicz auf eine Spielzeit zum Vergessen zurück. „Das war eine extrem unglückliche Saison mit dauerhaft Verletzungen. Ich wollte einen Tapetenwechsel“, erklärt der 21-Jährige.

Thalheim-Coach Mario Beyer kennt der Youngster noch aus dem Nachwuchs des Halleschen FC, so dass die neue Destination nahe lag. „Ich freue mich sehr auf die Zeit in Thalheim und hoffe auf eine erfolgreiche Zeit, die mich auch selber noch weiterentwickeln wird“, so Jurkiewicz. Seinem alten Team, dem er künftig als Kontrahent gegenüberstehen wird, wünscht er dabei nur das Beste: „Dölau ist meine Heimat, der Verein war eine Familie. Ich bin dem Verein sehr dankbar. Ich wünsche Dölau für die neue Saison viel Glück und eine erfolgreiche Zeit.“ Zu den Spielerprofilen:

Der dritte externe Neuzugang ist derweil mit Max Petersohn ein Rückkehrer in Thalheim. Der 22-jährige Mittelfeldspieler lief für die Rot-Weißen schon in 41 Landesliga-Partien auf, schnupperte zudem in vier Verbandsliga-Partien rein, bevor er 2018 zum FSV Löberitz wechselte. Mit 50 Torbeteiligungen in 26 Einsätzen empfahl sich Petersohn beim Kreisoberliga-Aufsteiger wieder für höhere Aufgaben.

Darüberhinaus sollen mit Philipp Köhler und Lenny Louis Janders künftig zwei Nachwuchspieler aus den eigenen Reihen für die Thalheimer Herren auflaufen. Beide spielten zuletzt für die A-Junioren des JFV Sandersdorf-Thalheim in der Verbandsliga. „Wir wollen uns punktuell verstärken“, erklärte Abteilungsleiter Ralf Saalbach die Planung gegenüber der MZ. Mit dem vorhandenen Kader blickt Saalbach optimistisch auf die neue Spielzeit: „Man hat in der Rückrunde gesehen, dass wir mehr Potenzial haben. Ich bin optimistisch, was die kommende Saison angeht.“