Kemnitz l Das Wetter war so gut, so dass man schon fast draußen hätte reiten können. Doch beim Reitverein (RV) Kemnitz ist es eben Tradition, Anfang April ein Hallenreitturnier durchzuführen. Dass es am Sonnabend so warm wird, konnte der Verein um seinen Vorsitzenden Hans-Dieter Prehm bei seiner Planung vor langer Zeit schließlich nicht vorausahnen.

Nur gut drei Kilometer von Kemnitz entfernt fand parallel eine weitere Pferdesport-Großveranstaltung statt. Es handelte sich um die Offene Hallenlandesmeisterschaft in der Dressur, die in Salzwedel ausgetragen wurde. Allerdings „stahlen“ sich beide Turniere nicht gegenseitig die Reiterinnen und Reiter, denn in Kemnitz wurden ausschließlich – sechs an der Zahl – Springprüfungen ausgeschrieben.

223 Starts in Kemnitz

Insgesamt erfolgten in der beschaulichen westaltmärkischen Ortschaft über den ganzen Tag verteilt 223 Starts. Dabei waren 85 Teilnehmer mit 173 Pferden. Der gastgebende Verein durfte sich über viele fleißige Helfer und Sponsoren freuen, die wieder einmal zum Gelingen der insgesamt zwölften Veranstaltung dieser Art beitrugen. Belohnt wurde die Arbeit mit dem Erscheinen zahlreicher Zuschauer. Diese durften sich an tollem und vor allem spannendem Reitsport erfreuen. Die altmärkischen Vertreter mischten in den einzelnen Prüfungen zumeist ordentlich mit.

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Gleich in der Springpferdeprüfung der Klasse A** setzte sich mit Damona Främke eine Starterin des RV Reitstadion Salzwedel an die Spitze des Feldes. Auf Evening Sun sicherte sie sich eine Wertnote von 7,60. Da konnte auch die Zweitplatzierte, Susan Ringel vom RFV Miesterhorst auf Crispy Coloured (7,40), nicht ganz mithalten. Das gute altmärkische Gesamtabschneiden in diesem Wettbewerb machten die Kunrauer Chris und Sarah Jürgens auf den Rängen vier und fünf sowie die Kemnitzerin Anja Neuhaus mit ihrem sechsten und siebten Platz perfekt.

Von auswärtigen Startern bestimmt war die erste Abteilung der Springprüfung der Klasse A*, in der Sophia Helinski (RFV Lübtheen-Garlitz) auf Katina als Siegerin hervorging. Sie blieb nicht nur fehlerfrei, sondern war mit 48,31 auch noch mehr als drei Sekunden schneller als ihre ärgste Verfolgerin Dominique Zimmermann aus Suhlendorf. Britta Meyer-Roschau von der Reitgemeinschaft Ristedt blieb zwar auf Luke P ebenfalls ohne Fehler, doch ihre 60,94 Sekunden reichten eben nicht, um als beste Altmärkerin über den sechsten Platz hinauszukommen.

Gardelegenerin wird Sechste

Die zweite Abteilung dieser Prüfung ging im Übrigen an Dominique Zimmermann (Suhlendorf) auf Castro. Ohne Fehler und in nur 50,67 Sekunden gab sie der Konkurrenz das Nachsehen. Unter anderem auch Elisa Ilski vom RFV Gardelegen, die auf Cellestiella Sechste wurde.

Noch besser unterwegs war Ilski in der ersten Abteilung der Springprüfung der Klasse A**. Dort sicherte sie sich, ebenfalls auf Cellestiella, fehlerfrei in 48,26 Sekunden Rang drei. Es siegte Nira Stute (RFV Königslutter) auf Jupi Jupi Jej in nur 44,48 Sekunden. Einen guten vierten Platz sicherte sich Franziska Hosse in Diensten der RSG Sanne-Fleetmark auf Phillis.

Platz zwei für den RFV Miesterhorst

Lena Kusch vom RFV Miesterhorst freute sich in der zweiten Abteilung dieser Prüfung auf Lordes ohne Fehler und in 47,75 Sekunden über Rang zwei. Etwas mehr als eine Sekunde schneller war lediglich Sophia Helinski (Lübtheen-Garlitz) auf Katina.

Gut unterwegs war Joseline Berdien von der Reitgemeinschaft Ristedt auf Merle im Stilspringwettbewerb ohne erlaubte Zeit. Mit einer Wertnote von 8,00 sicherte sie sich hinter Siegerin Emilie Nagel (RFV Wendland) auf Morpheus B (8,20) den zweiten Platz. Zweitbeste Altmärkerin in dieser Konkurrenz war Melina Ringel (Miesterhorst) auf Kimara als Gesamt-Sechste.

Rang eins für die RSG Sanne-Fleetmark

Der für die RSG Sanne-Fleetmark startende Armin Streiter sicherte sich in der Springprüfung der Klasse L mit steigenden Anforderungen Rang eins. Auf Clara Clayton blieb er fehlerfrei und brauchte für den anspruchsvollen Parcours nur 54,44 Sekunden. Da konnten auch seine beiden ärgsten Verfolgerinnen, Lena Kusch (Miesterhorst) und Annie Kamieth (Kemnitz), nicht mithalten. Sie machten das rein westaltmärkische Siegertreppchen perfekt.

Annie Kamieth, die mittlerweile für den gastgebenden RV Kemnitz startet, machte es in der Springprüfung der Klasse M* mit Stechen sogar noch etwas besser und sicherte sich dort auf Quintana ohne Fehler in 34,06 Sekunden Platz eins. Streiter als zweitbester Regionsvertreter sicherte sich auf Lady Cadness Rang drei.

Nach dem Turnier gab es noch ein gemütliches Beisammensein, in dessen Rahmen sicherlich noch das eine oder andere Fachgespräch geführt wurde und wohl auch mehrfach die Frage aufkam, ob und wie es mit diesem Turnier weitergeht. RV-Vereinschef Hans-Dieter Prehm verriet auf Nachfrage, dass der Wettkampf in diesem Rahmen fortgeführt werden soll. Erst einmal freut man sich beim RV Kemnitz aber auf das Freiluft-Reit- und Springturnier im September.