Salzwedel l  In Sachsen und Thüringen ist das noch nicht geschehen. Auch der Mitteldeutsche Verband zögert. Er möchte sich an der Entscheidung des Deutschen Handballbundes (DHB) orientierten.

Doch die Zeichen in der Mitteldeutschen Oberliga (MDO), in der auch die Männer des SV Oebisfelde unterwegs sind, stehen auf Abbruch.

Abbruch ist nicht zu verhindern

So hat laut Sport-Informationsdienst (SID) Uwe Schwenker, Präsident der Handball-Bundesliga (HBL), „keinen Zweifel mehr“ an einem Abbruch der Saison in der HBL. „Wir haben unsere Punkte in chronologischer Reihenfolge abgearbeitet und die Klubs transparent mitgenommen, Es gibt keine Alternative, die Zeit sei nicht mehr da“, betonte Schwenker gegenüber dem SID.

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Momentan stimmen die 36 Erst- und Zweitligisten, wie der Präsident dem SID weiter sagte, über einen vorzeitigen Abbruch der aktuellen Spielzeit ab. Am gestrigen Dienstag kam es zur nächsten Videokonferenz der Verantwortlichen, in der es zu einer Entscheidung kommen könnte. Für ein vorzeitiges Saisonende bedarf es einer Dreiviertelmehrheit.

Die Berechnung der Abschlusstabelle könnte dann anhand einer Quotientenregel, Volksstimme berichtete, erfolgen. Der aktuelle Tabellenführer THW Kiel wäre dann deutscher Meister.

SVO von der Situation nicht überrascht

Die anstehende Entscheidungen haben natürlich auch Auswirkungen auf die MDO. Für Oebisfeldes Teammanager Florian Seiler kommt das wahrscheinliche Szenario indes nicht überraschend. „Nicht nur ich habe damit gerechnet. Die Zeit läuft uns einfach davon. Obwohl theoretisch ein reguläres Ende, zumindest in der MDO bei noch fünf ausstehenden Spieltagen, durchaus möglich gewesen wäre. Doch dagegen sprechen die weiterhin bestehenden Kontaktbeschränkungen. So hätten alle Mannschaften nach dem offiziell vom DHB ausgesetzten Spielbetrieb, Stichtag war der 3. Mai, mindestens zwei bis drei Wochen trainieren müssen, um wieder halbwegs in die Gänge zu kommen“, erklärte Florian Seiler und merkte an: „Sollte unerwartet diese Konstellation eintreten, könnten die Teams nicht vor Publikum spielen. Geisterspiele wären angesagt.“

Die Blicke aller in der MDO intrigierten Mannschaften, sowie der möglichen Aufsteiger aus den Landesverbänden Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen und der möglichen regionalen Absteiger aus den Staffeln der dritten Bundesliga, richten sich daher auf die neue Spiel-Serie in der MDO.

Nach Ende des offiziellen Meldetermins am 15. April haben gleich 21 Mannschaften für die neue Saison in der MDO gemeldet.

Saison ohne Absteiger

21 Vertretungen werden allerdings nicht in der MDO spielen. Viele Mannschaften haben „vorsorglich gemeldet“, wie es Florian Seiler formulierte. Klar dürfte sein, dass es bei Saison-Abbruch keine Absteiger aus der MDO geben wird.

Vorteil für den SVO. Die Oebisfelder stehen nämlich auf dem vorletzten Tabellenrang und müssten, wie im Vorjahr, als die sie sportlich abgestiegen waren, erneut nicht eine Klasse tiefer (Sachsen-Anhalt-Liga) auflaufen. Doch welche Teams steigen in die dritte Liga auf?

„Wie im Saisonverlauf in der MDO gemunkelt wurde, hegten der HC Burgenland, Concordia Delitzsch und der HSV Bad Blankenburg Aufstiegsambitionen“, erzählte Florian Seiler. In dieser Reihenfolge bilden die drei Formationen auch das Spitzentrio der Liga.

Ligagröße noch offen

Und welche Team steigen in die MDO auf? Aus den Landesverbänden Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen haben jeweils zwei Mannschaften gemeldet. „Sicherlich werden nicht sechs Teams aus den Verbänden aufsteigen. Ich rechne in der kommenden Saison mit einer Liga, in der 17 bis 18 Mannschaften vertreten sind. Denn auch Elbflorenz Dresden II hat gemeldet. Allerdings möchte ich betonten, dass dies alles spekulativ ist“, unterstrich Florian Seiler.

Borzucki kommt aus Osterburg

Unabhängig vom wahrscheinlich Abbruch, feilen die Oebisfelder seit geraumer Zeit bereits am Personal für die neue Saison. Dazu konnte Florian Seiler zwei klare Aussagen treffen: „Tim Schroeter, der für uns im linken Rückraum tätig war, wird uns in Richtung des niedersächischen Verbandsligisten VfB Fallersleben verlassen. Als Neuzugang konnten wir für den rechten Rückraum Christoph Borzucki vom Verbandsligisten HSG Osterburg verpflichten. Mit 155 Toren in 19 Spielen liegt er auf Rang drei der Torjägerliste. Außerdem haben wir Kontakt zu zwei weiteren Akteuren. Konkret möchte ich dazu aber noch nicht werden.“

Spekuliert, zumindest unter den Fans, wurden auch die Abschiede der Routiniers Andreas Kalupke und Michael Meichsner. „Davon kann noch keine Rede sein. Wir müssen abwarten, welche Auswirkungen die Corona-Krise, insbesondere mit Blick auf unsere Sponsoren, hat. Daher ist es keinesfalls sicher, ob wir auch nächste Saison in der MDO spielen“, so Florian Seiler.