Salzlandkreis l Es war eigentlich unvermeidbar. Die stetig steigenden Zahlen an Infizierten sorgte auf der ganzen Welt abermals für verschärfte Regeln. So auch in Deutschland. Die Corona-Pandemie schlug erneut voll zu, an Amateursport ist in diesen Zeiten nicht zu denken. Somit werden immer wieder die Verbände gezwungen, zu entscheiden, wie es mit der Saison 2020/2021 weitergehen soll. Nägel mit Köpfen machte bereits frühzeitig der DKBC. Sowohl die Bundesliga als auch alle Wettbewerbe auf Landesebene wurden abgesagt – eine Ausnahme bildet der Landespokal. Die Vorbereitungen auf die kommende Spielzeit können somit früher als geplant wieder anlaufen.

Drei-Stufen-Plan ausschlaggebend

Ähnlich wie auch im Frühjahr stellte der Verband einen Drei-Stufen-Plan auf:

Plan A: Sollte ab dem 1. Dezember 2020 ein bundesweiter Trainingsbetrieb möglich sein, wird die Saison ab dem 2. Januar mit dem Rahmenplan A fortgesetzt. Frühzeitig war klar, dass dieser Plan nicht stattfinden kann.

Plan B: Sollte ab dem 1. Januar 2021 ein bundesweiter Trainingsbetrieb möglich sein, wird die Saison ab dem 30. Januar 2021 fortgesetzt. Da sich Bund und Länder aber darauf einigten, den Lockdown weiter zu verschärfen und bis mindest zum 31. Januar auszuweiten, kam dieser Plan auch nicht zum Zuge.

Plan C: Sollte nach dem 1. Januar 2021 noch kein bundesweiter Trainingsbetrieb möglich sein oder nach dem 31. Januar 2021 ein weiterer Lockdown ausgesprochen werden, wird die Saison 2020/2021 ohne Wertung abgebrochen und im September 2021 neu ausgespielt. Ob der Lockdown über dieses Datum hinausgeht, kann niemand sagen. Da aber keine Mannschaft trainieren konnte, blieb den Verantwortlichen nichts anderes über. Die Kegelbahnen werden im Frühjahr somit keine Wettkämpfe erleben.

Im Lager der Kegler von Union Schönebeck war die Absage der Spielzeit „zu erwarten“, wie Michael Hagemeyer, selbst Spieler der Zweitbundesliga-Mannschaft, sagt. „Es gab auch kaum andere Möglichkeiten. Gut drei Wochen wären nötig gewesen, um durch das Training wieder wettbewerbsfähig zu sein. Bis zum 30. Juni hätte der Spielplan abgearbeitet werden müssen und dann hätte es eine kurze Sommerpause gegeben. Wohin ein voller Terminplan – in Bezug auf Verletzungen – führt, ist denke ich bei den Profis zu sehen.“

Während es auf Landesebene also schnell Klarheit gab, war das auf Kreisebene noch nicht so. Vor Kurzem kam dann aber vom Landesverband Kegeln/Bowling Sachsen-Anhalt, Sektion Classic, die Meldung, dass auch dort vorerst keine Kugel im Wettkampfbetrieb mehr Rollen wird. „Für viele Vereine, auch für uns, war das eine Erleichterung, da einige Sorgen vom Tisch waren. So hat man immer noch überlegt, wie es mit den Auf- und Absteigern weitergeht. Im Sinne der Sportlichkeit wurde allerdings einheitlich entschieden“, hält Hagemeyer fest.

Somit richten sich die Blicke bei den Unionern in Richtung Zukunft. „Natürlich waren wir anfangs enttäuscht“, schiebt der Schönebecker ein. „Doch wir haben jetzt die Zeit, um weiter nach Verstärkung Ausschau zu halten, um noch besser in die neue Spielzeit zu starten“, blickt Hagemeyer bereits optimistisch voraus. „Die Saison wird im September 2021 mit der jetzigen Ligenstruktur neu gestartet“, heißt es dazu vom Verband.

Der Glaube an den Start im September ist bei den Unionern da und so wird auch gearbeitet. „Natürlich wissen wir auch, dass sich der Saisonstart nach hinten verschieben kann, dennoch bereiten wir uns so vor, dass es ab September wieder in die Vollen gehen kann“, erklärt Hagemeyer. Das ist als Kegler aber gar nicht so einfach. Eine eigene Kegelbahn gehört eben nicht selbstverständlich zur Ausstattung in den heimischen vier Wänden. „Also ich kenne niemanden“, schiebt Hagemeyer lachend nach. Alternativen müssen also her: „Ein paar Spieler setzen auf Übungen für die Fitness und Kondition. Sie gehen dann Laufen oder Walken. Andere setzen im Heimtraining auf Übungen für die Balance“, gibt der Schönebecker einen kleinen Einblick in die derzeitige Trainingssituation der Spieler, die nun gespannt darauf warten, wann die heiligen Kegelhallen wieder betreten werden können.