Schönebeck (fna) l Robert Renger ärgerte sich gestern Abend wohl selbst am meisten. Der Außenverteidiger des Schönebecker SC hatte in der 89. Minute den Siegtreffer gegen den 1. FC Magdeburg II auf dem Fuß. Doch aus Nahdistanz verzog er über den Kasten. So blieb es im Verbandsliga-Duell am Ende beim 2:2 (1:0)-Unentschieden.

Allerdings hätte der SSC bereits vor dieser Szene kurz vor Schluss die Partie zu seinen Gunsten entscheiden können. Vor allem in der ersten Halbzeit "haben wir uns viele Chancen herausgespielt, für den Gegner aber fast keine zugelassen", lobte René Kausmann aus dem Trainergespann mit Heiko Böhler. "Wir haben richtig Balett gemacht." Moritz Instenberg, einst selbst in den Diensten der Magdeburger, belohnte das Team schließlich für die starke Leistung und erzielte die 1:0-Führung (30.), als er die Übersicht behielt und ruhig einschob. Michal Salak (13., 25.) und Renger (23.) verpassten es aber, mehr aus der Überlegenheit herauszuholen. SSC-Keeper Bryan Giebichenstein war nur einmal gefordert, hielt gegen Marcel Brendel aber sicher (10.).

Nach dem Wechsel war der SSC zunächst viel zu sorglos, die Gäste drängten auf den schnellen Ausgleich. Eigentlich hätte die Aktion von Fabian Falkenberg, als er nach einer Ecke den Kopfball von Artjoms Lonscaovs knapp vor der Linie klärte, Warnung genug sein müssen, doch kurze Zeit später klärten Vit Fiser, Petr Elias und Renger nicht konsequent genug, verloren angesichts des Pressings von Daniel Sommermeyer den Ball und die Ordnung, so dass Brendel den 1:1-Ausgleich (49.) markierte. "Wir sagen im Training immer wieder, dass in diesen Situationen der Ball ohne Kompromisse weggeschlagen werden muss", haderte Kausmann mit dem Gegentreffer. Auch beim zweiten Magdeburger Tor war der SSC eigentlich in Ballbesitz, hatte nach erneuter Abwehr von Falkenberg auf der Linie das Geschehen scheinbar im Griff. Doch er verlor den Ball in der Vorwärtsbewegung zu leichtfertig, Sven-Torge Bremer verwandelte mit einem Schlenzer zum 2:2-Ausgleich (80.).

Zuvor hatte Petr Elias in der Drangphase die "Grünen" mit einem Kopfball mit 2:1 in Führung gebracht (73.). Eigentlich war die Ecke viel zu kurz geschossen worden, doch Felix Krause und Maximilian Gerwien setzten gut nach, eroberten das Leder zurück und legten für Elias auf.

In den letzten zehn Minuten drängte der SSC auf den erneuten Führungstreffer, hatte mit der Möglichkeit von Renger noch die beste Chance. "Wir sagen im Training, dass wir aus dieser Distanz mit Vollspann aufs Tor schießen müssen." Doch Renger hatte die offene lange Ecke gesehen und wollte den Ball mit der Innenseite einschieben - drüber. "Im Gegenzug hätten wir aber auch den dritten Gegentreffer bekommen können", gestand Kausmann ein. Brendel traf aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz.

Schönebecker SC: Giebichenstein - Renger, C. R. De Oliveira (61. Rothe), Falkenberg, Salak, Fiser, Gerwien (81. Braunert), Instenberg, Sommermeyer, Elias, Krause

1. FC Magdeburg II: Henne - Loth, Senf, Potyka (53. Rode), Bremer, Brendel, Sommermeyer, Krüger (76. Gkotzias), Lonscakovs, Butzen (65. Löw), Kurth

Tore: 1:0 Moritz Instenberg (30.), 1:1 Marcel Brendel (49.), 2:1 Petr Elias (73.), 2:2 Sven-Torge Bremer (80.); ZS: 375