Salzwedel/Barcelona l In einer Zeit von 13:33:33 Stunden, die fast genau der Dauer von neun Fußballspielen entspricht, legte der Salzwedeler Karsten Thiede 3,86 Kilometer schwimmend, 180 Kilometer auf dem Fahrrad und einen Marathon zurück. Der Triathlet schafft es mit einer neuen persönlichen Bestzeit beim Ironman Barcelona ins Ziel.

Thiede mit neuer persönlicher Bestzeit

Knapp ein Jahr arbeitete Karsten Thiede auf den einen großen Tag hin. Am 6. Oktober ging der Salzwedeler, der für die Triathlonfüchse Osterburg startete, beim Ironman Barcelona auf die Strecke. Neben Thiede erreichten sieben weitere Füchse und zwei Vereinsfreunde nach 3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen das Ziel. Für den Salzwedeler stand am Ende mit 13:33:33 Stunden eine neue Bestzeit auf der Uhr.

Basis für diesen Erfolg war aus Sicht von Karsten Thiede unter anderem seine neue Bestzeit beim Schwimmen. In dieser Disziplin war der Salzwedeler beim Barcelona Ironman ein kleiner Exot. Denn er absolvierte die knapp vier Kilometer im Mittelmeer als Brustschwimmer ohne Neoprenanzug. „Ich habe den Anzug nicht vergessen, sondern bei 21 Grad Wassertemperatur auf ihn verzichtet, da er einem Brustschwimmer nur als Kälteschutz hilft“, erklärt der Triathlet.

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Nach 1:28:15 Stunden erreichte der Altmärker die Wechselzone zum Rad. Dort ist ihm unglücklicherwiese der Transponder für die Zeitnahme abhanden gekommen. „Das habe ich aber erst nach der Rückkehr von der Radstrecke bemerkt“, blickt Thiede auf das Rennen zurück.

Glück im Unglück

Das Radfahren lief für den Triathleten nur auf der ersten 90-Kilometer-Runde wie gewohnt gut und die angepeilte Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei zirka 30 km/h im Plan. „Ab der zweiten Runde bekam ich Krämpfe beziehungsweise Schmerzen in den Fußsohlen, die es mir nicht mehr möglich machten, die ganze Zeit in der Aeroposition auf dem Rad zu bleiben. Nur im Wechsel mit aufrechtem Fahren war es einigermaßen erträglich“, erinnert sich Karsten Thiede. Deshalb kam er nach den 180 Kilometern auf dem Rad mit einem 28-km/h-Schnitt zum Wechsel zum Marathonlauf. In dieser Situation registrierte er den Verlust des Transponders.

„Mit Unterstützung der Helfer und dem Service der Zeitmesser wurde ein neuer Transponder an meinem Knöchel befestigt. Zwar ging dabei Zeit verloren, aber ich war froh, dass ich dann doch nach dem Lauf mit einer Wertung ins Ziel kommen konnte“, erklärt Karsten Thiede.

Die äußeren Bedingungen beim Laufen kamen dem Salzwedeler sehr entgegen, denn der flache Kurs und die kühlen Temperaturen lagen ihm wesentlich besser als Hitze und Höhenmeter. „Zu Beginn musste ich mich etwas bremsen, denn das Tempo der anderen Triathleten und die tolle Stimmung an der Strecke verleiteten zum überpacen“, räumt Karsten Thiede ein.

Alle 2,5 Kilometer standen die Verpflegungspunkte. Dort hat sich der Altmärker reichlich gestärkt und in diesen Gehpausen kurz erholt. Da es drei Runden zu absolvieren galt, war es für Thiede psychologisch gut, sich schon mal darauf zu freuen, dass er die Halbmarathonmarke bereits in der zweiten Runde passierte. „Während des Laufes konnte ich meinen Rhythmus ganz gut halten und kam auch durch zwei Tiefs hindurch. Das letzte wartete so etwa bei Kilometer 32, aber danach konnte ich das Tempo Richtung Ziel noch mal erhöhen. Eigentlich sehr ungewöhnlich für mich, aber es fühlt sich gut an, wenn man nicht mehr überholt wird und an anderen Mitstreitern vorbei laufen kann“, resümiert der Salzwedeler seinen Lauf.

„Auf den Gänsehautmoment im Ziel freute ich mich schon Kilometer vorher und wurde davon beflügelt. Ich konnte die Ziellinie richtig genießen und die Stimmung war immer noch grandios“, blickt Karsten Thiede auf den Moment zurück, als er nach 13:33:33 Stunde seinen dritten Ironman mit neuer persönlicher Bestzeit abschloss.

Florian Angert, der Sieger des Ironman Barcelona, erreichte nach 7:45:05 Stunden das Ziel. Insgesamt waren 3379 Triathleten am Start. Karsten Thiede belegt in der Gesamtwertung Platz 2493 und in seiner Altersklasse 55 bis 59 Jahre Rang 107.

Doch viel wichtiger als eine gute Platzierung ist beim Triathlon das erreichen des Ziels. Denn zwischen Start- und Ziellinie liegt in dieser Sportart eine gewaltige Distanz. Wer diese Strecke erfolgreich absolviert, liefert eine sportliche Höchstleistung ab. Hinter der Ziellinie stehen bei diesem Extremsport nur Sieger.